Schwerpunkte

ArtiMinds Robotics

Roboterprogrammierung neu gedacht

01. März 2021, 13:03 Uhr   |  Andreas Knoll

Roboterprogrammierung neu gedacht
© Bild: ArtiMinds Robotics und Gorodenkoff/stock.adobe.com

Bild 1: Mit der Robot Programming Suite (RPS) lassen sich Roboter aller namhaften Hersteller programmieren sowie kompatible Peripherie-Hardware wie elektrische oder pneumatische Greifer und taktile oder optische Sensoren nutzen.

Komplexe Roboteranwendungen durchlaufen meist drei Phasen: Planung, Programmierung und Instandhaltung. Eine Programmierlösung, die sich für alle drei Phasen eignet, bringt große Vorteile – besonders dann, wenn Anwender flexibel zwischen Online- und Offline-Programmierung hin und her schalten können.

Unter Offline-Programmierung versteht man das Programmieren eines Roboters in der Simulationsumgebung, während bei der Online-Programmierung direkt am realen Roboter programmiert bzw. getestet werden kann. Typischerweise verlaufen Roboter-Automatisierungsprojekte in drei Schritten, die spezielle Online- oder Offline-Arbeiten umfassen: Planung, Programmierung und Optimierungen während der Instandhaltung. Jede Phase erfordert spezielle Tools, individuelles Know-how und eine gute Abstimmung, weil oft verschiedene Personen dafür zuständig sind. Nicht selten kommt es an den Schnittstellen zwischen den einzelnen Phasen zu Problemen.

Zu Beginn gibt es naturgemäß noch keinen „realen“ Roboter, auf dem programmiert und getestet werden kann. Der Planer ist daher auf Simulationswerkzeuge angewiesen, um die geometrische Auslegung der Roboterzelle, die Werkzeuge und die Programmabläufe offline festzulegen und zu überprüfen. Hierzu führt er Erreichbarkeitsanalysen und Kollisionsüberprüfungen durch, optimiert die Reihenfolge der Roboteraktionen, bestimmt möglichst effiziente Bewegungsbahnen und legt Sicherheitsbereiche fest.

In der nächsten Phase hat der Programmierer die schwierige Aufgabe, das Ergebnis der Planung, das oft nur abstrakt in Form von CAD-Daten, Bildern und Ablaufbeschreibungen vorliegt, in ein komplexes Roboterprogramm umzusetzen und in der Planung fehlende oder fehlerhafte Annahmen zu korrigieren. Um den geplanten Prozess in die Realität umzusetzen, Roboterbewegungen flexibel zu berechnen, mit der SPS zu kommunizieren, Werkzeuge und Bildverarbeitungssysteme anzusteuern oder komplexe Sensoren wie Kraft-Momenten-Sensoren einzubinden, muss er herstellerspezifischen Roboter-Code schreiben. Sind Roboter unterschiedlicher Hersteller im Einsatz, führt dies unweigerlich zu größerem Aufwand.

Sobald die Anwendung in der Produktion läuft, wird vom Instandhaltungs-Team erwartet, dass es nicht nur eines, sondern mehrere komplexe Roboterprogramme für unterschiedliche Roboterhersteller schnell (online) korrigieren und verbessern kann sowie Änderungen aufgrund des Schichtbetriebs nachvollziehbar dokumentiert. Hierfür muss der Programmierer das komplexe Roboterprogramm in Form von Dokumentation, Kommentaren und Eingabemasken bestmöglich vorbereiten, damit das in Roboter-Code formulierte Prozesswissen möglichst nicht verloren geht.

Seite 1 von 3

1. Roboterprogrammierung neu gedacht
2. Ein neuer Ansatz
3. Schnell verschiedene Lösungen testen

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Verwandte Artikel

WEKA FACHMEDIEN GmbH