STMicroelectronics Gewaltiger Einbruch bei Mikrocontrollern und Digital-ICs

Jean-Marc Chery, stellvertretender CEO von STMicroelectronics, soll auf der nächsten Hauptversammlung die Nachfolge von Carlo Bozotti antreten und den Halbleiterhersteller als President, CEO und Vorstandsvorsitzender führen.
Jean-Marc Chery, President und CEO von STMicroelectronics: »Für das Gesamtjahr 2019 erwarten wir nun einen Nettoumsatz in der Größenordnung von rund 9,35 bis 9,65 Mrd. Dollar. Wir bestätigen unseren Investitionsplan von 1,1 bis 1,2 Mrd. Dollar«

Im zweiten Quartal 2019 musste ST mit der Profitabilität kämpfen. Während zwei von drei Sparten ein leichtes Umsatzwachstum bei allerdings sinkenden Margen erzielen konnten, brach die dritte Sparte mit Mikrocontrollern und Digital-ICs um ein knappes Viertel ein.

Der französisch-italienische Halbleiterhersteller STMicroelectronics setzte im zweiten Quartal 2019 2,173 Mrd. Dollar um und musste damit einen Umsatzrückgang von 4,2 Prozent im Jahresvergleich hinnehmen. Gleichzeitig brach das operative Ergebnis um 32 Prozent auf 196 Mio. Dollar und der Nettogewinn um 38,7 Prozent auf 160 Mio. Dollar ein. Offenbar spürt das in Genf ansässige Unternehmen die Eintrübung der Konjunktur in wichtigen Zielmärkten, wie der Automobil- und Industrieelektronik.
Während ST den Umsatz gegenüber dem ersten Quartal 2019 um 4,7 Prozent steigern konnte, sank die operative Marge weiter auf 9,0 Prozent und schlug sich dann in einem Einbruch des Nettogewinns von 10,2 Prozent nieder. Jean-Marc Chery, President und CEO,  kann dieser Entwicklung allerdings noch positive Aspekte abgewinnen: »Wie geplant, sind wir im zweiten Quartal zu einem sequenziellen Umsatzwachstum zurückgekehrt. Der Umsatz stieg sogar um 4,7 % und lag damit über dem Mittelwert unserer Planung von 2,4 %, angetrieben von spezialisierten Bildsensoren, HF-Produkten für Frontend-Module, Siliziumkarbid-MOSFETs und digitalen Automotive-Chips. Dieser Effekt wurde jedoch teilweise aufgefressen durch Standard-Analog-ICs, Mikrocontroller und ältere Automotive-Chips.«

Sparten entwickeln sich uneinheitlich

Wie von Chery erwähnt, entwickelten sich die drei Sparten des Unternehmens uneinheitlich:
Die Automotive and Discrete Group (ADG) konnte im Jahresvergleich den Umsatz mit 1,7 Prozent geringfügig auf 885 Mio. Dollar steigern, allerdings bei einem Minus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Jahresvergleich schrumpfte der operative Gewinn um 13,1 Prozent auf 73 Mio. Dollar.
Die Analog-, MEMS and Sensors Group (AMG) kann sich über ein Umsatzplus von 13,2 Prozent gegenüber Vorjahr und 25,7 Prozent gegenüber Vorquartal auf 694 Mio. Dollar freuen. Weniger erfreulich ist, dass das Umsatzwachstum offenbar nicht im Ergebnis ankommt. Der operative Gewinn brach um 15,6 Prozent auf 74 Mio. Dollar ein.
Sorgenkind des Unternehmens dürfte die Microcontrollers und Digital-ICs Group (MDG) sein, bei der der Umsatz im Jahresvergleich um bemerkenswerte 24,4 Prozent (zum Vorquartal 4,2 Prozent) auf 591 Mio. Dollar abrutschte. Dies hatte einen regelrechten Ergebnis-Absturz von 71,7 Prozent auf 45 Mio. Dollar zur Folge. Ein Unternehmenssprecher führte diese Entwicklung auf einen boomenden Markt im vergangenen Jahr und die sich seit diesem Jahr abschwächende Marktdynamik zurück. Die Bestandskorrektur bei Distributoren, die seit einiger Zeit das analoge Portfolio und die universellen Mikrocontroller von ST betrifft, ist aufgrund kürzerer Lieferzeiten noch nicht abgeschlossen und etwas stärker. ST erwartet, dass diese Korrektur im dritten Quartal abgeschlossen sein wird, da seit März positive Anzeichen von »Point-of-Sales« bei Distributoren weltweit, außer in Europa, sichtbar seien.

Umsätze pro Sparte (Mio. $)Q2 2019Q1 2019Q2 2018Q/QJ/J
Automotive and Discrete Group (ADG)885903870-2,1%1,7%
Analog, MEMS and Sensors Group (AMS)69455261325,2%13,2%
Microcontrollers and Digital ICs Group (MDG)591617782-4,2-24,4
Sonstige344----
Gesamtumsatz2173207622694,7-4,2

 

STMicroelectronics: Umsätze im zweiten Quartal 2019 nach Sparten.

Durchwachsener Ausblick bei Umsatz und Marge

Chery erwartet zwar für das dritte Quartal ein deutliches Umsatzwachstum, aber eine weiter sinkende Bruttomarge. Im Jahresvergleich schrumpfte sie von 40,2 Prozent auf 38,2 Prozent. Für das Q3 sind nur noch 37,5 Prozent geplant.
»Mit Blick auf das dritte Quartal erwarten wir zur Halbzeit ein starkes sequenzielles Umsatzwachstum von rund 15,3 %. Dieses Wachstum wird von engagierten Kundenprogrammen und neuen Produkten in einem schwächer als erwarteten Automobil- und Industriemarkt getragen. Für das Gesamtjahr 2019 erwarten wir nun einen Nettoumsatz in der Größenordnung von rund 9,35 bis 9,65 Mrd. Dollar. Wir bestätigen unseren Investitionsplan von 1,1 bis 1,2 Mrd. Dollar«, erläuterte Chery.