Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz

KI als Chance zum gesellschaftlichen Wandel

10. Dezember 2021, 9:51 Uhr | Ute Häußler
Shutterstock
© Shutterstock

Künstliche Intelligenz wird in der Bevölkerung zunehmend positiv gesehen. In einer Bitkom-Umfrage befürwortet eine überwiegende Mehrheit den KI-Einsatz in Medizin, Bildung, Verwaltung und bei der Polizei - und erwartet, dass KI die Gesellschaft spürbar verändert.

Aktuell geben fast drei Viertel (72 Prozent) der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger an, dass sie Künstliche Intelligenz ausschließlich (27 Prozent) oder eher (45 Prozent) als Chance sehen. Vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 68 Prozent. 13 Prozent sehen in KI derzeit eher eine Gefahr, 12 Prozent sogar ausschließlich. Das ist das Ergebnis einer Befragung von 1.003 Personen ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

»Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie, die uns schon heute vielfach im Alltag begegnet – vom Sprachassistenten auf dem Smartphone bis zur Routenplanung. Mit den Fortschritten insbesondere in Sprach- und Bilderkennung werden KI-gestützte Systeme in praktisch allen Lebensbereichen zunehmend an Bedeutung gewinnen«, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Anbieter zum Thema

zu Matchmaker+

KI-Einsatz beim Arzt, im Sport und in der Schule

KI soll nach Wunsch der meisten Bürger:innen in fast allen Lebensbereichen zum Einsatz kommen. Ganz oben stehen mit jeweils rund drei Viertel Zustimmung der Einsatz von KI zur Unterstützung älterer Menschen (77 Prozent), zum Beispiel um den Gesundheitszustand zu überwachen, bei der persönlichen Weiterbildung (76 Prozent), etwa beim Sprachenlernen, und als Unterstützung für den Arzt (73 Prozent), zum Beispiel um die bestmögliche Diagnose und Therapie zu finden. Jeweils 7 von 10 befürworten eine KI-Nutzung in Ämtern und Behörden (71 Prozent), etwa um Anträge schneller bearbeiten zu können, bei der Polizei (69 Prozent), zum Beispiel um mit Videokameras Gefahrensituationen automatisch erkennen oder Orte mit hoher Verbrechenswahrscheinlichkeit identifizieren zu können, und im Sport (69 Prozent), etwa um objektivere Entscheidungen als menschliche Schiedsrichter zu treffen.

Jeweils 6 von 10 wünschen sich Künstliche Intelligenz als Service-Bot in Telefon-Hotlines und Online-Chats (63 Prozent), um Fragen schnell beantworten zu können, als Lehrer oder Dozent in Schule oder Universität (62 Prozent), zum Beispiel um Stoff zu vermitteln oder Leistungen zu bewerten, in Personalabteilungen (61 Prozent), um Bewerbungen schneller zu sichten und neutraler einzuschätzen, sowie für politische Entscheidungen (60 Prozent), etwa um die Folgen von Gesetzen besser abschätzen zu können. Eine Mehrheit (56 Prozent) befürwortet KI zudem auch im militärischen Bereich, etwa um Satellitenbilder automatisiert auszuwerten.

Gericht, Bank und Partnerschaft sind KI-No-Go's

Keine Mehrheit findet der KI-Einsatz derzeit bei Gericht (48 Prozent), zum Beispiel um Prozessunterlagen schneller auswerten zu können, bei der Betreuung von Kleinkindern (45 Prozent) und bei der Beratung in Finanz- und Versicherungsangelegenheiten (44 Prozent). Schlusslicht ist der KI-Einsatz im Beziehungsleben mit 31 Prozent, damit zum Beispiel einsame Menschen zumindest einen virtuellen Ansprechpartner haben.

Die Gesellschaft wird dank KI in 10 Jahren eine andere sein

Mehr als ein Viertel (28 Prozent) meint, dass Künstliche Intelligenz bereits heute die Gesellschaft spürbar verändert hat. Rund ein Fünftel (19 Prozent) erwartet, dass dies in den kommenden 5 Jahren passieren wird, ein weiteres Viertel (26 Prozent) geht davon aus, dass dies binnen 10 Jahren geschieht. Eine spürbare Veränderung innerhalb der nächsten 20 Jahre erwarten 14 Prozent, innerhalb von 50 Jahren 5 Prozent und in mehr als 50 Jahren 3 Prozent. Nur 1 Prozent geht davon aus, dass Künstliche Intelligenz auch in ferner Zukunft keine Auswirkungen auf die Gesellschaft haben wird.


Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

BITKOM e. V.

Forum Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz