Geschäftsjahr 2025

Kistler hält Umsatz stabil und investiert

12. März 2026, 16:03 Uhr | Nicole Wörner
© stock.adobe.com / Schlierner

Die Kistler-Gruppe erzielte 2025 einen Umsatz von 424 Mio. Schweizer Franken. Trotz Währungsdruck und schwacher Automobilindustrie blieb das Geschäft stabil. Für 2026 plant das Unternehmen Investitionen in Asien sowie eine neue, hochautomatisierte Sensorfabrik in Winterthur.

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Währungsbereinigt entspricht der erzielte Jahresumsatz einem Rückgang von 1 %, in Schweizer Franken gerechnet einem Minus von 5 %. Belastend wirkten nach Unternehmensangaben vor allem der starke Schweizer Franken, die stagnierende deutsche Automobilindustrie sowie geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten, unter anderem im Zusammenhang mit der US-Zollpolitik. Auch der Auftragseingang blieb hinter den Erwartungen zurück und lag währungsbereinigt um 2 Prozent beziehungsweise 6 Prozent in Schweizer Franken unter dem Vorjahreswert.

Investitionen in Asien und neue Sensorfabrik

Für 2026 plant Kistler Investitionen in Wachstumsmärkte, insbesondere in Asien. In Kuala Lumpur soll eine neue regionale Zentrale entstehen, um die Aktivitäten in der Region zu bündeln. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Planung einer hochautomatisierten Sensorfabrik am Hauptsitz in Winterthur voran.

»Mein erstes Jahr als CEO war herausfordernd«, sagt Marc Schaad, CEO der Kistler-Gruppe. »Aber wir haben wichtige Weichen gestellt – unter anderem durch angepasste regionale Strukturen, die es uns ermöglichen, noch flexibler auf unterschiedliche Marktbedingungen zu reagieren. Trotz des starken Schweizer Frankens sowie anhaltender geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten blicken wir verhalten optimistisch auf das Geschäftsjahr 2026. Wir planen, durch gezielte Investitionen weiter zu wachsen, insbesondere in asiatischen Märkten wie China.«

Fokus auf industrielle Anwendungen

Strategisch konzentriert sich Kistler weiterhin auf seine Kernkompetenzen in der piezoelektrischen Messtechnik. Der Schwerpunkt liegt auf vier industriellen Anwendungsfeldern: der Überwachung und Steuerung von Fertigungsprozessen, Anwendungen in der Kunststoffverarbeitung – insbesondere in der Medizintechnik –, der Zustandsüberwachung kritischer Infrastrukturen sowie der Überwachung großer Motoren im Schiffbau und in der stationären Energieversorgung.

Im Bereich der Infrastrukturüberwachung hat Kistler 2025 sein Portfolio um eine cloudbasierte Softwareplattform erweitert. Sie ermöglicht Structural Health Monitoring (SHM) und lässt sich mit Systemen zur dynamischen Gewichtsmessung im Verkehr (Weigh in Motion, WIM) kombinieren. Betreiber von Brücken erhalten dadurch kontinuierliche Daten über das Verhalten der Bauwerke und die tatsächlichen Verkehrslasten.

Regionale Unterschiede im Ausblick

Für 2026 erwartet das Unternehmen eine unterschiedliche Entwicklung in den Regionen. In Asien rechnet Kistler mit stabilem Wachstum, insbesondere in China. In den USA wurde das Führungsteam verstärkt, um auf geopolitische Unsicherheiten zu reagieren. In Deutschland liegt der Fokus auf der Entwicklung neuer Anwendungen, um Rückgänge im Automobilsektor auszugleichen.

Auch neue Produkte sollen zum Wachstum beitragen. Das Unternehmen arbeitet derzeit an mehreren Innovationen für unterschiedliche Branchen und investiert weiterhin rund neun Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung.

Smart Factory in Winterthur geplant

Langfristig plant Kistler den Bau einer Smart Factory am Hauptsitz in Winterthur.

»Die Smart Factory ist für uns eine langfristige Investition und ein klares Bekenntnis zum Standort Winterthur«, erklärt Marc Schaad. »Sie ist ein zentraler Baustein unserer langfristigen Strategie, die Kistler-Gruppe nachhaltig zukunftsfähig aufzustellen.«. Derzeit befände man sich in einer intensiven Planungs- und Klärungsphase, um die technischen und organisatorischen Grundlagen für eine zukunftsfähige Produktions- und Arbeitsumgebung zu schaffen.


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