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Klimaschutzgüter 

Deutschland enttäuscht

Photovoltaik Sicherheit
Trotz wachsenden Weltmarktes habe die deutsche Wind- und Solarindustrie Probleme, an dem enormen Wachstum der globalen Nachfrage für Güter zur Erzeugung erneuerbarer Energien zu partizipieren, so das IW. Schuld sei das nur 'moderate technologische Anspruchsniveau'.
© tl6781/Adobe Stock

Ausgerechnet bei Klimaschutzgütern tut sich Deutschland beim Export schwerer als gedacht, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Ausfuhrzahlen stagnieren oder sinken hier seit Jahren. Schwer kopierbare Hochtechnologie könnte den Negativ-Trend umkehren. 

Wir erinnern uns: Solarmodule aus Deutschland waren Ende der 2000er Jahre auf der ganzen Welt gefragt. Die Technologie schien eine deutsche Erfolgsgeschichte zu werden. Die Bundesregierung förderte großzügig, der Solarausbau boomte, doch trotzdem kam es für die deutsche Solarindustrie zum Absturz: China bot Solarmodule zu niedrigeren Preisen, aufgrund niedrigerer Kosten und hoher Subventionen. In der Folge sank der deutsche Export von Solarmodulen zwischen 2010 und 2019 um über 70 Prozent. Hersteller machten reihenweise Pleite oder wurden mitsamt ihrem geförderten Wissen ins Ausland verkauft - spätestens als hierzulande die Vergütung für Strom aus erneuerbaren Energien zurückgefahren wurde.

Aktuelle Zahlen zu weiteren Gütern, die bei der Herstellung von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien zum Einsatz kommen, bestätigen die schwache Exportperformance. 

China liegt vorn

Bei Wechselrichtern kommt China inzwischen auf das Dreifache des deutschen Exportvolumens. Bei Windkraftanlagen ist Deutschland zwar noch vorn, doch droht China hier mittelfristig ebenfalls vorbeizuziehen: Allein zwischen 2015 und 2019 haben sich entsprechende chinesische Exporte mehr als verdreifacht, während die deutschen Exporte leicht sanken. Auch bei Elektrolysegeräten für die Herstellung von Wasserstoff gehen die deutschen Exporte seit Jahren zurück. 

Für die IW-Forscher liegt das Problem in den letztlich zu niedrigen technologischen Ansprüchen und der leichten Kopierbarkeit vieler Produkte, deren Herstellung sich deshalb eher in Ländern wie China anbietet.

Deutschland dagegen ist zwar ein Hochtechnologieland, aber eben auch ein Land mit hohen Produktionskosten. »Nur bei hohem Innovationsanspruch und komplizierter, schwer standardisierbarer Technologie haben deutsche Hersteller auf Dauer gute Chancen«, sagt IW-Ökonom Jürgen Matthes. Deshalb sollte bei klimapolitisch motivierten Förderprogrammen berücksichtigt werden, in welchen Bereichen Deutschland auch wirklich dauerhaft komparative Vorteile habe, wie etwa im Maschinenbau und in der Elektroindustrie. 
 


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