Neues zur Mensch-Roboter-Kollaboration

Weltweit erster pneumatischer Cobot

12. Mai 2022, 12:13 Uhr | Andreas Knoll
Als erster pneumatischer Roboter am Markt ist der Festo Cobot leicht zu bedienen, kommt ohne Schutzzaun aus und soll preislich attraktiv sein.
Als erster pneumatischer Roboter am Markt ist der Festo Cobot leicht zu bedienen, kommt ohne Schutzzaun aus und soll preislich attraktiv sein.
© Festo SE & Co. KG

Festo hat den nach eigenen Angaben weltweit ersten pneumatischen Cobot vorgestellt. Seine Pneumatik-Elemente machen den „Festo Cobot“ besonders feinfühlig in der Zusammenarbeit mit seinen menschlichen Kollegen.

Kaum ein industrielles Marktsegment wird in den nächsten Jahren so rasant wachsen wie die Mensch-Roboter-Kollaboration. Cobots entlasten Menschen bei besonders kräftezehrenden oder monotonen Aufgaben: Die Mitarbeiter bekommen neue Freiräume, ihre Arbeit wird einfacher und gesünder. Dabei gelingt die Mensch-Roboter-Kollaboration laut Festo mit keiner anderen Technologie so feinfühlig wie mit der nachgiebigen Pneumatik.

Vorteile dank Pneumatik

Viele seiner Vorteile wie etwa seine Sensitivität, sein Gewicht oder auch sein Preis-Leistungs-Verhältnis verdankt der „Festo Cobot“ den Vorteilen der Pneumatik: Die Direktantriebe in seinen Gelenken sind kostengünstig und besonders leicht, weil im Gegensatz zu elektrischen Lösungen keine Getriebe und Kraft-Momenten-Sensoren nötig sind. Generell sieht Festo als Unternehmen, das mit Pneumatik groß geworden ist und sich nach und nach in die Elektronik hineingefuchst hat, seinen Cobot als Resultat seiner außergewöhnlichen Expertise in Sachen Controlled Pneumatics.

Wirtschaftliche Option – auch für kleine und mittlere Unternehmen

Mit seinem Cobot will Festo den Einsatz von Cobots auch für kleine und mittlere Firmen, die oft von manuellen Arbeitsprozessen geprägt sind, wirtschaftlich machen. Erreichen will das Unternehmen dies durch flexible Einsatzmöglichkeiten: Auch kleine Losgrößen bzw. Arbeitsschritte lassen sich nun automatisiert bearbeiten. Weil sich der Cobot intuitiv und einfach in Betrieb nehmen und programmieren lässt, ist die Einarbeitungszeit kurz und effizient – es sind keine aufwendigen Schulungsmaßnahmen notwendig.

Festo will seinen pneumatischen Cobot preisgünstiger anbieten als elektrische Cobots dieser Klasse. Der Roboter soll ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis in seinem vornehmlichen Einsatzgebiet des Kleinteilehandlings bei Nutzlasten bis zu 3 kg haben. »Zum Verkaufsstart 2023 wird der Festo Cobot mit seiner einfachen Bedienbarkeit neue Maßstäbe in der Mensch-Roboter-Kollaboration setzen«, betont Dr. Frank Melzer, Vorstand Product and Technology Management bei Festo.

Einfach zu bedienen und flexibel einsetzbar

Seine integrierte Pneumatik macht den Festo Cobot feinfühlig in der Zusammenarbeit mit menschlichen Mitarbeitern.
Seine integrierte Pneumatik macht den Festo Cobot feinfühlig in der Zusammenarbeit mit menschlichen Mitarbeitern.
© Festo SE & Co. KG

Der Festo Cobot besteht aus der Roboter-Hardware selbst, einem Handmodul und der „Robotic Suite“, einer Software für die intuitive Inbetriebnahme und Programmierung. Dieses Paket soll Anwender in die Lage versetzen, den Cobot in weniger als einer Stunde in Betrieb zu nehmen und zu programmieren. Vorkenntnisse zum Thema Robotik sind nicht notwendig, denn die selbsterklärende Software „Robotic Suite“ enthält übersichtlich visualisierte und standardisierte Funktionsbausteine. Pneumatische Antriebe ermöglichen das manuelle und widerstandsfreie Führen des Roboterarms mit der Hand, um Wegpunkte und Bahnen schnell und präzise einzulernen.

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen sind Cobots erst dann attraktiv, wenn sie pragmatisch und schnell eine neue Aufgabe übernehmen können und nicht nur für einen dauerhaften Einsatzzweck vorgesehen sind. Dieser Anforderung soll der Festo Cobot gerecht werden: Er benötigt keinen zusätzlichen Schaltschrank. Mit seiner integrierten Steuerung im eigenen Fußteil ist er besonders flexibel. Einfache Steckverbindungen ermöglichen auch Ad-hoc-Einsätze ohne lange Umrüstzeiten. Mit gängigen Busstandards gelingt die schnelle Anbindung an übergeordnete Steuerungen. Dank Leichtbau-Methoden wiegt der Festo Cobot nur 17 kg, so dass er sich schnell und flexibel an unterschiedlichen Stellen einsetzen lässt.

Sicheres und schnelleres Arbeiten

Wie ein menschlicher Arm hat der Festo Cobot mit 670 mm eine passende Reichweite, um im Teamwork mit Mitarbeitern als helfende dritte Hand wahrgenommen zu werden. Er bewegt sich wie echte Kollegen in einem überschaubaren Radius. Dank der Nachgiebigkeit der pneumatischen Antriebe agiert der Cobot feinfühlig – mit situativ angemessener Geschwindigkeit, in flüssigen, harmonischen Bewegungen. Bei Berührung ist er Festo zufolge so weich wie ein menschlicher Kontakt.

Die pneumatischen Direktantriebe des Cobots und sein geringes Gewicht senken seine Kontaktenergie. »Durch exakte Druckregler in den Gelenken erkennt der Roboter, wenn er berührt wird, und reagiert mit entsprechenden Safety-Funktionen«, erläutert Christian Tarragona, Leiter Robotics bei Festo. »Mitarbeiter können daher völlig gefahrlos mit ihren technischen Kollegen kooperieren.«


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