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»Fridays for Future, powered by VDE? Warum nicht!«


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Muss der VDE als Verband mehr Lobbyarbeit leisten?

Muss der VDE als Verband mehr Lobbyarbeit leisten? Am Ende ist es im Interesse der Hochschulen und der Wirtschaft gleichermaßen, mehr Studierende anzulocken. 

Ich bin noch ein Neuling auf Verbandsebene und werde sehen, was man da alles bewegen kann. Ich sauge gerade alles auf und taste mich heran, etwa an Förderprogramme. 

Ist politischen Entscheidern klar, welche wichtige Rolle die Elektrotechnik und damit der Nachwuchs in diesem Bereich für Wirtschaft und Energiewende spielen? Immerhin will sich die EU-Kommission jetzt der Chipindustrie annehmen. 

Das Problem liegt wohl an der Vielzahl an Lobbygruppen, die sich ebenfalls nicht genügend wahrgenommen fühlen. Mir scheint die Politik da oft überfordert zu sein, es gibt einfach zu viele Themen. Eine schnelle Lösung sehe ich nicht, außer es von unten zu versuchen und sich im eigenen Umfeld aufzuraffen und anzufangen.

So wie ich jetzt: Wir sind an den Hochschulen mit Forschung und Lehre und dem Kampf um Fördergelder und Drittmittel ja eigentlich schon ausgelastet. Wir Hochschulen für angewandte Wissenschaften haben gegenüber Universitäten meist finanziell das Nachsehen, die bekommen das meiste Geld ab. Daher bin ich gespannt, was wir erreichen können und ob wir als VDE stärker in Kontakt mit Politik kommen können.

Aber haben Schwergewichte wie etwa Ihr alter Arbeitgeber Siemens nicht genügend Einfluss in der Politik und ein eigenes Interesse daran, ausreichend Nachwuchs in Deutschland zu finden? Oder ist es einem global aufgestellten Unternehmen egal, wo die Fachkräfte sitzen? 

Ich habe mal gelernt, dass Siemens mehr Niederlassungen hat als Deutschland Botschaften. Damit beantwortet sich die Frage von selbst. Siemens bedient sich dort, wo man Fachkräfte bekommt – auch wenn Siemens der deutsche Standort wichtig ist. Siemens und viele andere versuchen, über das duale Studium an Mitarbeiter zu kommen – das funktioniert auch recht gut, man bekommt sehr gute Leute und kann sie formen durch Lernen am Arbeitsplatz. 

Im Verbund ist der VDE vielleicht noch effektiver? Es geht ja auch darum, falsche Rollenbilder vom „Nerd im stillen Kämmerlein“ zu revidieren. Unternehmen müssen ohnehin in Personalmarketing investieren, um dem demografischen Wandel zu begegnen.

Ja, es muss was passieren. Wir haben dazu auch Ideen, etwa früher an die Schulen zu gehen. Es hilft ja nichts, nur für die Hochschulen zu werben. Junge Leute können sich heute nicht vorstellen, was es bedeutet, als Elektroingenieur zu arbeiten, sein Alltag. Hier müssen wir ansetzen und greifbarer werden. Am besten schon in der Schule. Mitstreiter in Form von Unternehmen etwa sind willkommen. Die Ideen sind da, und das werde ich weiterverfolgen.


  1. »Fridays for Future, powered by VDE? Warum nicht!«
  2. Muss der VDE als Verband mehr Lobbyarbeit leisten?
  3. Womit die Frauen locken?

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