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Europäische CEO-Allianz gestartet

Branchenübergreifende Zusammenarbeit gegen Klimawandel

05. Oktober 2020, 11:30 Uhr   |  Stefanie Eckardt

Branchenübergreifende Zusammenarbeit gegen Klimawandel
© Volkswagen

Die europäische CEO-Allianz will die branchenübergreifende Zusammenarbeit gegen Klimawandel stärken: (vlnr) Georg Kell (Advisor), Henrik Henriksson (Scania), Peter Weckesser (Schneider Electric), Thierry Vanlacker (AkzoNobel), Herbert Diess (Volkswagen), Connie Hedegaard (Advisor) and Björn Rosengren (ABB).

Zwölf europäische Unternehmen, darunter Volkswagen und ABB, arbeiten gemeinsam an der Dekarbonisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Die Vorstandsvorsitzenden haben sich dazu zur Europäischen CEO-Allianz zusammengeschlossen.

Die CEO-Allianz kanalisiert die Dekarbonisierungsbemühungen der Unternehmen: Sie verbindet Sektoren und Strategien, identifiziert Potenziale für die Zusammenarbeit und fördert Projekte und Investitionen für eine nachhaltige Wirtschaft und Gesellschaft. Die Mitglieder vertreten dabei verschiedene Branchen, erwirtschaften zusammen 600 Milliarden Euro Jahresumsatz und beschäftigen 1,7 Millionen Menschen.

Mit ihrem Start am 01.10.2020 wird die CEO-Allianz zu einem Aktionsbündnis, das Unternehmensstrategien, Branchen und Gesellschaften auf dem Weg zu einem kohlenstoffneutralen Europa zusammenführt. Alle Mitglieder des Bündnisses halten die neuen Klimaziele der Europäischen Kommission, die bis 2030 eine Emissionsreduktion von 55 Prozent vorsehen, für realisierbar. Auf Seiten der Industrie haben die Mitglieder der CEO-Allianz bereits vorgestellt, in den nächsten Jahren insgesamt mehr als 100 Milliarden Euro in ihre jeweiligen Dekarbonisierungsfahrpläne zu investieren, um zur Erreichung dieser Ziele beizutragen. Jedes Mitglied hat seine eigene Strategie definiert, um die Dekarbonisierung anzugehen, indem es etwa die Kohlenstoffemissionen über die relevanten Wertschöpfungsketten hinweg reduziert oder nachhaltige Produkte und Dienstleistungen anbietet. Um die jeweiligen CO2-Ziele zu erreichen, ist jedes Mitglied und jede Branche von anderen Unternehmen und Branchen abhängig, was eine branchenübergreifende Arbeit erforderlich macht.

Das Kooperationspotenzial der Allianz wurde in sechs Bereichen identifiziert: In den Energiesystemen muss die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien rasch ausgebaut und die Stromnetze modernisiert werden. Im Mobilitäts- und Transportbereich muss die Ladeinfrastruktur für E-Autos ausgebaut und der kohlenstoffarme Transport und Versand von Gütern verbessert werden. Die emissionsneutrale Produktion sowie eine umweltfreundliche und nachhaltige Batterieproduktion sind Schlüsselaspekte bei den Herstellungs- und Industrieprozessen. Im Hinblick auf Gebäude und städtische Umgebungen liegt der Schwerpunkt für die Allianz auf emissionsfreien Büros und nachhaltiger grüner Stadtplanung. Im Bereich der neuen Geschäftsmodelle stehen Möglichkeiten zur digitalen Nachverfolgung von CO2-Emissionen in Lieferketten im Fokus. Auch mit einer nachhaltigen Finanzwirtschaft bieten sich neue Möglichkeiten.

Außerdem sind sich die Mitglieder einig, dass die Transformation hin zu einer Null-Kohlenstoff-Zukunft auf einem breiten öffentlichen Konsens beruhen muss. Die CEO-Allianz will zu diesem Konsens beitragen und einen Gesellschaftsvertrag schaffen, indem sie den Dialog zwischen Interessenvertretern aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft intensiviert. Gleichzeitig fordern die Mitglieder die Politik dazu auf, die notwendige politischen Unterstützung und Anreize zu schaffen.

Die CEO-Allianz besteht aus Mitgliedern wichtiger Industriebereiche: ABB, AkzoNobel, Eon, Enel, Iberdrola, A.P. Møller Maersk, Philips, SAP, Scania, Schneider Electric, Siemens und Volkswagen.

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