Digitale Souveränität wird Top-Priorität

Große Mehrheit fürchtet Cloud-Abschaltung

17. März 2026, 11:04 Uhr | Corinne Schindlbeck
Beim Thema Cloud besteht weiterhin eine hohe Abhängigkeit zu Hyperscalern, jedoch werden zunehmend souveräne Alternativen geprüft. 55 Prozent der befragten Unternehmen stufen souveräne Cloud-Angebote der Hyperscaler mit lokalem EU-Betreiber sowie in Deutschland ansässige IT-Dienstleister für Rechenzentren, Colocation und Managed Infrastructure als sehr relevant ein.
© Lünendonk

Laut einer Lünendonk-Studie halten es 83 Prozent der Unternehmen für ein realistisches Szenario, dass Cloud-Anbieter den Zugang zu kritischen IT-Services einschränken oder abschalten (»Kill Switch«). Gleichzeitig verfügen nur 57 Prozent über eine Exit-Strategie für den Wechsel des Providers.

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Laut einer neuen Lündendonk-Befragung hat digitale Souveränität für 36 Prozent der Unternehmen heute eine sehr hohe Relevanz. 96 Prozent erwarten, dass ihre Bedeutung in den kommenden drei Jahren weiter zunimmt.

Als wesentliche Gründe nennen die Befragten Abhängigkeiten von einzelnen IT- und Cloud-Anbietern sowie Anforderungen an Resilienz, etwa zum Schutz vor Zugriffsblockaden und extraterritorialen Datenzugriffen. Komplexe IT-Landschaften, Multi-Cloud-Strukturen und regulatorische Vorgaben erschweren die Umsetzung.

»Digitale Souveränität duldet keinen Aufschub! Reines Problembewusstsein genügt nicht. Unternehmen müssen jetzt den Mut aufbringen, Abhängigkeiten aktiv abzubauen, auch wenn dies unbequem und kostspielig ist«, sagt Tobias Ganowski, Senior Consultant bei Lünendonk & Hossenfelder und Studienautor.

Souveräne und hybride Cloud-Ansätze

55 Prozent der Unternehmen messen souveränen Cloud-Angeboten mit lokalem EU-Betreiber sowie in Deutschland ansässigen IT-Dienstleistern für Rechenzentren, Colocation und Managed Infrastructure eine sehr hohe Relevanz bei. Deutsche Cloud-Anbieter erreichen 48 Prozent, souveräne Angebote internationaler Hyperscaler 36 Prozent.

Multi-Cloud-Architekturen sind entsprechend verbreitet: 42 Prozent der Unternehmen nutzen solche Konzepte bereits, weitere 46 Prozent planen deren Einführung.

»Anforderungen unterscheiden sich je nach Branche und Anwendungsfall. Klassische Hyperscaler-Angebote sollen nicht ersetzt, sondern gezielt um souveräne Alternativen ergänzt werden, um regulierte und souveränitätskritische Szenarien abzudecken. Die Zukunft der IT ist daher hybrid und differenziert«, erklärt Mario Zillmann, Senior Partner bei Lünendonk & Hossenfelder.

Europäische Anbieter vor allem bei Infrastruktur stark

93 Prozent der Unternehmen sehen europäische Cloud-Anbieter auf Infrastrukturebene als wettbewerbsfähig. Bei Plattform-, KI- und Ökosystemleistungen bestehen dagegen deutliche Unterschiede.

Aktuell halten 3 Prozent der Befragten europäische Anbieter in diesen Bereichen für wettbewerbsfähig gegenüber Hyperscalern. Für das Jahr 2030 erwarten 2 Prozent einen funktionalen Gleichstand. 

Die Ergebnisse basieren auf einer Befragung von 155 IT-Entscheidern und Führungskräften aus der DACH-Region. 


 

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