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Geräteanschlusstechnik

Von Grund auf neu konzipiert

05. November 2020, 10:04 Uhr   |  Corinna Puhlmann-Hespen

Von Grund auf neu konzipiert
© Weidmüller

Johann Klippenstein, Weidmüller: »Wir laden jeden Hersteller dazu ein, unsere Produktfamilie als eine Plattform zu begreifen und diese Plattform für neue Entwicklungen und Produktideen zu nutzen.«

Nach einem Jahr Entwicklungszeit bringt Weidmüller ein modulares Steckverbindersystem auf den Markt, das neue Maßstäbe im Bereich der Leiterplatten-Anschlusstechnik setzt.

Die Produktfamilie „Omnimate 4.0“ ist anders als bisherige Stecker – hinsichtlich der Produktion, der Designmöglichkeiten und auch der Verdrahtung.

Elektrische Geräte werden mit jeder neuen Generation kleiner, leistungsfähiger und auch sicherer in ihrer Anwendung. Ständig kommen neue Marktanforderungen hinzu, und das bei immer kürzer werdenden Entwicklungszyklen. Das hat auch Einfluss auf die Steckverbinder, die je nach Gerät ganz unterschiedliche Anforderungen erfüllen müssen. »Um den Bedürfnissen des Marktes gerecht zu werden, haben wir heute rund 20.000 Artikelnummern nur im Bereich der Geräteanschlusstechnik zu verwalten«, sagt Johann Klippenstein, Head of Product Management Device Connectivity von Weidmüller.

Und weiter: »Wir sind aber kein Distributor, sondern ein Hersteller von Steckverbindern, weshalb uns das vor große Herausforderungen stellt.« Es wird insgesamt immer aufwändiger für die Steckverbinder-Branche, die große Variantenvielfalt in der Produktion sowie im Vertrieb abzubilden.
Und weil nicht damit zu rechnen ist, dass in Zukunft die Diversität abnimmt, bedarf es laut Klippenstein »neuer Konzepte«. Ein solches Konzept hat Weidmüller mit seiner Serie „Omnimate 4.0“ umgesetzt. »Wir haben den Leiterplatten-Steckverbinder von Grund auf neu gedacht.«

Weidmüller
© Weidmüller

Omnimate 4.0 mit Snap-In-Anschluss

Baukasten aus Einzelscheiben

Die wichtigste Veränderung ist, dass sich die neuen PCB-Steckverbinder aus Einzelmodulen – Klippenstein spricht von „Einzelscheiben“ – zusammensetzen. Diese Scheiben wird Weidmüller künftig in sehr hohen Stückzahlen produzieren und auf Lager halten. In der Vorproduktion setzt das Unternehmen diese Einzelkomponenten dann zu den gewünschten Steckverbindern zusammen, sodass sich unterschiedliche Varianten ergeben, zum Beispiel hinsichtlich Polzahlen, Übertragungseigenschaften und Größen. Nimmt man das Zubehör dazu, werden sich künftig mehr als 100 Mio. Kombinationen realisieren lassen.

Dass die unterschiedlichen Steckverbinder-Versionen erst bei der Vormontage – und nicht mehr in der Produktion – entstehen, wirkt sich natürlich auf die Anzahl der zu fertigenden Teile aus: »Wir konnten die Anzahl der Einzelscheiben auf unter 100 reduzieren, gegenüber vormals 20.000 Artikeln«, verdeutlicht Klippenstein. Das hat nicht nur einen positiven Einfluss auf die unternehmensinternen Prozesse, sondern auch auf die Lieferzeiten. »Von vormals typischen vier bis acht Wochen kommen wir jetzt auf eine Lieferzeit von rund drei Tagen, selbst bei individualisierten Produkten«, berichtet der Weidmüller-Experte.

Das modulare Konzept der Baureihe ist so konzipiert, dass sich mit Omnimate 4.0 nahezu alle Kombinationen für die Signal-, Daten- und Leistungsübertragung abdecken lassen. Zudem kann man mit den Komponenten auch hybride Schnittstellen realisieren, oder man kann intelligente Funktionen in den Steckverbinder einbauen. »Omnimate 4.0 genügt den heutigen vielfältigen Anforderungen, ist aber auch für künftige Technologien bestens gerüstet«, stellt der Weidmüller-Experte klar. Bereits zur Markteinführung bietet Weidmüller beispielsweise eine hybride Variante mit neuer Datenschnittstelle für Single-Pair Ethernet an, sodass der Kunde seine Automatisierungsprodukte bereits heute für eine künftige Schlüsseltechnologie vorbereiten kann.

»Das Baukastensystem eröffnet vielfältige und neue Möglichkeiten. Wir laden daher jeden Hersteller dazu ein, unsere Produktfamilie als eine Plattform zu begreifen und diese Plattform für neue Entwicklungen und Produktideen zu nutzen«, betont Johann Klippenstein.

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1. Von Grund auf neu konzipiert
2. Software-Unterstützung bei der Auswahl

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