Produktionsstart Ende 2022

BMW eröffnet Kompetenzzentrum für Batteriezellfertigung

24. Mai 2022, 9:48 Uhr | Irina Hübner
BMW Group Kompetenzzentrum Batteriezellfertigung in Parsdorf bei München.
BMW Group Kompetenzzentrum Batteriezellfertigung (CMCC) in Parsdorf bei München (im Aufbau).
© BMW Group

Im Herbst wird die BMW Group das Kompetenzzentrum für Batteriezellfertigung (Cell Manufacturing Competence Centre, CMCC) in Parsdorf bei München eröffnen. Die nötigen immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens sind nun abgeschlossen.

  • Genehmigungen für Inbetriebnahme der Fertigung in Parsdorf erteilt
  • Seriennahe Produktion von Mustern für die nächste Batteriezellgeneration
  • Eröffnung im Herbst 2022

Auf rund 15.000 Quadratmetern will die BMW Group die Industrialisierung künftiger Generationen von Hochleistungsbatteriezellen nachweisen. Die Pilotlinie im Kompetenzzentrum ermöglicht, die Wertschöpfungsprozesse der Zelle vollständig zu analysieren und zu verstehen. Das trägt dazu bei, zukünftige Lieferanten bei der Zellproduktion entsprechend den eigenen Vorgaben zu befähigen und damit die Produktion von Batteriezellen hinsichtlich Qualität, Leistung und Kosten weiter zu optimieren. Eine eigene Batteriezellfertigung in Großserie schließt das Unternehmen derzeit aus.

»Mit dem Kompetenzzentrum für Batteriezellfertigung in Parsdorf gehen wir den nächsten Schritt, um den gesamten Wertschöpfungsprozess für Batteriezellen in seiner Tiefe zu durchdringen. Nach der erfolgreichen Implementierung des Kompetenzzentrum Batteriezelle, BCCC, fokussieren wir jetzt auf die Produktionsprozesse. Wir sichern die Produzierbarkeit von Lithium-Ionen-Batteriezellen unter Großseriengesichtspunkten bzgl. Qualität, Effizienz und Kosten ab«, erklärt Markus Fallböhmer, Leiter der Motoren- und E-Antriebsproduktion bei der BMW Group.

Gestaffelter Produktionsstart der Pilotlinie

Die Investitionen für die erste Ausbaustufe des Kompetenzzentrums für Batteriezellfertigung betragen rund 170 Millionen Euro. Ungefähr 80 Mitarbeiter werden am Standort Parsdorf arbeiten. Das Bundeswirtschaftsministerium und das bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie unterstützen das Vorhaben im Rahmen des europäischen Förderprozesses IPCEI (Important Projects of Common European Interest).

Aufgrund der komplexen Technologie erfolgt die Inbetriebnahme der Batteriezellfertigung in mehreren Schritten. Der Produktionsstart des CMCC erfolgt im Herbst. In der ersten Phase des Hochlaufs werden die Anlagen für die Elektrodenproduktion installiert und eingefahren. Hier werden Rohstoffe wie Graphit oder Nickeloxide für die Batterieelektroden dosiert und gemischt. Anschließend erfolgt die Beschichtung der Metallfolien und die finale Verdichtung.

In der zweiten Phase werden die Anlagen für die nachfolgende Zellmontage und Formierung installiert. Dort werden die Elektroden mit den weiteren Subkomponenten zu Batteriezellen verarbeitet, formiert und auf ihre Qualität geprüft. Der gesamte Hochlaufprozess erstreckt sich über rund ein Jahr. Im Laufe des nächsten Jahres wird die seriennahe Batteriezellproduktion im Kompetenzzentrum in den Regelbetrieb übergehen.

Zell-Fertigungskompetenz für die »Neue Klasse«

In Parsdorf wird an innovativen Produktionsprozessen und -anlagen gearbeitet, die auch in der Serienproduktion eingesetzt werden können. Die BMW Group produziert dort Batteriezell-Muster für die nächste Generation Batterietechnologie, die in der Neuen Klasse zum Einsatz kommen wird. Mit der »Neuen Klasse« vollzieht das Unternehmen im elektrischen Antrieb nach eigenen Angaben einen großen Technologie-Sprung.

Die Energiedichte der künftigen Generation an Lithium-Ionen Zellen soll deutlich erhöht und die Kosten beim Materialeinsatz und in der Produktion gleichzeitig gesenkt werden. Das CMCC soll dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Konsequenterweise wird der Betrieb in Parsdorf über regenerativ erzeugten Strom erfolgen, unter anderem erzeugt über Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach des Gebäudes. Die Stellplätze im Parkhaus sind mit Ladeinfrastruktur ausgerüstet.

Batterie-Wertschöpfungskette im Blick

Die BMW Group bezieht die Batteriezellen von führenden Zellherstellern. Die weitere Wertschöpfung erfolgt beim Automobilhersteller, also die Zellvorbereitung, Modul- und Hochvoltbatterieproduktion. Die Produktion von E-Antriebskomponenten verteilt sich im Produktionsnetzwerk der BMW Group auf zahlreiche Standorte. So werden Hochvoltbatterien, Batteriemodule und -komponenten in Deutschland in den Werken Dingolfing, Regensburg und Leipzig produziert. Weitere E-Antriebsumfänge sind im Werk Spartanburg in den USA und im Joint Venture BMW Brilliance Automotive in China angesiedelt.

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