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Schläuche und Leitungssysteme

Continental setzt auf emissionsfreie und emissionsarme Mobilität

04. März 2021, 08:40 Uhr   |  Irina Hübner

Continental setzt auf emissionsfreie und emissionsarme Mobilität
© Continental

Ausgefeiltes Thermomanagement kann die Reichweite von Elektrofahrzeugen erhöhen.

Continental hat sich im Bereich der Leitungen und Schläuche strategisch neu aufgestellt und fokussiert sich künftig auf zwei Kernschwerpunkte: Zum einen auf die Elektromobilität und zum anderen auf die weitere Reduktion von Emissionen.

Insbesondere setzt Continental bei Leitungen und Schläuchen auf ein verbessertes Thermomanagement. Denn Batterien in Elektrofahrzeugen arbeiten am effizientesten bei Temperaturen zwischen 20 °C und 40 °C. Dieses Temperaturspektrum steigert die Batterielebensdauer. Deshalb müssen die Batterien abhängig von der Außentemperatur gekühlt oder beheizt werden.

So entstehen komplexe Kreisläufe, die die Anforderungen an die Einzelkomponenten und somit an die Verbindungen und Leitungen deutlich erhöhen. Schläuche und Leitungen kühlen beispielsweise Batterien oder die hochsensible Leistungselektronik von Elektro- und Hybridfahrzeugen. Damit lassen sich letztendlich die Reichweiten von batteriegetriebenen Fahrzeugen verlängern.

»Emissionsfreie und emissionsarme Mobilität ist ohne Schläuche und Leitungen nicht möglich. Und genau damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität. Die Bestätigung finden wir bereits jetzt in unseren Büchern: Wir verzeichneten allein im vergangenen Jahr Auftragseingänge im Wert von rund 275 Millionen Euro für Schlauchleitungen, die in Fahrzeugen mit Batterie- und Hybridantrieben deutscher, asiatischer und nordamerikanischer Hersteller zum Einsatz kommen«, sagt Philip Nelles, Leiter des Geschäftsbereichs Mobile Fluid Systems.

»Außerdem sparen wir mit einer optimalen Zusammenstellung verschiedener Materialien wichtiges Gewicht ein. Denn je weniger ein Fahrzeug wiegt, umso weniger Energie geht beim Beschleunigen und Bremsen verloren und desto weiter kann es fahren«, erläutert Nelles. Kleinere Leitungsquerschnitte, beispielsweise auf der Hochdruckseite und beim Batteriekühlstrang, tragen dazu bei, dass im Vergleich zu früheren Systemen weniger Kühlmittel eingesetzt werden muss. Eine geeignete Mischung aus Kautschuk-, Polyamid- und Aluminiummaterialien und einer effizienten Leitungsgeometrie kann eine ausreichende Eigenstabilität des Systems sicherstellen. Dafür werden spezielle Leitungen und Verbindungselemente aus Hochleistungskunststoffen entwickelt.

Die Abgas- und Emissionsnormen einhalten

Durch Kunststoffbauteile lässt sich das Fahrzeuggewicht reduzieren, was zu weniger Kraftstoffverbrauch sowie zu geringeren CO2-Emissionen führt. Zugleich sind bei Plug-in-Hybridantrieben die verfügbaren Bauräume für Verbrennungsmotoren samt deren Nebenaggregate unter der Motorhaube geringer. Dadurch nehmen die Anforderungen an Verbinder und Leitungen zu, denn in den leichteren und hochaufgeladenen Antrieben steigen die Druck- und Wärmebelastungen.

So müssen Komponenten der Nebenaggregate in neu entwickelten Verbrennern bei dauerhaftem Gebrauch Temperaturen von 160 °C über 3000 Stunden sowie Temperaturspitzen bis 210 °C standhalten. Hochleistungskunststoffe wie wärmestabilisiertes Polyamid können diesen Anforderungen gerecht werden. Sehr dünnwandige formbare Edelstahlrohre bei Anwendungen um den Turbolader stellen häufig den besten Kompromiss aus Haltbarkeit und Gewichtsreduzierung dar.

»Um den schnell wachsenden Markt der Elektromobilität optimal bedienen zu können, haben wir uns intern strategisch neu aufgestellt, unser Know-how gebündelt und stärken gleichzeitig die Zusammenarbeit mit externen Partnern«, meint Nelles. Das im vergangenen Jahr mit dem Unternehmen aft automotive geschlossene Joint Venture JoinPlas fokussiert sich beispielsweise auf die Produktion von Kupplungen mit neuem Design mit gezielt für die Anwendung angepassten Kunststoffen. Die Produktion dafür soll bereits Ende 2021 in Deutschland anlaufen.

Mit dem Anfang Dezember 2020 verkündeten Programm »Carbon Neutral for Emission Free Vehicles« verbindet Continental die beiden Themen emissionsfreie Mobilität und Klimaneutralität – und schafft auf diese Weise einen neuen, ambitionierten Industriemaßstab. Im Rahmen dieses Programms wird mit Jahresbeginn 2022 sämtliches Geschäft, das Continental mit Produkten für emissionsfreie Autos, Busse oder Straßenbahnen – den »Zero Tailpipe Emission Vehicles« (ZTEV) – erzielt, auf klimaneutraler Basis produziert.

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