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Einschätzung des DFF zur Corona-Krise

So wirkt sie sich auf die europäische Displayindustrie aus

02. April 2020, 13:33 Uhr   |  Anja Zierler

So wirkt sie sich auf die europäische Displayindustrie aus
© peterschreiber.media/stock.adobe.com

Die Displayindustrie in Europa war beim Aufkommen von COVID-19 stark vom Ausfall der asiatischen Zulieferer betroffen. Heute sehen sich die Mitglieder des Deutschen Displayforums (DFF e.V.) mit ganz anderen Problemen konfrontiert.

Noch vor knapp einem Monat waren die größten Sorgen der in Europa ansässigen Firmen der Elektronikindustrie, wie sich die Lieferketten aus dem asiatischen Raum, wo viele Zulieferer mit ihren Fertigungsstätten sitzen, aufrechterhalten lassen. 

Mittlerweile hat der COVID-19-Virus die Welt im Griff und die gesamte Geschäftswelt verändert. Die Automobilproduktionen in Europa wurden gestoppt, Mitarbeiter auf unbestimmte Zeit ins Homeoffice geschickt und in den noch arbeitenden Fertigungen werden voneinander isolierte Gruppen gebildet, die unabhängig agieren und so zumindest einen Teil der Produktion aufrechterhalten.

Auswirkungen auf die Display-Branche

Wie sich die Pandemie auf die europäische Displayindustrie in Zukunft auswirken wird, ist noch ungewiss. Generell sehen die Mitglieder des Deutschen Flachdisplayforums (DFF) aber noch keine direkten Auswirkungen auf das grundsätzliche Geschäftsmodell. 

Erste positive Meldungen aus China, dass sich dort Normalität im Alltag wiedereinstellt, lassen hoffen, dass sich die Lage in den Produktionsbetrieben weitestgehend stabilisiert. Auch erste Lieferungen bzw. Displaymuster treffen wieder ein.

Allerdings verschiebt sich der Engpass aktuell Richtung europäische Zuliefererbetriebe, beispielsweise zu denen aus dem stark vom Virus betroffenen Norden Italiens. Eine grundsätzliche Erholung des Marktes ist auch davon abhängig, ob eine zweite „Corona-Welle“ in China verhindert werden kann. Die zwei wichtigsten Konsummärkte Europa und Amerika sind noch nicht am Zenit ihrer Pandemiewelle. Wie weit sich der jetzige Konsumeinbruch auswirken wird, lässt sich schwer abschätzen. Geschäfte sind geschlossen und es fehlt der Anreiz bzw. die Notwendigkeit, in Neues zu investieren. Auch die Angst um einen möglichen Arbeitsplatzverlust hemmt das Konsumverhalten.

Das Thema „Homeoffice“ hat sich innerhalb kürzester Zeit in vielen Geschäftsbereichen etabliert und Videokonferenzen sind zur Normalität geworden. Auch der Vorstand des DFF kommuniziert auf diese Weise miteinander. Das Mitte April terminierte DFF-Meeting in Darmstadt wurde dementsprechend abgesagt und als Videokonferenz neu aufgesetzt. In verschiedenen Mitgliedsunternehmen wurden Taskforces gebildet, die mit Gegenmaßnahmen das Risiko einer Unterbrechung der Supply Chain gewährleisten bzw. den kompletten Ausfall der Firma verhindern. So wurden die Fertigungen in Schichten unterteilt, die die Produktion aufrechterhalten, sich aber nie begegnen, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Re-Lokalisierung der Zulieferketten möglich

Das Business wird sich nach Meinung des Displayforums nur dann nachhaltig ändern, wenn die Auswirkungen des Virus nicht billigend in Kauf genommen werden und sich Politik und Presse nicht schnell wieder ihrem Tagesgeschäft zuwenden. Möglicherweise erfolgt eine Re-Lokalisierung der Zulieferketten, ein Aufbau von Sicherheitspuffern und das Anlegen größerer Lagerbestände. Sicherlich werden Firmen verstärkt in die IT-Infrastruktur investieren und diese erheblich verbessern. Die Unternehmen werden sich wieder stärker auf die Wertschöpfungsketten fokussieren. 

Die Mitglieder des DFF sehen zwar keine nachhaltige Veränderung im Geschäftsmodell, man wünscht sich jedoch als Effekt eine Verbesserung der „OpenSource-Forschung“ und die schnelle Offenlegung von Forschungsergebnissen für die Allgemeinheit. Das Modell der Homeoffices wird sicherlich größtenteils beibehalten, so die Einschätzung der Experten.

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