Anlagen in Industrie und KRITIS stehen weltweit vor einer oft unterschätzten Gefahr. Der „2025 OT Security Financial Risk Report“ von Dragos und Marsh McLennan berechnet erstmals mithilfe statistischer Modelle das finanzielle Risiko von OT-Cybervorfällen und zeigt wirksame Gegenmaßnahmen.
Dem Report zufolge entstehen bis zu 70 Prozent der Schäden durch indirekte Folgen wie Produktionsausfälle oder gestörte Lieferketten, die klassische Risikomodelle meist nicht berücksichtigen. In einem extremen, aber plausiblen Szenario („1-in-250-Jahre-Ereignis“) könnte das weltweite finanzielle Risiko 329,5 Milliarden US-Dollar betragen, davon 172,4 Milliarden allein durch Betriebsunterbrechungen.
Mit der Zunahme spezialisierter OT-Malware und verschärften Vorschriften wie der EU-Richtlinie NIS-2 steigt der Handlungsdruck. Der Bericht verweist auf die vom US-amerikanischen SANS Institute entwickelten Maßnahmen, die bei Versicherern und Complianceteams anerkannt sind. Besonders wirksam sind demzufolge ein Incident-Response-Plan (bis zu 18,5 Prozent Risikoreduktion), eine verteidigungsfähige Architektur (17,09 Prozent) sowie ICS-Netzwerksichtbarkeit und -überwachung (16,47 Prozent).
Trotz steigender Angriffszahlen gelingt es laut der Studie vielen Organisationen nicht, OT-spezifische Cyberrisiken wirksam zu managen oder abzusichern. Drei Hindernisse nennt der Report: unklare finanzielle Folgen, fehlende Priorisierungsgrundlagen und nicht messbarer ROI. Diese Lücken sollen nun geschlossen werden, indem reale Finanzdaten mit OT-spezifischen Sicherheitskontrollen verknüpft werden. So entsteht eine gemeinsame Entscheidungsbasis für Führungskräfte, Risikomanager und Versicherer.
Der vollständige „2025 OT Security Financial Risk Report“ steht hier zum kostenlosen Download bereit.
Dragos auf der it-sa 2025: Halle 7, Stand 516