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US-Bann gegen Huawei wahrscheinlich

Überleben trotz US-Bann?

30. Januar 2019, 07:23 Uhr   |  Heinz Arnold

Überleben trotz US-Bann?
© Darryl Dyck/The Canadian Press/AP/dpa

Meng Wanzhou, Finanzchefin von Huawei, kommt zu einem Büro für Bewährungshilfe. Der Streit um den chinesischen Telekom-Riesen Huawei überschattet die neuen Gespräche über eine Lösung des Handelskonflikts zwischen den USA und China.

Darauf bereitet sich Huawei vor und will Zulieferer dazu bewegen, so schnell wie möglich in China zu fertigen.

Huawei hat bereits eine Reihe von Zulieferern gebeten, ihre Produktionen nach China zu verlegen. Nach Informationen von Nikkei Asian Review sind darunter ASE Technology (Asembly und Test) und die weltgrößte Foundry TSMC, beide aus Taiwan. Sollte Huawei wegen der diversen Anschuldigungen in den USA ein Bann treffen, könnte es in existenzielle Nöte geraten ebenso wie ZTE im vergangenen Jahr.

Das chinesische Außenministerium hatte eine Erklärung abgegeben, nach der die USA aufhören sollten, aus nicht nachvollziehbaren Gründen gegen chinesische Firmen – insbesondere Huawei –  vorzugehen. Der Strafbefehl gegen Meng Wanzhou, der Finanzchefin von Huawei und Tochter von Gründer Ren Zhengfei, müsse aufgehoben werden.  Huawei selber weist alle Anschuldigungen zurück.   

Parallel dazu laufen in Washington die Handelsgespräche zwischen China und den USA. Ob es zu einer Einigung kommen kann, ist so unsicher wie nie zuvor. Dass die US-Regierung die großü angelegte Pressekonferenz  mit der Ankündigung des scharfen Vorgehens gegen Huawei just auf den Termin gelegt hat, an dem die Handelsgespräche starten sollten, dürfte die chinesische Delegation brüskiert haben.

Der US-Bann hätte im ZTE fast in die Pleite getrieben: Weil amerikanische Zulieferer keine ICs mehr an ZTE liefern durften, musste das Unternehmen die Produktion praktisch einstellen. Denn ohne die ICs aus den USA konnten die Geräte des chinesischen Herstellers nicht arbeiten. Nur eine Kehrtwende Trumps – in der eigenen Partei nicht unumstritten – rettete im Sommer vergangenen Jahre ZTE vor dem Aus.

Auch den DRAM-Hersteller Fujian Jinhua Integrated Circuit Company hatte der Bann im vergangenen Jahr getroffen, das Unternehmen soll Firmengeheimnisse von Micron gestohlen haben. In Zusammenarbeit mit Foundry UMC wollte die chinesische Firme die DRAM-Produktion ab Ende 2018 starten. UMC, die ebenfalls von US-Anschuldigungen betroffen ist, wollte sich daraufhin ganz aus dem DRAM-Geschäft zurückziehen.

Für Huawei geht es um die Existenz

Jetzt hat die amerikanische Justiz nicht nur Anklage gegen einzelne Personen von Huawei sondern auch gegen das Unternehmen selber erhoben. Zu den Anschuldigungen gehört, dass Huawei US-Sanktionen unterlaufen habe – insbesondere gegen den Iran – dass es Geschäftsgeheimnisse von T-Mobile gestohlen, Geldwäsche betrieben und Banken getäuscht habe. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass die USA einen Bann, ganz ähnlich wie im vergangenen Jahr gegen ZTE verhängen. Dann würde Huawei keine hochwertigen Chips mehr von Zulieferern aus den USA erhalten.

.»Über viele Jahre haben chinesische Firmen gegen unsere Exportbestimmungen verstoßen, Handelssanktionen unterlaufen und das Finanzsytsem der USA benutzt, um illegale Geschäfte zu betreiben. Die Trump-Regierung wird härter gegen diejenigen vorgehen, die unsere Exportkontrollbestimmungen verletzen, als jede andere US-Regierung zuvor«, sagte Handelsminister Will Ross.

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