Systemtechnik Leber

Obsolenz-Management bei zu langen Allokationszeiten

17. Dezember 2021, 8:06 Uhr | Ralf Higgelke
Systemtechnik Leber, Obsoleszenz
© Systemtechnik Leber

Nicht nur die Pandemie hat dazu geführt, dass elektronischen Komponenten Mangelware sind. Auch viele Bauteile werden immer schneller abgekündigt. Systemtechnik Leber unterstützt nun auch Neukunden bei der Beschaffung und dem Eindesignen von Alternativen.

Inzwischen hat das Thema auch die Tagespresse erreicht: Der Mangel an elektronischen Komponenten schränkt die Lieferfähigkeit deutscher Gerätehersteller verschiedenster Branchen zunehmend ein. Systemtechnik Leber hat deshalb sein Leistungsportfolio erweitert: Bereits seit einigen Monaten unterstützt das Unternehmen ihre Bestandskunden bei Beschaffung, Test oder Anpassung von Bauteilalternativen wie beispielsweise Mikroprozessoren oder Leistungshalbleiter. Ab sofort ist das Angebot auch für Neukunden verfügbar.

»Wie genau unsere Unterstützung aussieht, hängt vom Auftraggeber ab«, erläutert Jörg Klenke, Leiter Produktentwicklung und Projekte bei Systemtechnik Leber. »In manchen Fällen suchen wir nach passenden Alternativen zum bisher eingesetzten Bauteil. In anderen wurde bereits Second Sources in Eigenregie recherchiert und werden dann von uns auf ihre Funktionstüchtigkeit und ihren Zustand hin getestet – oder aber gleich eindesigned. Und falls eine Softwareanpassung notwendig ist, können wir diese ebenso gleich übernehmen.«

Dabei stünde immer Geschwindigkeit im Fokus, damit die Auftraggeber auch kurzfristig lieferfähig bleiben. Weil deren Mitarbeitern aber häufig die Zeit für die Suche nach Second Sources sowie für deren Anpassung fehle, werden diese Aufgabe zunehmend ausgelagert.

Schneller zum passenden Bauteil

Mit der Auftragserteilung müssen sämtliche technische Daten des zu ersetzenden Bauteils sowie die Designbeschreibung des Schaltungsteils an Systemtechnik Leber übergeben werden. Diese recherchieren anschließend im eigenen Distributoren-Netzwerk sowie bei großen Bestückern und deren Netzwerken nach passenden Second Sources. Da Systemtechnik Leber bereits seit über 30 Jahren Elektronik und Produkte entwickelt, anpasst und sogar selbst herstellt, kann das Unternehmen nach eigener Aussage auf ein großes Lieferanten- und Distributorennetzwerk zurückgreifen. Über den direkten Draht werden Bauteilverfügbarkeiten so besonders schnell abgeklärt.

Die Bauteilsuche selbst nimmt daher in der Regel nur wenig Zeit in Anspruch und ist bereits in vielen Fällen erfolgreich verlaufen, wie das Unternehmen verlauten lässt. Notwendige Designanpassungen sind nach einigen Wochen abgeschlossen. Für die Lieferung von Mustern sowie das dazugehörige Testen sind sechs bis zwölf Wochen einzuplanen – mit Expressservice der Leiterplattenbeschaffung, je nach Komplexität und Testtiefe.

Neben der Zeitersparnis kann die Zusammenarbeit mit Systemtechnik Leber aber noch einen weiteren Vorteil mit sich bringt: ein Maximum an Sicherheit bezüglich der Herkunft oder des Zustands der erstandenen Bauelemente. Denn Elektronikspezialisten erkennen gefälschte oder überlagerte bzw. nicht funktionstüchtige Ware in den allermeisten Fällen auf einen Blick – oder können deren Echtheit und Tauglichkeit anhand einfacher Tests feststellen.

Stefan Angele, Geschäftsführer von Systemtechnik Leber, sieht in der Portfolioerweiterung einen Bereich mit Zukunftspotenzial: »Die Nachfrage nach Second Sources wird – unabhängig von Krisen wie der aktuellen Pandemie – in Zukunft weiter steigen. Das liegt ganz einfach daran, dass die Produktlebenszyklen immer kürzer werden, sprich: Immer schneller werden Bauteile abgekündigt und sind dann über die Standardbezugsquellen nicht mehr zu bekommen.«


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