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Westliche Länder teilen Bedenken

Diese Länder wollen 5G ohne Huawei aufbauen

30. Januar 2019, 08:52 Uhr   |  Heinz Arnold

Diese Länder wollen 5G ohne Huawei aufbauen
© Dan Himbrechts/AAP/dpa

Huawei steht in vielen westlichen Ländern wegen Sicherheitsbedenken unter Beschuss.

Die USA drängen ihre Verbündeten dazu, chinesische Firmen ebenfalls als Sicherheitsrisiko einzuschätzen und vom 5G-Aufbau fern zu halten.

Im vergangenen Jahr haben Australien und Neuseeland Huawei vom Aufbau der 5G-Netze ausgeschlossen. Der australische Provider TPG, der gerade mit Hilfe von Huawei sein 5G-Netz ausbauen wollte, hat soeben entschieden, auf den 5G-Ausbau ganz zu verzichten. Ohne Huawei sei es wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Kurz vor Ende vergangenen Jahres hatte Japan eine Anweisung an Behörden gerichtet, keine Produkte von Unternehmen mehr zu beziehen, die ein
Sicherheitsrisiko für Japan darstellen könnten. Die japanische Softbank will kein Netzwerk-Equipment von Huawei mehr nutzen. Das hatte sich gegen chinesische Firmen wie Huawei gerichtet.

Auch in Deutschland wird derzeit untersucht, ob das Equipment von Huawei ein Sicherheitsrisiko darstellen könnte und nicht am Aufbau der 5G-Infrastruktur beteiligt werden sollte. Laut unbestätigten Berichten schätzt die Deutsche Telekom, dass Deutschland beim Aufbau von 5G-Nezten um mindestens zwei Jahre zurückfallen könnte, wenn kein Equipment von Huawei genutzt werden dürfe.

In Kanada sind ähnliche Erwägungen im Gange. In Frankreich will Orange künftig ohne die Infrastruktur von Huawei auskommen. Auch die British Telecom will in Großbritannien die Nutzung von Huawei-Equipment zumindest einschränken. Britische Universitäten schränken die Zusammenarbeit mit Huawei ein.

Wenn Huawei als Zulieferer ausfallen würde, wär das wiederum eine Chance für Wettbewerber wie Ericsson, Nokia, Cisco und Samsung einspringen. Doch für die Provider käme es teuer. Denn schon in den 4G-Netzen, die nun auf 5G erweitert werden sollen, arbeiten viele Geräte von Huawei. Wenn für 5G das Huawei-Equipment nicht genutzt werden dürfte, dann müsste auch das 4G-Equipment ausgetaucht werden – das würde zumindest viel Zeit kosten und sehr teuer werden.

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