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Interview mit Reynette K. Au, Intel

Von FPGAs über Structured ASICs hin zu Custom-ASICs


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

...Hürden für die FPGAs senken

Das Programmierproblem ist in der FPGA-Welt nicht wirklich neu. Intel hatte vor Kurzem sein One-API-Projekt angekündigt; das dürfte ja auch in die Richtung gehen, die Hürden für die FPGAs zu senken. Wie sieht der Status quo hier aus?

Ich kann jetzt leider keine Details dazu sagen, aber Intel wird hierzu vor Ende des Jahres noch weitere Informationen bekannt geben.

Das Ziel dieses Projektes ist es aber, dass ein Entwickler, egal ob er ein FPGA, eine CPU, einen DSP oder eine GPU programmiert, immer dasselbe Interface nutzen kann? Also kein RTL mehr?

Ja das ist richtig, das API wird mehr oder minder fast komplett Hardware-agnostisch. Das heißt, dass der Kunde die Hardware verwenden kann, die am besten zu seiner Anwendung passt, es für den Software-Entwickler aber fast gar keine Rolle spielt, welche Hardware zugrunde liegt. Das ist zumindest das Ziel.

Intel hat nicht nur Altera, sondern auch eASIC gekauft. Ein für mich eher überraschender Schritt, denn schon viele Unternehmen, einschließlich Altera und Xilinx, haben diesen FPGA-to-ASIC-Ansatz bereits versucht und sind damit gescheitert. Ich weiß, dass z.B. ZTE eASIC-Komponenten nutzt, aber dennoch die Frage: Warum glaubt Intel, mit diesem Ansatz mehr Erfolg zu haben als andere?

Es gibt zwei wichtige Kostenpunkte bei Structured ASICs: das eigentliche Structured ASIC und die Entwicklung der notwendigen Hard-IP-Blöcke, beides sehr kostenintensive Vektoren. Die Stand-alone-Structured-ASIC-Unternehmen haben sich damit schwer getan, das entsprechende Volumen anzutreiben, um diese Kosten stemmen zu können. Als Teil von Intel ist das anders. Intel verfügt bereits über ein riesiges IP-Portfolio und hat auch genügend Ressourcen, weiteres IP zu entwickeln oder zu kaufen. Damit ist eines der beiden Problem bereits gelöst.

Also wird sich die Übernahme als Erfolg für Intel erweisen?

Definitiv. Es kommen nämlich noch weitere Vorteile hinzu, den speziell Intel hat. Denn Intel kann FPGAs in Märkten bzw. Anwendungen unterbringen, die über die traditionellen PLD-Märkte hinausgehen. Außerdem ist unser angebotener Weg – vom FPGA über Structured ASICs bis hin zu Custom-ASICs – einzigartig in der Industrie. Selbst für große Unternehmen ist eine kurze Time to Market kritisch, und vor diesem Hintergrund sind FPGAs die beste Plattform. Aber natürlich müssen die Systeme kosteneffizient sein, auch wenn man damit sehr früh am Markt ist, von der Leistungsaufnahme mal abgesehen. Diese Anforderungen lassen sich am schnellsten mit Structured ASICs umsetzen. Und klar, jeder hofft, dass das Produkt Erfolg hat und in hohe Volumina geht, und wenn das der Fall ist, steht eben der Weg zu einem Custom-ASIC offen.

Intel bietet seinen Kunden eine ASIC-Entwicklung an?

Ja, sicher. Intel macht ASICs in einer selektiven Art schon eine ganze Weile. Schauen Sie: Die Anzahl der Kunden, die den Weg von einem FPGA über ein Structured ASIC zu einem Custom-ASIC gehen, ist nicht groß, vielleicht eine Handvoll, aber das sind alles sehr große Unternehmen – also ein attraktiver Markt.

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