Automobilzulieferer

In der Krise fehlt das Geld

20. Mai 2022, 8:14 Uhr | Geislingen (dpa)
Den Zulieferern fehlt aktuell die finanzielle Kraft für die Antriebswende.
© andreas160578 | pixabay

Vielen Autozulieferern fehlt es in der Krise an finanzieller Kraft für den Wandel, um die tiefgreifende Transformation vom Verbrenner hin zur E-Mobilität zu leisten. So der Branchenexperte Prof. Stefan Reindl, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft IfA.

Kleinere Zulieferunternehmen, die noch ausschließlich Komponenten für Verbrennungsmotoren produzierten, kämen jetzt vergleichsweise schnell in die Bredouille, sagte der Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft. Für sie sei die Elektromobilität schneller gekommen als gedacht. »Für die könnte es ruinös werden, wenn sich die Effekte aus Corona oder dem Ukraine-Krieg auflösen, weil es dann einen Nachholbedarf geben wird«, sagte Reindl. Was dann an Stückzahlen beim E-Auto hinzukomme, falle beim Verbrenner weg.

Langfristige Verträge bestimmen die Preise

Führende Zulieferer wie Bosch, Continental oder Mahle ächzen derzeit angesichts stark steigender Kosten, welche sie an ihre Kunden, die Hersteller, weitergeben wollen.

»Zuliefererverträge haben einen langfristigen Charakter und bestimmte Bindungen, dazu zählen auch die Preise«, sagte Reindl. Trotzdem seien die Hersteller daran interessiert, weiter mit den tragenden Säulen der Zulieferer zusammenzuarbeiten. »Wenn beispielsweise bei Mercedes der Zulieferer Bosch wegfiele, dann hätte der Automobilhersteller ein riesiges Problem«, sagte Reindl.

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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH