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ABB Motion

Mit effizienteren Antrieben gegen den Klimawandel

Mit der CO2-Steuer sollen die CO2-Emissionen im Verkehrssektor gesenkt werden.
© Olivier le Moal | Shutterstock.com

Ein signifikanter Hebel, um dem Klimawandel entgegenzuwirken, ist laut ABB der Einsatz effizienter Antriebe in Industrie und Gebäuden. Allein dadurch ließen sich 40 Prozent an den Treibhausgasen einsparen, die nötig wären, um die im Pariser Abkommen festgelegten Klimaziele für 2040 zu erreichen.

Auch wenn die meisten von uns sie fast nie zu Gesicht bekommen, finden sich Elektromotoren in fast überall. Sie treiben eine breite Palette von Anwendungen an, die für unser tägliches Leben von grundlegender Bedeutung sind. Sie reichen von industriellen Pumpen, Lüftern und Förderanlagen für die Fertigung über Antriebssysteme für den Transport bis hin zu Kompressoren für Elektrogeräte und Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen in Gebäuden.

Leider ist eine beträchtliche Anzahl von industriellen Systemen mit Elektromotoren – etwa 300 Millionen weltweit – ineffizient oder benötigt viel mehr Strom als nötig. Die Folge ist eine enorme Energieverschwendung. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) entfallen auf die Industrie 37 Prozent des weltweiten Energiebedarfs und 24 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Gebäude sind für etwa 30 Prozent des Energiebedarfs und 28 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich.  Nach unabhängigen Untersuchungen könnte der Austausch dieser Anlagen durch optimierte, hocheffiziente Systeme den weltweiten Strombedarf um bis zu zehn Prozent senken. Dies wiederum entspräche mehr als 40 Prozent der Einsparungen an Treibhausgasemissionen, die nötig wären, um die im Pariser Abkommen festgelegten Klimaziele für 2040 zu erreichen.

In dem neuen Whitepaper Achieving the Paris Agreement: The Vital Role of High-Efficiency Motors and Drives in Reducing Energy Consumption möchte ABB verdeutlichen, wie stark sich die Energieeffizienz durch den Einsatz von hocheffizienten Motoren und drehzahlvariablen Antriebe in Industrie und Infrastruktur verbessern lässt. Zudem ruft das Unternehmen die Regierungen und die Industrie auf, die Einführung dieser Technologie zu beschleunigen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.

ABB, Morten Wierod
»Energieeffizienz in der Industrie birgt mehr als jeder andere Aspekt die größte Chance, den Klimanotstand zu bekämpfen. Im Grunde ist sie die unsichtbare Klimalösung«, meint Morten Wierod, Präsident ABB Motion.
© ABB

Elektromobilität zu fördern reicht allein nicht

»Energieeffizienz in der Industrie birgt mehr als jeder andere Aspekt die größte Chance, den Klimanotstand zu bekämpfen. Im Grunde ist sie die unsichtbare Klimalösung«, erklärte Morten Wierod, Präsident ABB Motion. »Für ABB ist Nachhaltigkeit ein wesentlicher Teil unserer Unternehmenskultur und des Wertes, den wir für alle unsere Anteilseigner schaffen. Der mit Abstand größte Beitrag, den wir leisten können, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, sind unsere führenden Technologien. Diese reduzieren den Energiebedarf in der Industrie, in Gebäuden und im Verkehr.«

Zwar wurden bereits bedeutende Maßnahmen ergriffen, um die Einführung von Elektroautos und erneuerbaren Energieträgern zu unterstützen. ABB ist jedoch der Meinung, dass es an der Zeit ist, das Gleiche für industrielle Technologien zu tun, da Energieeffizienz in diesem Bereich der Umwelt und der Weltwirtschaft noch mehr nützen würde.

»Es kann gar nicht genug betont werden, wie wichtig die Umstellung von Industrie und Infrastruktur auf diese hoch energieeffizienten Antriebe und Motoren ist, um ihren Beitrag zu einer nachhaltigeren Gesellschaft zu leisten«, so Morten Wierod weiter. »Da 45 Prozent des weltweit erzeugten Stroms für den Betrieb von Elektromotoren in Gebäuden und industriellen Anwendungen verwendet werden, werden sich Investitionen in deren Aufrüstung in Bezug auf die Effizienz überproportional auszahlen.«

Schätzungen zufolge könnten 160 Terawattstunden Energie pro Jahr eingespart werden, wenn 80 Prozent der heute installierten industriellen Motoren durch ultrahocheffiziente IE5-Motoren ersetzt würden – das entspricht mehr als dem jährlichen Energiebedarf von Polen. ABB bewertet regelmäßig die realen Auswirkungen der eigenen installierten hocheffizienten Motoren und Antriebe. Im Jahr 2020 sparten diese 198 Terawattstunden Energie ein – mehr als die Hälfte des jährlichen Energiebedarfs von Großbritannien. Bis 2023 sollen Motoren und Antriebe des Unternehmens den Kunden weltweit schätzungsweise zusätzlich 78 Terawattstunden an elektrischer Energie pro Jahr einsparen, fast so viel wie der jährliche Energiebedarf von Belgien, Finnland oder den Philippinen und mehr als der gesamte Jahresbedarf von Chile.

Alle müssen an einem Strang ziehen

Regulatorische Maßnahmen gehören zu den wichtigsten globalen Treibern für industrielle Investitionen in Energieeffizienz. Während die Europäische Union in diesem Jahr ihre Ökodesign-Richtlinie (EU 2019/1781) umsetzen wird, die neue strenge Anforderungen für eine wachsende Palette energieeffizienter Motoren festlegt, müssen viele andere Länder erst noch tätig werden.

Um die enormen Chancen zu nutzen, die energieeffiziente Antriebe und Motoren bieten, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, müssen laut ABB alle Beteiligten mithelfen und an einem Strang ziehen:

  • Staatliche Entscheidungsträger und Regulierungsbehörden müssen Anreize für ihre schnelle Einführung schaffen.
  • Unternehmen, Städte und Länder müssen sich sowohl der Kosteneinsparungen als auch der ökologischen Vorteile bewusst sein und bereit sein, entsprechende Investitionen zu tätigen.
  • Investoren müssen ihr Kapital auf Unternehmen verlagern, die besser darauf vorbereitet sind, den Klimarisiken zu begegnen.

»Unsere Aufgabe bei ABB ist es zwar, unseren Kunden stets die effizientesten Technologien, Produkte und Dienstleistungen anzubieten und weiterhin Innovationen für eine immer höhere Effizienz zu entwickeln, aber das allein reicht nicht aus. Alle Beteiligten müssen zusammenwirken, um die Art und Weise, wie wir Energie nutzen, umfassend zu verändern. Wenn wir gemeinsam handeln und innovativ sind, können wir die zentralen Versorgungsleistungen aufrechterhalten und gleichzeitig den Energiebedarf senken und dem Klimawandel entgegenwirken«, sagt Morten Wierod abschließend.


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