Starkes Wachstum – gute Aussichten

Aixtron glänzt dank SiC und GaN

29. Juli 2022, 9:48 Uhr | Heinz Arnold
Aixtron
© Aixtron

Im zweiten Quartal 2022 darf sich Aixtron über den höchsten Auftragseingang seit 2011 freuen, getrieben vor allem durch die hohe Nachfrage aus der Leistungselektronik nach SiC- und GaN-Komponenten.

Aufgrund der ungebrochen starken Nachfrage erwartet der Vorstand von Aixtron, Hersteller von Depositionsanlagen für die Halbleiterindustrie, in den kommenden Quartalen des Geschäftsjahres 2022 ein weiterhin hohes Niveau bei den Aufträgen und signifikantes Wachstum bei den Umsatzerlösen mit entsprechenden Margen und bestätigt daher erneut die im Februar dieses Jahres abgegebene Wachstumsprognose.

Demnach erwartet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2022 Auftragseingänge in einer Bandbreite zwischen 520 Mio. Euro und 580 Mio. Euro bei Umsatzerlösen in einer Bandbreite zwischen 450 Mio. Euro und 500 Mio. Euro erwartet der Vorstand, im Geschäftsjahr 2022 eine Bruttomarge von etwa 41 Prozent sowie eine EBIT-Marge von etwa 21 Prozent bis 23 Prozent des Umsatzes zu erzielen.

Wie zuvor stehen die Erwartungen für 2022 unter dem Vorbehalt, dass globale Krisensituationen oder Marktentwicklungen keine signifikanten Auswirkungen auf die Entwicklung des Geschäfts haben.

»Langjährige Forschungsarbeit macht sich bezahlt«, sagt Dr. Felix Grawert, Vorstandsvorsitzender der Aixtron. »Dies bestätigte sich auch in diesem Quartal. Nicht nur mit weiterhin starkem Wachstum auf breiter Basis in unseren adressierten Märkten, sondern vor allem auch mit dem ersten Auftrag für unsere Anlagen zur Volumenproduktion von µLEDs.«

Starker Auftragseingang

Der Auftragseingang des ersten Halbjahres 2022 stieg im Jahresvergleich um rund 7 Prozent auf 282,8 Mio. Euro (H1/2021: 263,3 Mio. Euro). Dies spiegelt die weiterhin hohe Nachfrage über nahezu alle Endmärkte hinweg wider, insbesondere aber nach Anlagen zur Volumenproduktion sowohl von µLEDs als auch effizienter Leistungselektronik basierend auf den Materialsystemen Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN). Mit 152,6 Mio. Euro im zweiten Quartal 2022 hat der Auftragseingang auch das Niveau des starken Vorquartals (Q1/2022: 130,2 Mio. Euro) als auch des Vorjahresquartals (Q2/2021: 139,0 Mio. Euro) noch übertroffen.

Der Anlagenauftragsbestand zum 30. Juni 2022 lag bei 314,4 Mio. Euro im Vergleich zu 295,0 Mio. Euro zum Vorjahresstichtag und 260,4 Mio. Euro zum 31. März 2022. Der größte Teil dieses Auftragsbestands ist zur Lieferung in 2022 vorgesehen.

SiC-Leistungselektronik auf dem Vormarsch

Die Umsatzerlöse des MOCVD-Weltmarktführers verbesserten sich in H1/2022 im Vergleich zum Vorjahr signifikant um 63 Prozent auf 191,1 Mio. Euro (H1/2021: 117,2 Euro). Im zweiten Quartal 2022 stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 51 Prozent auf 102,5 Mio. Euro (Q2/2021: 67,7 Mio. Euro). Hierbei hatten die Auslieferungen von Anlagen zur Herstellung traditioneller roter LEDs wie erwartet einen großen Anteil. Stark gewachsen ist der Umsatz mit Anlagen insbesondere der SiC-Leistungselektronik. Ebenfalls stark war der Umsatz für die optische Datenübertragung aus dem Bereich der Optoelektronik.

Die Zahlen im einzelnen

Im Vergleich zum Vorjahr, stieg das Bruttoergebnis im 1. Halbjahr 2022 um 63 Prozent auf 73,7 Mio. Euro mit einer Bruttomarge von 39 Prozent (H1/2021: 45,2 Mio. Euro; 39 Prozent). Das Bruttoergebnis im 2. Quartal 2022 war maßgeblich beeinflusst durch einen Produktmix mit vergleichsweise niedriger Marge. Daneben fielen Einmalkosten aus Projekten zur Stärkung von Produktion und Lieferketten an. Das Bruttoergebnis stieg dennoch im Jahresvergleich um 36 Prozent und lag bei 37,8 Mio. Euro mit einer Bruttomarge von 37 Prozent, (Q2/2021: 27,9 Mio. Euro; 41 Prozent).

Das Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte sich im 1. Halbjahr 2022 gegenüber dem Vorjahreswert von 4,9 Mio. Euro auf 31,4 Mio. Euro bei einer EBIT-Marge von 16 Prozent (H1/2021: 4 Prozent). Diese Entwicklung resultiert im Wesentlichen aus den im Jahresvergleich höheren Umsatzerlösen und der zugehörigen Bruttomarge zusammen mit der zuvor beschriebenen Geschäfts- und Kostenentwicklung zurückzuführen. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg in Q2/2022 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als das Dreifache auf 17,2 Mio. Euro (Q2/2021: 5,6 Mio. Euro) bei einer EBIT-Marge von 17 Prozent (Q2/2021: 8 Prozent).

Das Nettoergebnis des Aixtron-Konzerns belief sich im 1. Halbjahr 2022 auf 31,1 Mio. Euro (H1/2021: 11,5 Mio. Euro). Im zweiten Quartal wurde es mehr als verdoppelt und stieg auf 17,3 Mio. Euro (Q2/2021: 7,7 Mio. Euro). Das Ergebnis pro Aktie stieg im Halbjahr auf 0,28 Euro und in Q2/2022 auf 0,16 Euro (H1/2021: 0,11 Euro; Q2/2021: 0,07 Euro).

Die hohe Eigenkapitalquote von 78 Prozent zum 30. Juni 2022 (30. Juni 2021: 73 Prozent) unterstreicht die Finanzstärke von Aixtron. Die Anzahl der Beschäftigten im Konzern stieg zum 30. Juni 2022 auf 772 an. 
 


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