Aus Sicht eines Software-Herstellers

Diese 5 Trends prägen die Bordnetzbranche

26. Januar 2021, 10:44 Uhr | Irina Hübner
Die Bordnetz-Branche steht 2021 vor Herausforderungen.
In welche Richtung bewegt sich die Bordnetzbranche? DiIT hat einige Trends formuliert.
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Die Branche der Bordnetzproduzenten steht vor Herausforderungen – und das liegt nicht nur an Corona. Das auf integrierte Softwaresysteme in der Kabelsatzproduktion spezialisierte Unternehmen DiIT zeigt aus Sicht eines Software-Herstellers fünf Trends, die Bordnetzhersteller 2021 beschäftigen.

1. Rasantes Wachstum bei Elektroautos erhöht Druck zur Automatisierung

Im Jahr 2020 wurden in Deutschland rund 250.000 Elektroautos verkauft. Setzt sich dieses rasante Wachstum fort, wird das Ziel, 2030 einen Elektroanteil von 30 bis 40 Prozent am Gesamtmarkt zu erreichen, wider Erwarten plötzlich realistisch. Für die Bordnetzhersteller bedeutet das: Die Produktion von Hochspannungskabeln wird schneller als gedacht ein Niveau annehmen, das sich ohne weitere Automatisierung sowie ohne den Einsatz von Spezialmaschinen nicht profitabel erreichen lässt. Auch die Anforderungen der OEMs hinsichtlich Qualitätssicherung, Dokumentation und Rückverfolgbarkeit sind nur durch einen höheren Automatisierungsgrad zu erreichen.

2. Corona zwingt die Branche zu Reiserestriktionen und Kontaktbeschränkungen

Bordnetzhersteller haben vergleichsweise viele Produktionswerke, die über die ganze Welt verteilt sind. In der Vergangenheit gab es deshalb eine äußerst intensive Reisetätigkeit von Mitarbeitern aus den Zentralen in diese Werke. Die Pandemie zwingt die Bordnetzhersteller nun, diese Reisen auf ein Minimum einzuschränken und die Vor-Ort-Aktivitäten massiv zu reduzieren. Dazu müssen Systeme etabliert werden, die etwa Produktionsdaten online zur Verfügung stellen oder es ermöglichen, Qualitätsprüfungen online durchzuführen.

3. Zunehmend komplexe Anlagen erfordern Remote-Monitoring und -Parametrierung

Bei der Herstellung von Spezialkabeln kommen immer komplexere Anlagen zum Einsatz. Diese so genannten Transferlinien bestehen aus bis zu 50 Stationen. Die erste Einrichtung erfolgt dabei meist durch den Hersteller, da sie entsprechendes Know-how und umfangreiche Erfahrungen erfordert. Um langfristig einen hohen Durchsatz zu gewährleisten und die Einhaltung der hohen Qualitätsanforderungen sicherzustellen, müssen solche Anlagen aber dauerhaft überwacht und eventuell nachjustiert werden. Deshalb sollten Möglichkeiten zum Remote-Monitoring und zur Remote-Parametrierung geschaffen werden, die entweder von den Herstellern selbst oder von internen Experten genutzt werden können.

4. Neue Werke müssen von Beginn an auf Best-Practice-Prozesse und -Parameter setzen

Um die steigenden Qualitätsanforderungen der OEMs zu erfüllen, müssen Bordnetzhersteller neu in Betrieb genommene Werke von Anfang an mit Systemen ausstatten, die sicherstellen, dass Best-Practice-Prozesse und Best-Practice-Parameter verwendet werden. Manufacturing-Execution-Systeme für die Bordnetzbranche, die das unterstützen oder sogar erzwingen, können dabei helfen. Dazu müssen sie entsprechend flexible parametrierbare Mechanismen zur Verfügung stellen. Dann kann ein Bordnetzproduzent beispielsweise festlegen, welche Parameter verwendet werden müssen, wenn für OEM X ein Stecker Y auf ein Kabel Z gecrimpt wird.

5. Schwankende Auslastungen machen Software zur Miete attraktiv

Im Frühjahr 2020 mussten Bordnetzhersteller komplette Werke stilllegen, als die OEMs ihre Produktion coronabedingt einschränkten. In derartigen Situationen wäre die Miete von Software betriebswirtschaftlich die bessere Variante als der Kauf. Denn dadurch ist es möglich, kurzfristig auf eine niedrigere Auslastung zu reagieren. Software-Anbieter für die Branche werden künftig verstärkt diese Möglichkeit anbieten. Bordnetzhersteller bezahlen dann eine monatliche Mietgebühr, die sich nach der Anzahl der Maschinen oder der Arbeitsplätze richtet und auch die Wartungskosten beinhaltet.


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