Nextmove mit weniger Model 3 als geplant Tesla storniert 5-Millionen-Euro-Bestellung

Nicht alles ist Gold, was den Namen Tesla trägt. Nextmove vermietet weit weniger Tesla Model 3 als geplant, weil die Kalifornier Fahrzeuge mit zum Teil gravierenden Mängeln lieferten.
Nicht alles ist Gold, was den Namen Tesla trägt. Nextmove vermietet weit weniger Tesla Model 3 als geplant, weil die Kalifornier Fahrzeuge mit zum Teil gravierenden Mängeln lieferten.

Die Elektroauto-Vermietung Nextmove kann weit weniger Tesla Model 3 in die Flotte aufnehmen als geplant. Ende 2018 hatte das Unternehmen 100 Fahrzeuge des Typs bestellt. Bei den Auslieferungen der ersten 15 Fahrzeuge im Frühjahr 2019 war dann allerdings nur jedes vierte Neufahrzeug ohne Mängel.

Nachdem Nextmove bei der Auslieferung der bestellten Model 3 im Frühjahr 2019 feststellte, dass die Fahrzeuge zum Teil nicht verkehrstüchtig waren, einigte sich der Flottenbetreiber und Tesla Deutschland über einen Prozess zur mangelfreien Übergabe sowie termingerechte Reparaturen. Doch die Einigung nahm Tesla zurück, setzte nextmove ein 24-Stunden-Ultimatum und stornierte nach dessen Ablauf die Bestellung von 85 weiteren Fahrzeugen im Wert von rund fünf Millionen Euro. Die betroffenen Model 3 wiesen teils gravierende Mängel auf – angefangen bei defekten Reifen, Lack- und Karosserieschäden, defekte Laderegler, falsche Kabelbäume oder fehlende Notruftasten. Solche Qualitätsmängel hätten die Sicherheit der Nutzer gefährdet.

In den Sommermonaten nahm die Elektroauto-Vermietung dann einen neuerlichen Anlauf, vier Tesla Model 3 über den Weg der Internetbestellung zu erwerben. »Das Resultat war, dass uns Tesla nachweislich Fahrzeuge als neu anbot, die bereits einmal auf eine Privatperson zugelassen waren«, ärgert sich Nextmove-Geschäftsführer Stefan Moeller. Die Annahme dieser Model 3 hätte zur Folge gehabt, dass Nextmove weder eine BAFA-Förderung hätte in Anspruch nehmen noch die Umsatzsteuer als Vorsteuer beim Finanzamt geltend machen können. Für Leasing-Gesellschaften ist es auch aufgrund der sprunghaften Preispolitik der Kalifornier ohnehin bereits ein hohes Risiko, Tesla-Fahrzeuge zu finanzieren. 

In den vergangenen Monaten habe man die eigenen Kunden immer wieder darüber informiert, dass es Schwierigkeiten mit den Auslieferungen durch Tesla gäbe. »Wiederholt haben wir die Kündigung der Langzeit-Mietverträge angeboten oder den Kunden zum rabattierten Preis andere Fahrzeuge vermietet«, so Moeller. Nun entschied sich das Unternehmen die Flucht nach vorne anzutreten und die Geschehnisse publik zu machen.