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Digitalisierung

Personio ist drittes TUM-»Einhorn«

20. Januar 2021, 09:00 Uhr   |  Tobias Schlichtmeier

Personio ist drittes TUM-»Einhorn«
© Personio

Hanno Renner ist CEO bei Personio.

Bereits zum dritten Mal wurde eine Ausgründung der TUM mit mindestens einer Mrd. US-Dollar vor dem Börsengang bewertet. Nach Celonis und Lilium gehört nun ebenso Personio zu diesen sogenannten »Einhörnern«. Der Erfolg des Start-ups beruht auf einer Software.

Als »Einhörner« werden Start-ups bezeichnet, die ohne Börsengang den Wert von einer Mrd. US-Dollar überschreiten, in Anspielung auf die Seltenheit der Fabelwesen. In Deutschland wurden davon lediglich rund ein Dutzend gesichtet – allein an der Technischen Universität München (TUM) jedoch bereits drei: 2018 erreichte Celonis diese Marke. Mit deren Process-Mining-Software können Unternehmen ihre digitalen Geschäftsprozesse analysieren. 2020 durchbrach Lilium, das ein elektrisches Flugtaxi entwickelt, diese Schallmauer. Beide Unternehmen wurden mit TUM-Unterstützung von Absolventen gegründet.

Personio bietet eine Software an, mit der kleine und mittelständische Unternehmen ihre Personalprozesse digitalisieren können. Eine neue Finanzierungsrunde brachte 125 Mio. Dollar und eine Unternehmensbewertung von 1,7 Mrd. US-Dollar ein und macht das Start-up somit zum dritten TUM-»Einhorn«.

Digitalisierung für den Mittelstand

Die Gründer von Personio, Hanno Renner, Ignaz Forstmeier, Roman Schumacher und Arseniy Vershinin stellten während ihres Studiums fest, dass viele kleine und mittelständische Unternehmen die Personalverwaltung immer noch in Akten oder langen Tabellen erledigen. Gängige Personalmanagement-Programme schienen ganz auf Großunternehmen zugeschnitten zu sein.

Zusammengekommen war das Team aus BWL- und Informatik-Studierenden am Center for Digital Technology and Management (CDTM), einer gemeinsamen Einrichtung von TUM und der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). Bei der interdisziplinären Zusammenarbeit entwickelten Renner, Forstmeier, Schumacher und Vershinin den Prototypen einer Software, die sowohl das Recruiting als auch die Personalverwaltung schneller, übersichtlicher und effizienter macht. Von der Stellenausschreibung über Urlaubsanträge bis hin zur Gehaltsabrechnung können Mittelständler die verschiedenen Prozesse in einem System digitalisieren.

Niederlassungen in Madrid, London und Dublin

2015 gegründet, beschäftigt Personio derzeit rund 500 Mitarbeiter:innen in München, Madrid, London und Dublin und hat bislang mehr als 3.000 Kunden in Europa gewonnen. 2020 konnte das Unternehmen seinen Umsatz gar verdoppeln. »Das vergangene Jahr hat die Digitalisierung rasant beschleunigt, gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen«, sagt der heutige CEO Hanno Renner. 2020 habe außerdem gezeigt, welche entscheidende Rolle HR-Teams spielen – gerade deshalb, weil viele künftig vermehrt von zu Hause aus arbeiten.

Insgesamt hat Personio bereits 250 Mio. Dollar Kapital eingesammelt. Mit dem Geld aus der jüngsten Finanzierungsrunde will das Start-up die Software weiterentwickeln und in neue Märkte wie Frankreich und Italien expandieren. Noch in diesem Jahr will das Start-up sowohl die Zahl der Mitarbeiter:innen als auch der Kunden verdoppeln.

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