Schwerpunkte

Kommentar

Urban Mobility

05. Juli 2021, 09:30 Uhr   |  Irina Hübner

Urban Mobility
© Elektronik automotive

Irina Hübner ist Redakteurin bei der Elektronik automotive.

Die Zukunft der Mobilität wird vermutlich größtenteils in den Städten entschieden. Denn mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in urbanen Regionen, in Deutschland sind es etwa zwei Drittel der Bevölkerung.

Das DLR-Institut für Verkehrsforschung hat deshalb im Auftrag der Koelnmesse und der Stadt Köln eine breit angelegte Studie zur urbanen Mobilität durchgeführt. Zwei methodische Ansätze wurden für die Untersuchung namens »Die Stadt von morgen« miteinander kombiniert. Einerseits die Betrachtung vorhandener Untersuchungen und zweitens standardisierte Befragungen von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aus 15 Städten
weltweit.

Interessant finde ich, dass selbst in deutschen Großstädten aktuell 37 Prozent aller Wege mit dem Auto zurückgelegt werden, aber nur 21 Prozent mit Bussen und Bahnen. Mit abnehmender Bevölkerungsdichte nimmt die Bedeutung des Pkw noch weiter zu. So werden in Kleinstädten heute zwei Drittel aller Wege mit dem Auto zurückgelegt. Der öffentliche Personenverkehr spielt dort mit sieben Prozent eine untergeordnete Rolle. Das Privatauto beherrscht ganz klar die Gegenwart – mit sämtlichen (negativen) Auswirkungen wie hohem Platzbedarf beim Parken, Staus in der Rushhour, Abgasen und Lärm.

Vielversprechende Lösungsansätze gibt es jedoch bereits in großem Umfang: Technologien wie automatisiertes und autonomes Fahren oder neue Mobilitätsdienste wie Bike-, E-Scooter-, Car- oder Ridesharing könnten helfen, die innerstädtischen Verkehrsprobleme in den Griff zu bekommen. Durch digitalisierte Prozesse könnten sich zahlreiche Wege vermeiden lassen. Multimodalität, also die flexible Nutzung des je nach Situation bestgeeigneten Verkehrsmittels, könnte zum Credo der Stadt von morgen werden.

Mobilität verändert sich nicht über Nacht. Sogenannte Mobilitätsroutinen behindern häufig die Sicht auf Alternativen wie Sharing-Angebote und Mobilitäts-Apps.
Doch aufzuhalten ist der Wandel nicht. Weg vom Verbrenner, hin zum elektrischen, autonomen Fahrzeug. Weg vom eigenen Auto, hin zu geteilten, flexibleren Lösungen.

Ihre

Irina Hübner

Twitter: @Irina_Huebner

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

WEKA FACHMEDIEN GmbH