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Auf die Strahlendosis kommt es an

VDE-Institut überprüft SARS-Cov-2-Entkeimungsgeräte

01. März 2021, 17:07 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

VDE-Institut überprüft SARS-Cov-2-Entkeimungsgeräte
© VDE Institut

»Ein VDE Testbericht oder Eigenschaftszertifikat gibt Herstellern von Entkeimungsgeräten die nötigen Informationen, ob ihr Gerät Corona-Viren erfolgreich unschädlich macht und wie lange das Gerät im Einsatz sein muss, um Keime, Viren und Pilze erfolgreich zu bekämpfen«, erklärt Dragana Zdravkovic-Stojanovic (2 v.l.), Prüfexpertin im VDE Institut.

Entkeimungsgeräte, die in kurzer Zeit das SARS-Cov-2-Virus unschädlich machen, nutzen die UV-C-Strahlung gegen die Bekämpfung von Viren. Wichtig hierbei ist, dass die Geräte die richtige Strahlendosis einsetzen. Das überprüft das VDE-Institut und bietet Herstellern entsprechenden Service. 

Für UV-C-Geräte wird die Entkeimungswirkung mittelts normativer Licht-Messung und deterministischer Bewertungsverfahren auf Basis von Modellen der WHO überprüft. Der VDE ist mit diesem Konzept der einzige Anbieter weltweit, der Entkeimungsgeräte im Einsatz gegen Corona überprüfen kann.
 
»Ein VDE Testbericht oder Eigenschaftszertifikat gibt Herstellern von Entkeimungsgeräten die nötigen Informationen, ob ihr Gerät Corona-Viren erfolgreich unschädlich macht und wie lange das Gerät im Einsatz sein muss, um Keime, Viren und Pilze erfolgreich zu bekämpfen“, erklärt Dragana Zdravkovic-Stojanovic, Prüfexpertin im VDE Institut. Das stärke auch das Vertrauen in die Entkeimungsgeräte. Gleichzeitig warnt die Expertin davor, ungeprüfte UV-C-Geräte für die Bekämpfung von Corona-Viren zu verwenden. Zu groß sei die Gefahr für die Nutzer. Bei den Geräten besteht immer die Gefahr, dass Ozon ausgestoßen wird. Wenn dieses Gas eingeatmet wird, kann es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen. 
 
Unterschied zwischen geschlossenen und frei strahlenden Systemen 
Die Überprüfung des VDE Instituts umfasst deshalb auch die Überprüfung der Ozon-Werte. Weiterhin bezieht sich die Geräteprüfung sowohl auf geschlossene als auch auf frei strahlende Systeme, die beide im Handel verfügbar sind. Hierbei ist zu beachten, dass bei offenen Systemen, in denen UV-C-Strahlung direkt freigesetzt wird, strenge Sicherheitsbestimmungen zu beachten sind.

So muss die direkte Bestrahlung von Lebewesen ausgeschlossen werden, auch greift die Strahlung Kunststoffe und andere sensible Oberflächen an. Bei den geschlossenen Systemen tritt dagegen keine direkte Strahlung aus; die Luft zirkuliert durch das Licht undurchlässige System. Die Experten im VDE Institut überprüfen darüber hinaus, inwiefern die reflektierende Strahlung durch Oberflächenreflexion Auswirkung auf die Entkeimungsdauer hat und geben Vorgaben zur Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Raum. „Diese zwei Größen haben Einfluss auf die Strahlendosis sowie die Einwirkzeit, erklärt die Expertin.
 
Test unter realen Alltagsbedingungen schließt auch Corona-Mutationen ein
Der VDE beteiligt sich des Weiteren als Forschungspartner an einem Projekt mit der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) – unterstützt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der LESS GmbH (Halle).

In einer Machbarkeitsstudie testen die Experten den Einsatz offener UV-C-Systeme in den Bereichen Schulen, Fitnessstudios und Hotels unter realen Alltagsbedingungen. Ziel der Machbarkeitsstudie ist es, Anwendern eine konkrete Einschätzung geben zu können, wie viele Geräte sie wie lange für welche Raumgröße im Einsatz haben müssen, um Viren abzutöten. Erfasst werden hier auch die aktuellen COVID-Mutationen. Neben der Machbarkeitsstudie für UV-C-Geräte-Hersteller will das Forschungsteam zusätzlich eine Kosten-Nutzungs-Rechnung bezüglich der Einsparung von herkömmlichen Desinfektionsmitteln und Heizkosten für den Anwender erstellen.
 
 

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