Pleiten im Dezember stark gestiegen

Firmenpleiten auf 20-Jahres-Hoch

12. Januar 2026, 12:00 Uhr | dpa
© Adobe Stock / Birgit Reitz-Hofmann

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg zum Jahresende stark an. Im Dezember lagen die Regelinsolvenzen 15,2 Prozent über Vorjahr. 2025 ist damit ein Negativrekord: die Firmenpleiten haben den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht.

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Zum Jahreswechsel hat die Pleitewelle bei deutschen Unternehmen nicht nachgelassen, ganz im Gegenteil. Die Zahl der bei den Amtsgerichten beantragten Regelinsolvenzen lag im Dezember 15,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Angaben berichtet. Im November hatte die Steigerung im Vergleich dazu nur 5,7 Prozent betragen.

Die Statistik bildet Insolvenzen allerdings zeitverzögert ab, da Verfahren erst nach der ersten Gerichtsentscheidung erfasst werden. Der eigentliche Antrag liegt häufig rund drei Monate früher. Angaben zum Gesamtjahr veröffentlichte das Statistische Bundesamt bislang nicht.

Für den Oktober 2025 wurden 2.108 Unternehmensinsolvenzen gezählt und damit 4,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich auf 2,6 Milliarden Euro nach 3,8 Milliarden Euro im Oktober 2024. Besonders häufig waren Unternehmen aus den Bereichen Verkehr, Gastgewerbe und Bau betroffen.

Nach Auswertungen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) erreichte die Zahl der Firmenpleiten 2025 mit 17.604 Fällen den höchsten Stand seit 20 Jahren. Selbst während der Finanzkrise 2009 lag die Zahl rund 5 Prozent niedriger. Als Gründe wurden Nachholeffekte aus der Corona-Zeit, die Zinspolitik und die schwierige wirtschaftliche Entwicklung genannt.


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