Schwerpunkte

Cloud-basierte Lösung warnt schnell

Skoda setzt auf Falschfahrerwarnung von Bosch

15. Februar 2021, 10:00 Uhr   |  Stefanie Eckardt

Skoda setzt auf Falschfahrerwarnung von Bosch
© Robert Bosch

Skoda setzt ab sofort die Cloud-basierte Falschfahrerwarnung von Robert Bosch ein.

Mit der Cloud-basierten Falschfahrerwarnung hat Bosch eine Lösung entwickelt, die den Falschfahrer und alle gefährdeten Verkehrsteilnehmer vor der drohenden Gefahr warnt – und zwar schneller als der Verkehrsfunk. Ab sofort setzt nun ŠKODA auf die Bosch-Falschfahrerwarnung.

Jeder kennt die Warnung »Achtung, Ihnen kommt ein Falschfahrer entgegen!«. Rund 2.000 Mal wird sie jedes Jahr allein in Deutschland über den Verkehrsfunk gesendet. Oft genug führen Geisterfahrten zu kritischen Situationen bis hin zu schweren Unfällen mit Todesfolge. Mit seiner Cloud-basierten Falschfahrerwarnung schafft Bosch Abhilfe und diese kommt nun bei Skoda zum Einsatz. Dank einer neuen Infotainment-App erhalten Autofahrer die lebensrettende Warnung damit direkt über das Display im Fahrzeug-Cockpit.

Skoda bietet seine Traffication-App mit der Bosch-Falschfahrerwarnung ab dem ersten Quartal 2021 in diversen Modellen wie dem Superb, Scala, Kamiq, Karoq und Kodiaq an. Weitere Fahrzeugmodelle sollen in diesem Jahr folgen.

Von Falschfahrern verursachte Unfälle passieren selten, aber wenn sie passieren, dann in der Regel mit schwerwiegenden Folgen. Die Warnung vor der unvorhersehbaren Gefahr über den Verkehrsfunk erfolgt jedoch meist zu spät, denn jede dritte Geisterfahrt endet bereits nach 500 Metern – und das schlimmstenfalls tödlich. Mit dem Cloud-basiertem Warnsystem des Zulieferers direkt in der Head Unit der Skoda-Fahrzeuge wollen beide Unternehmen die Unfallzahlen durch Falschfahrer nun weiter reduzieren. Nähert sich ein Fahrzeug einer Autobahnauffahrt oder -abfahrt, sendet das System automatisch die aktuelle GPS-Position anonymisiert an eine Cloud. Im Cloud-Backend von Bosch wird nun die aktuelle Bewegung des Fahrzeugs mit der erlaubten Fahrtrichtung verglichen. Bei unzulässigen Abweichungen wird der Fahrer mit einem Warnhinweis im Display auf seine Falschfahrt aufmerksam gemacht. Die Warnung erfolgt innerhalb von wenigen Sekunden und damit in den allermeisten Fällen noch bevor der Fahrer auf die Autobahn auffährt. Zudem planen beide Unternehmen, die Warnung zudem unverzüglich an alle entgegenkommenden vernetzten Verkehrsteilnehmer im Gefahrenbereich weiterzugeben.

Die Falschfahrerwarnung von Bosch gibt es bereits seit 2018 als Smartphone-App und wird inzwischen von 25 App-Partnern in Europa eingesetzt. Damit steht sie insgesamt 26 Millionen Nutzern zur Verfügung. Ein Software-Modul wird dafür in die Smartphone-Apps von Radiosendern, Streaming-, Navigations- und Nachrichtenanbietern integriert. Die anonymisierten GPS-Daten werden in diesem Fall via Smartphone an die Cloud gesendet und im Backend des Stuttgarter Zulieferers analysiert. Die Warnung erfolgt via Smartphone-Display sowie einem akustischen Hinweis. Rund 2,5 Millionen Nutzer in Europa nutzen die die Lösung pro Monat bereits aktiv. Zudem sollen noch in diesem Jahr mit den USA und Kanada erste Länder außerhalb Europas und damit weitere Nutzer hinzukommen. Aktuell wertet das Cloud-Backend von Bosch täglich über 4,5 Millionen Fahrten auf die Gefahr eines Falschfahrers hin aus.

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Robert Bosch GmbH