Umsatzwachstum von 25 Prozent

Wago überspringt Umsatzmilliarde

31. März 2022, 15:37 Uhr | Ralf Higgelke
WAGO Kontakttechnik
Die WAGO Geschäftsführung (v. l.n.r.): Yannick Weber (COO), Dr. Karsten Stoll (CTO Interconnection), Jürgen Schäfer (CSO), Kathrin Fricke (CHRO), Christian Sallach (CMO/CDO), Dr. Heiner Lang (CEO), Axel Börner (CFO)
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Mit einem Umsatz von 1,19 Milliarden Euro hat die Wago-Gruppe im Jahr 2021 ein neues Rekordergebnis erzielt. Alle Standorte weltweit erzielten zweistellige Wachstumsraten. Mobiles Arbeiten habe sich bewährt in der Coronakrise und werde »definitiv fortgesetzt«.

»25 Prozent Umsatzwachstum im zweiten Jahr der Coronakrise mit all ihren Herausforderungen sind ein bemerkenswertes Ergebnis. Zu Jahresbeginn haben wir das so noch nicht erwartet«, betont CFO Axel Börner. Die Umsatzverteilung nach Landesmärkten blieb bei Wago im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Während Deutschland mit einem Umsatzanteil von rund 27 Prozent traditionell den wichtigsten Markt darstellt, erreicht das übrige Europa 44 Prozent, der Rest liegt bei knapp 29 Prozent.

»Umsichtige Planung und Bestandsreserven haben uns die Herausforderungen in Bezug auf die Lieferkette meistern lassen. Gemeinsam mit der sehr guten Auftragslage hat das einen großen Teil zu diesem Wachstum beigetragen, das ohne die angespannte Materialsituation sicherlich noch deutlich höher ausgefallen wäre«, ist sich Axel Börner sicher. »Aber in erster Linie haben wir die Umsatzmilliarde dem großen Engagement unserer Belegschaft zu verdanken.«

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Mobiles Arbeiten als langfristiger Erfolgsfaktor

Dank der IT-Infrastruktur konnten weite Teile der Belegschaft in der Pandemie mobil arbeiten. »Ein Erfolgsmodell, das wir definitiv fortsetzen werden«, erklärt CEO Dr. Heiner Lang. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und hohen Personalbedarfs des Unternehmens – allein 2022 sind rund 350 Stellen zu besetzen – bietet das auch neue Möglichkeiten im Recruiting neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

»Wir erweitern unseren Radius und können heute gezielt Bewerberinnen und Bewerber aus ganz Deutschland ansprechen und individuelle Arbeitsmodelle anbieten«, so Dr. Heiner Lang. Die Zahl der Mitarbeiter ist mit rund 8.600 leicht gestiegen, davon sind ca. 4.000 in Deutschland beschäftigt. Zum Stichtag 31.12.2021 waren 232 Auszubildende und duale Studierende in Minden und 41 in Sondershausen beschäftigt.

Investitionen von 150 Millionen Euro geplant

Ihren Investitionsfokus legt die Wago-Gruppe weiterhin auf ihren deutschen Stammsitz in Minden/Westfalen und das Produktions- und Logistikzentrum in Sondershausen/Thüringen. Insgesamt wurden 70 Mio. Euro im Jahr 2021 investiert – in diesem Jahr ist eine Rekordsumme von über 150 Mio. Euro geplant.

Nachwuchsförderung spielt dabei eine wichtige Rolle. Für rund sechs Millionen Euro entsteht in Minden ein neues Ausbildungszentrum, das im Juni dieses Jahres fertiggestellt werden soll. Auf insgesamt 3.500 m² Fläche finden technische und kaufmännische Auszubildende und duale Studierende eine gemeinsame Lern- und Aufenthaltsumgebung. Zur barrierefreien Ausstattung gehören drei Labore, eine eigene Mensa und Mediathek, ein IT-Schulungsraum und acht Besprechungsräume. Am Stammsitz werden außerdem die Bereiche Spritzerei und Werkzeugbau erweitert.

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Am Standort Sondershausen in Thüringen baut Wago für 40 Mio. Euro ein neues Logistikzentrum.
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Größtes Investitionsprojekt für die kommenden Jahre ist der Bau eines neuen Logistikzentrums in Sondershausen, Thüringen. Das Unternehmen investiert dort 40 Mio. Euro in ein Hochregallager. Der Baubeginn ist für Herbst 2022 geplant, die Inbetriebnahme soll ca. zwei Jahre später erfolgen. Auf einer Fläche von 11.000 m² entsteht ein Hochregallager mit einem hochautomatisierten Kommissionier- und Lagerbereich und Büroflächen für den Standort.

Ausblick und Ukraine-Krieg

»Unser Erfolg im vergangenen Jahr ist auch auf unsere konsequente Kundenorientierung zurückzuführen, die für uns weiterhin oberste Priorität hat. Unsere Produkte haben eine große Fangemeinschaft, die wir durch Co-Creation-Ansätze stärker in die Entwicklung einbinden und deren Anforderungen wir durch neue digitale Angebote noch besser begegnen möchten«, zieht Dr. Heiner Lang ein Fazit des vergangenen Jahres.

Zur aktuellen Situation in der Ukraine meint Lang: »Wir verfolgen angespannt die Lage dort und sind betroffen und tief besorgt um die Sicherheit der dort lebenden Menschen. Wir verurteilen die kriegerischen Handlungen und folgen den Sanktionen und Maßnahmen der deutschen Bundesregierung und europäischen Union. Der anhaltende Konflikt hat aktuell geringe Auswirkungen auf unsere Lieferkette, aber wir spüren als Folge erhebliche Kostenerhöhungen im Bereich von Rohstoffen, Energie und Transport.«


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