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Erster europäischer Master zur Elektromobilität

20. April 2021, 10:33 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Erster europäischer Master zur Elektromobilität
© Jürgen Haacks, CAU

Elektrotechnik und Elektromobilität praxisnah studieren: CAU-Studiengangsleiter Professor Thomas Meurer (links), Lehrstuhl für Regelungstechnik, bietet unter anderem Lehrveranstaltungen zu Robotik an.

Der interdisziplinäre und internationale Masterstudiengang 'Electric Vehicle Propulsion and Control' (E-PiCo) deckt die gesamte Breite des elektrischen Antriebssystems für Straßen- und Schiffsverkehr ab und wird von vier europäischen Partnerhochschulen angeboten.

Am 19. April startete das Lehrangebot für die Studierenden an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), wo sie ihr zweites Mastersemester absolvieren  werden.

Begonnen haben die Masterstudierenden den E-PiCo-Studiengang im vergangenen Wintersemester an der École Centrale de Nantes in Frankreich, die das Programm koordiniert. Im Herbst werden sie ihr Studium an einer der Partneruniversitäten in Italien oder Rumänien fortsetzen. Das hochkarätige internationale Ausbildungsprogramm wird von der Europäischen Union im Erasmus-Mundus-Programm mit insgesamt über drei Millionen Euro für die nächsten sechs Jahre gefördert.

„Schleswig-Holstein gilt als eine Vorreiterin der Energiewende und als eine der wichtigsten Regionen Deutschlands, wenn es um die Produktion von Erneuerbaren Energien geht“, sagte CAU-Studiengangsleiter Professor Thomas Meurer zur Begrüßung der Studierenden am Kieler Standort. Meurer leitet den Lehrstuhl für Regelungstechnik.

Hier werden sich die Studentinnen und Studenten schwerpunktmäßig mit Energiespeichersystemen, elektrischen Maschinen, leistungselektronischen Konvertern und der Regelung, Optimierung und Integration dieser Systeme für Anwendungen in der Elektromobilität beschäftigen.

Der viersemestrige, englischsprachige Masterstudiengang E-PiCo wird gemeinsam von einem Konsortium der Partnerhochschulen École Centrale de Nantes (Frankreich), Università degli Studi dell'Aquila (Italien), University Politehnica of Bucharest (Rumänien) und der CAU angeboten.

Er richtet sich an Bachelorabsolventinnen und -absolventen der Elektrotechnik oder einer ähnlichen Fachrichtung und umfasst unter anderem Lade- und Leistungsoptimierung, Energiemanagement, Batterielebenszyklus, Leistungselektronik, mathematische Systemmodellierung und Simulation, Regelungs- und Automatisierungstechnik, Optimierung. Verschiedene technologische Spezialisierungen der Partnerhochschulen und internationale Industriepartner aus den Bereichen Automobil, Luftfahrt, Logistik oder Transport ergänzen das Programm.

Im vergangenen September haben 21 Studierende ihr Studium in Nantes aufgenommen, über 300 Bewerbungen waren zuvor eingegangen. In den folgenden Semestern teilen sich die Studierenden auf die unterschiedlichen Hochschulstandorte auf, so dass bis zum Masterabschluss jeder mindestens in zwei Ländern studiert hat. Durch die Förderung der EU können bis zu 60 Stipendien vergeben werden, die Studiengebühren, Lebensunterhalt und Reisekosten abdecken.

In Kiel ist der Studiengang in eine Vielzahl von Forschungsstrukturen und Praxisprojekten an der CAU und mit Partnern der Region eingebunden. Mit der Anbindung an den Forschungsschwerpunkt Kiel Nano Surface and Interface Science (KiNSIS) und an den Sonderforschungsbereich 1461 „Neuroelektronik: Biologisch inspirierte Informationsverarbeitung“ steht ein enges Netzwerk für interdisziplinäre Kooperationsprojekte zur Verfügung. E-PiCo-Studierende können an fachübergreifenden Initiativen wie CAPT (Clean Autonomous Public Transport) mitwirken und so unmittelbare Einblicke in Leuchtturmprojekte der Region erhalten, wie zum Beispiel die Entwicklung emissionsfreier, autonomer Personenfähren auf der Kieler Förde. Weitere Schnittstellen gibt es zum an der CAU bereits bestehenden internationalen Masterstudiengang „Electrical Engineering and Information Technology“.

„Die E-PiCO-Angebote sind sehr gut in die Lehre an der Technischen Fakultät eingebettet, so dass die Erasmus-Mundus-Teilnehmenden eng in den Studienalltag hier integriert werden“, sagt Professor Marco Liserre, stellvertretender Studiengangsleiter und Inhaber des Lehrstuhls für Leistungselektronik. „Andersrum stehen zum Beispiel Gastvorträge, die über E-PiCo organisiert werden, dem gesamten Lehr- und Forschungsprogramm der Fakultät offen.“

Für eine praxisnahe Ausbildung sorgen eine anwendungsorientierte Lehre mit Beispielen aus aktuellen Industrieprojekten oder die Möglichkeit, in den beteiligten Unternehmen Praktika zu absolvieren oder seine Abschlussarbeit zu schreiben.

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