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So lohnt sich das IIoT

Erst Ortsbewusstsein bringt monetarisierbares Wissen

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Dr. Thomas Förste, nanotron: »Mit unserem neuen System „360° Edge Analytics“ können die Anwender ihre Applikationen viel einfacher aufbauen als bisher, die Time to Market beschleunigt sich und sie können neue Geschäftsmodelle rasch umsetzen und Geld damit verdienen.«
© Nanotron

Von den Sensoren über die Lokalisation bis zur Entscheidungsebene: Nanotron zeigt, wie sich Ortsbewusstsein in sinnvolle Geschäftsmodelle verwandelt.

»Allgemeingültige Ereignistypen zu entwickeln, auf deren Basis die Anwender dann ihre jeweiligen maßgenschneiderten Systeme laufen lassen können, das ist eines unserer wesentlichen Alleinstellungsmerkmale«, sagt Dr. Thomas Förste, VP Marketing von nanotron. Wie das genau funktioniert, darüber können sich die Besucher der embedded world 2019 ein Bild verschaffen: Am Stand demonstriert nanotron (Halle 4, Stand 371) das neue 360°-Edge-Analytics-System. Es wertet die über Funk gesendeten Daten der Sensoren aus, um Ortsbewusstsein (Location-Awareness) zu schaffen. Auf dieser Plattform bauen die Anwender dann schnell und einfach ihre jeweiligen IIoT-Systeme auf.

Auf Basis sehr energieeffizient arbeitender drahtloser Sensornetzwerke sollen Lokalisationsdaten gewonnen werden, die sich mit weiteren Daten kombinieren lassen, um die Effizienz der eigenen Fertigung zu steigern, in Bergwerken Kollisionen zu verhindern, toxische Gase festzustellen und Explosionen zu vermeiden. Also die Produktivität steigern und die Kosten senken – das hört sich sehr vielversprechend an. Solche Sensornetzwerke eignen sich für den Einsatz in den unterschiedlichsten Branchen. »Dennoch haben sie sich bisher auf dem Markt nicht richtig durchsetzen können«, weiß Förste.

Dazu ein kurzer Blick in die Vergangenheit: nanotron hat ursprünglich das Chirp-Funksystem entwickelt. Damit ausgestattet, können Sensorknoten mit Chirp-Funk beispielsweise Abstandswerte und Positionswerte an die Applikation des Kunden weitergeben. Von dort bis zu einem vom Anwender betriebenen Steuersystem, das konkrete Maßnahmen ergreifen kann, ist es aber noch ein weiter Weg. Ein Weg, den der Kunde aber gehen musste, um aus den Orts- und Bewegungsdaten konkrete Handlungsanweisungen für sein System heraus zu destillieren.

»Wegen der Lücken in der Wertschöpfungskette mussten die Kunden eigene Expertise aufbauen. Das schreckte ab, zumindest dauerte es lange, bis ein System anwendungsreif war«, so Förste. »Doch mit unserem neuen System „360° Edge Analytics“ schließen wir die Lücken, wir entlasten die Kunden. Sie können ihre Applikationen viel einfacher aufbauen als bisher, die Time to Market beschleunigt sich, sie können neue Geschäftsmodelle rasch umsetzen und Geld damit verdienen.«

Was steckt dahinter? Als nanotron begann, Systeme für bestimmte Branchen zu entwickeln, stellte sich heraus, dass sich immer wieder ähnliche Grundkonstellationen ergaben. Thomas Förste spricht von Ereignistypen. Ein Beispiel dafür sind Area-Events: Eine Person oder ein Asset werden einem gewissen räumlichen Bereich zugeordnet. Die Fragen, mit denen sich die Anwender beschäftigen müssen, sind immer die gleichen: Verlässt die Person den Bereich? Wie viele Personen befinden sich wo? Taucht eine neue Person auf? Ein weiteres Beispiel sind Proximity-Events: Ein solches Event tritt ein, wenn sich zwei Objekte räumlich nahe kommen. Hierauf können beispielsweise Antikollisionssysteme aufgebaut werden.

Beide Ereignistypen lassen weitgehend vordefinieren, die Anwender können sie übernehmen und müssen nur noch ihre eigenen Randwerte einbringen, um eine auf ihre Anforderung hin maßgeschneiderte Applikation entwerfen zu können. Damit große Unternehmen die Systeme im großen Stil für ihre Belange ausrollen können, arbeitet nanotron mit Partnern wie ClearBlade zusammen, die Middleware und Connectivity liefern, um den Anwendern eine hohe Zuverlässigkeit zu bieten, für On-Premise- und Cloud-Anbindung zu sorgen, um dann Services wie Fernwartung sicher durchführen zu können. ClearBlade wird auf der embedded world in Nürnberg am Stand von nanotron die Plattform demonstrieren. Sie bildet die Standard-Basis für die Location-Data-Analytics von Nanotron, auf deren Grundlage die Anwender große eigene Projekte an beliebigen Standorten weltweit aufbauen und ausrollen können. Beispielsweise um Patienten durch die verschiedenen Stationen eines Krankenhauses sehr präzise zu verfolgen.

Was für die potenziellen Anwender ebenfalls sehr interessant ist: Sie können mit relativ einfachen Funktionen starten, beispielsweise mit der Nachverfolgung in Echtzeit und der Kollisionswarnung. Sobald die Anforderungen wachsen, lassen sich weitere anspruchsvolle Lokalisierungsfunktionen nach und nach implementieren.

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