NRW eröffnet »Innovation Lab«

Polizei testet Roboterhunde

19. Januar 2022, 15:23 Uhr | uh mit dpa-Material
Digitalisierung IIoT Polizei Cloud Industrie 4.0 Roboter
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Roboter für die Erkundung von Gefahrenstellen, Apps für die Aufnahme von Anzeigen, riesige Datenspeicher etwa für die Auswertung von Missbrauchs-Datenbanken: Die NRW-Polizei erforscht in einem neu geschaffenen Labor technische Hilfsmittel und Arbeitsmethoden der Zukunft.

Der Nordrhein-Westfälische Innenminister Herbert Reul eröffnete heute das rund 4,3 Millionen Euro teure »Innovation Lab« der Polizei in Duisburg. In dem bundesweit einmaligen Labor erforscht die nordrhein-westfälische Polizei ihre Zukunft. Es gehe darum, mit digitaler Technik «vor die Lage zu kommen», sagte der Minister.

Das hätte der Polizei beispielsweise bei der Flutkatastrophe im vergangenen Sommer geholfen, als mit dem Strom in der betroffenen Region teilweise auch die Mobilfunknetze ausgefallen waren und die Polizei lokal kurzzeitig »blind und taub« gewesen sei. Erforscht würde nun ein weniger als ein Meter hoher und breiter Kommunikationsquader, der auf engstem Raum und mit Akku-Betrieb alle Datennetze der Polizei enthalte.

In dem mehr als 500 Quadratmeter großen Labor am Duisburger Hafen entwirft und testet die Polizei viele weitere neue Technologien, sogar Prototypen sollen in Duisburg zur Serienreife gebracht werden. Unter anderem erproben die über 100 Polizei-Ingenieure und -Entwickler, -Physiker und -Elektriker einen hundeähnlichen Laufroboter »Spot« von Boston Dynamics. Der Innenminister betonte bei der Eröffnung, dass es keine akuten Einsatzfälle gäbe, aber »wir testen hier, in welchen Bereichen der Roboter uns in der Zukunft nutzen könnte.«

Digitale Einsatzzentralen

Weitere aktuelle Forschungsprojekte sind unter anderem 360-Grad-Kameras, intelligente Videosysteme basierend auf UCC Video-Walls mit 140 Bildschirmen, Barrierefreiheit und der Polizei-Arbeitsplatz der Zukunft. Der sogenannte HiPoS-Cube (Hybride integrative Plattform Polizeilicher Sondernetze) ist ein rechteckiger Quader, der auf kleinstem Raum eine komplette IT-Infrastruktur beinhaltet und autark sowie mobil einsatzbereit ist.

Desweiteren werden in einer speziellen Apple Area gemeinsam Apps entwickelt und an die polizeilichen Bedürfnisse angepasst. Mit einem von der Universität Duisburg-Essen ausgegründeten Startup werden im Innovation Lab neueste Cloud-Technologien erprobt. »Künftig sitzen hier die kreativen Köpfe der Polizei – zum Beispiel auch ein Robotik-Experte«, sagte Reul.

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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH