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Negativ-Preis „Plagiarius“

Das sind die frechsten Fälschungen

10. Februar 2020, 12:31 Uhr   |  Karin Zühlke

Das sind die frechsten Fälschungen
© Aktion Plagiarius e.V

Der schwarze Zwerg mit der goldenen Nase wird an "herausragende" Fälscher vergeben.

Der Negativ-Preis „Plagiarius“ wurde am 07. Februar auf der Frankfurter Konsumgütermesse „Ambiente“ zum 44. Mal verliehen. Die Fälscher kommen diesmal nicht nur aus China.

Bereits seit 1977 vergibt die Aktion Plagiarius e.V. den gefürchteten Schmäh-Preis an Hersteller und Händler besonders dreister Plagiate und Fälschungen. Ins Leben gerufen wurde der Preis von Designer Prof. Rido Busse. Die Auszeichnung sagt nichts darüber aus, ob ein nachgemachtes Produkt im juristischen Sinne erlaubt oder rechtswidrig ist. Ziel der Aktion Plagiarius ist vielmehr, die skrupellosen Geschäftspraktiken von Produkt- und Markenpiraten ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Industrie, Politik und Verbraucher für die Problematik zu sensibilisieren.

Das sind die Preisträger 2020 - der 3. Preis wurde gleich zwei Mal vergeben:

Wenn der Schein trügt

Links Original: Genius GmbH, Limburg, Deutschland Rechts Fälschung: Ningbo A-Biao Plastic Industry & Trade Co., Ltd., VR China Der Fälscher verletzt diverse gewerbliche Schutzrechte von Genius. Er kopiert nicht nur das Produkt- und Verpackungsdesign,
Links Original: Kayser Berndorf GmbH, Wien, Österreich Rechts Fälschung: Vertrieb: Female Foods BV, Woerden, Niederlande (liquidiert) Ein belgischer Händler hatte die Fälschungen „im guten Glauben“ erworben. Der Fälscher verletzt die Bildmarke „KAYSE
Links Original: JULIUS-K9 Zrt., Szigetszentmiklós, Ungarn Rechts Fälschung: Shenzhen Dog Favors Pet Supplies Co., Ltd., VR China Der Fälscher kopiert 1:1 das Produkt sowie die Marke „JULIUS-K9“. Die minderwertigen Materialien und Reflektoren wirken s

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Zugleich vermittelt der Verein Unternehmern, KMU und Kreativen die Bedeutung und Wirksamkeit von gewerblichen Schutzrechten – z.B. Marke, Patent, Design - und ermutigt sie ihr geistiges Eigentum zu schützen und Nachahmer zur Rechenschaft zu ziehen. Zudem möchte die Aktion Plagiarius dazu beitragen, dass Konsumenten technischen und kreativen Leistungen mehr Wertschätzung entgegen bringen, indem sie ihnen vor Augen führt, dass die Entwicklung eines Produktes von der ersten Idee über Design, Konstruktion, Zertifizierungen und Prototypenbau bis zur Marktreife viel Zeit, Geld, Know-how, Mut und Innovationskraft kostet. Dafür steht auch die Trophäe des Negativ-Preises: Ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase – Symbol für die immensen Profite, die ideenlose Nachahmer sprichwörtlich auf Kosten von Kreativen und der Industrie erwirtschaften.

Bevor die jährlich wechselnde Jury die Preisträger wählt, werden die vermeintlichen Plagiatoren über ihre Nominierung informiert und erhalten die Möglichkeit zur Stellungnahme. Neben fallbezogenen Informationen fließen diese Reaktionen, sofern erfolgt, mit in die Bewertung ein. Der Jury geht es  nicht darum, legale Wettbewerbsprodukte zu brandmarken. Intention ist vielmehr, plumpe 1:1 Nachahmungen, die dem Originalprodukt bewusst zum Verwechseln ähnlich sehen und die keinerlei kreative oder konstruktive Eigenleistung aufweisen, in den Fokus zu rücken. Erfreulicherweise haben bereits zahlreiche Nachahmer aus Angst vor der Prämierung mit dem „Plagiarius“ eine Einigung mit dem Originalhersteller gesucht und beispielsweise Restbestände der Plagiate vom Markt genommen, Unterlassungserklärungen unterschrieben oder ihre Lieferanten offengelegt.

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