Ams und Senova Antikörpertests für Covid-19

Ams integriert sein optisches Sensormodul AS7341L in einen Antikörpertest vom deutschen Hersteller Senova.
Ams integriert sein optisches Sensormodul AS7341L in einen Antikörpertest vom deutschen Hersteller Senova.

Ams und Senova werden einen Antikörpertest auf Covid-19 entwickeln. Ihre Technik soll preisgünstig und hochpräzise sein – die Großaufträge sind allerdings schon an andere vergeben.

Senova ist ein deutscher Hersteller von medizinischen Laborgeräten zur in-vitro Diagnostik. Zusammen mit dem österreichischen Sensorspezialisten Ams entwickelt das Unternehmen nun einen hochpräzisen Antikörpertest auf Covid-19. Das Rad wird dabei nicht grundsätzlich neu erfunden, sondern die bestehende Lateral-Flow-Technik soll weiterentwickelt werden. Sie wird schon lange für Drogen- oder Schwangerschaftstests genutzt, gilt als kostengünstig und kann aufgrund des überschaubaren Geräteaufwands in Form von Teststreifen angeboten werden.

Im Vorfeld der aktuellen Kooperation haben beide Unternehmen ein optisches Sensormodul zur Spektralanalyse entwickelt und in einem kommerziell verfügbaren Antikörper-Diagnosegerät getestet.

In der nun geschlossenen Partnerschaft soll ein elektronischer Lateral-Flow-Einwegtest entstehen, mit dem sich Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Virus nachweisen lassen. Das ausgegebene Testergebnis erfordert laut der Kooperationspartner keine Interpretation durch den Benutzer und soll ein dezentrales Testen direkt in der Arztpraxis ermöglichen. Ein Teststreifen muss dann nicht mehr zur Analyse in ein Labor eingeschickt werden.

Die Erwartungshaltung ist nach den ersten Testreihen hoch: Serumproteinen habe man bis hinunter zu Konzentrationen von niedrigen zweistelligen Pikogramm pro Milliliter bestimmen können. Das entspreche einer mehr als 10-fach höheren Nachweissensitivität verglichen mit den meisten Standardauslesegeräten für Schnelltests.

Massenproduktion in Vorbereitung

Verträge für eine Massenproduktion des Sensormoduls sind bereits geschlossen. Ams hat den Auftragsfertiger für Medizintechnik Jabil Healthcare ausgewählt, um die eigene Sensortechnik in ein schlüsselfertiges Komplettmodul mit Bluetooth-Verbindung zu integrieren, das in Großserie produziert werden kann.

Das Modul ist wenige Millimeter groß, kann in tragbare Elektronikgeräte integriert werden und besteht aus zwei Emittern und einem Detektor zur Spektralanalyse. Das Alleinstellungsmerkmal: Mit dem Modul lassen sich sowohl Reflexions- als auch Fluoreszenzmessungen durchführen. Über Bluetooth lassen sich die Spektralrohdaten zum Auslesen an ein lokal verbundenes Gerät senden – z.B. ein Smartphone – und können zur Auswertung weiter in eine Cloud übertragen werden. Das Ergebnis wird an das lokale Bluetooth-Gerät zurückgemeldet und die Ergebnisse von Massentests können, falls vom Benutzer gewünscht, Teil eines nationalen oder internationalen Überwachungssystems werden. Die Benutzerdaten werden verschlüsselt. Ein Einweg-Testkit für den professionellen Einsatz soll bis September in Produktion gehen. Ein Gerät für private Nutzer soll als nächster Schritt folgen.