Pendeln zwischen Wohn- und Arbeitsplatz

Der Arbeitsweg wird länger

17. April 2018, 10:12 Uhr | Christina Deinhardt
Pendler legen immer längere Strecken zurück, um zu Ihrem Arbeitsplatz zu kommen.
Berufstätige legen immer längere Strecken zurück, um zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen.
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Beschäftigte legen immer längere Strecken zurück, um zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen. Laut der aktuellen Studie der IAB ist die durschnittliche Pendlerdistanz im Zeitraum von 2000 bis 2014 von 8,7 auf 10,5 Kilometer gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 21 Prozent.

Der Zahl der Pendler mit Fahrstrecken bis 10 km zum Arbeitsplatz geht zurück. Dagegen steigt jedoch die Anzahl der Pendler, die jeden Tag Distanzen zwischen 10 bis 50 km zurücklegen. Laut den IAB-Forschern Wolfgang Dauth und Peter Haller liegt das daran, »dass vermehrt nicht nur vom Land in die Stadt, sondern auch zwischen städtischen Regionen gependelt wird«.

Am weitesten pendeln Beschäftigte mit einem Hochschulabschluss – im Durchschnitt 14,5 km. Dagegen liegen Personen ohne Berufsabschluss bei einer Distanz von 8,8 km und Personen mit Berufsabschluss bei 10,5 km. Allerdings sind bei ihnen die Pendeldistanzen im Zeitraum von 2000 bis 2014 mit 22 bzw. 18 Prozent deutlich stärker angestiegen als die bei Hochqualifizierten mit sieben Prozent.

 

Ingenieure pendeln am weitesten

Unterscheidet man die Distanzen nach den beruflichen Tätigkeiten der Pendler, bestätigt sich der Trend, der bei der Auswertung der Pendeldistanzen nach dem Bildungsniveau sichtbar wurde. Einfache Tätigkeiten sind mit kürzeren Strecken zum Arbeitsplatz verbunden (9,2 km). Doch mit steigendem Anforderungsprofil erhöht sich auch die Entfernung – Berufstätige mit qualifizierten Tätigkeiten legen im Durchschnitt 10,9 km zurück. Besonders auffällig ist die Pendelstrecke für Ingenieure. Sie pendeln mit mehr als 18 km am weitesten.

Außerdem zeigt die Studie, dass die Entfernung zum Arbeitsplatz für Männer im Schnitt größer ist als für Frauen. Die mittlere Pendeldistanz von Männern liegt bei 12,5 km, die von Frauen bei 8,8 km. Allerdings ist für Frauen die mittlere Pendeldistanz stärker gestiegen als für Männer – bei Frauen um 26 Prozent, bei Männern um 18 Prozent.

Die Forscher haben Berlin, München sowie die Rhein-Ruhr-Region um Düsseldorf, Essen und Dortmund verglichen, um die Pendelverflechtungen von Metropolen mit ihrem Umland zu veranschaulichen. Im Umland von Großstädten wie Berlin und München leben viele Beschäftigte mit langem Weg zur Arbeit. Dagegen sind die Pendeldistanzen in der dicht besiedelten Region um Düsseldorf, Essen und Dortmund deutlich kürzer.

Für die Studie wurden neue Daten und Analyseverfahren genutzt, um die Pendlerbewegungen genauer abzubilden. Das erlaubt, Aussagen über Pendelbewegungen innerhalb und zwischen Metropolregionen, Städten und Gemeinden zu treffen.


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Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)