Schwerpunkte

ASA Motion Link v1.0

Automotive-SerDes-Standard mit integrierter Sicherheit

14. Oktober 2020, 10:54 Uhr   |  Ingo Kuss

Automotive-SerDes-Standard mit integrierter Sicherheit
© ASA

Die Automotive SerDes Alliance (ASA) hat die Fertigstellung ihres Automotive-SerDes-Standards ASA Motion Link v1.0 bekannt gegeben. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Sicherheit der asymmetrischen Hochgeschwindigkeits-Multi-Gigabit-Datenübertragungen gelegt.

In den letzten Jahren hat die wachsende Zahl von Remote-Kameras und Displays in Automobilen zu einer explosionsartigen Nachfrage nach der automobilen SerDes-Kommunikation geführt. Bei den heute verfügbaren proprietären Lösungen fehlen laut ASA die für moderne Anwendungsfälle im Automobilbereich erforderlichen Sicherheitsprotokolle. Die Allianz hat der Sicherheit von Anfang an Priorität eingeräumt und eine zweiteilige Sicherheitslösung definiert, welche die Datenübertragung schützt und zudem einen maßgeschneiderten Schlüsselverwaltungsmechanismus bietet. Damit funktioniert der Schutzmechanismus auch bei kleineren Systemen ohne Mikrocontroller.

Über die Sicherheit hinaus bietet der ASA Motion Link v1.0 noch deutlich mehr. Zu seinen wesentlichen Merkmalen gehören:

  • Abwärtskompatible Lösungen für Benutzerdatenraten zwischen 1,7 Gbps und 13 Gbps
  • Unterstützung von Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, Daisy-Chaining und Baumtopologien mit bis zu 16 Knoten in einem ASA-SerDes-Zweig
  • Eine präzise Zeitbasis: synchronisierte logische Uhr im gesamten SerDes-Zweig für Ereigniszeitstempel und Ereigniserzeugung
  • Effiziente und kollisionsfreie Bandbreitenreservierung für Gbit/s-Videoströme und Mbit/s-Kontrollströme mit Multi-Cast-Unterstützung für bis zu vier Senken
  • Automatischer Start mit Programmierung von einem zentralen intelligenten Steuergerät
  • Koaxial- und STP-Verkabelung mit kleinem Durchmesser für bis zu 15 m und 10 m mit Mehrfachanschlüssen
  • Kompatibilität mit hochstromfähigen, effizienten Power-over-Cable (PoC)-Lösungen

Eine Vielzahl von Schnittstellen und Protokollen für Kameras und Videodaten sowie zur Verkehrssteuerung wird derzeit in der Automobilindustrie eingesetzt – von OEM zu OEM unterschiedlich. Die ASA hat einen Ansatz definiert, der es erlaubt, beliebige Protokolle in Verbindung mit dem standardisierten ASA-Protokoll zu verwenden, da Sender und Empfänger voneinander unabhängig sind. Mit dem ASA Motion Link v1.0 können deshalb beide Enden der Kommunikation völlig unterschiedliche Protokolle und Schnittstellen verwenden und lassen sich so leicht in die Architektur des OEMs integrieren. Dieser Ansatz kann zu weniger Kabeln und einem weniger komplexen Verkabelungsstrang führen.

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