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Zettler setzt auch auf China

»Fertigungstandort China ist unstrittig«


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Pläne und Neuerungen

Zettler setzt sehr auf Photovoltaik und somit Solar-Relais: Birgt so eine Fokussierung denn nicht ein erhebliches Risiko, sofern solch ein Markt einbricht?

Das Wachstum an Solarrelais ist in der Tat weit überdurchschnittlich. Das betrifft im Übrigen sowohl die bestehenden Produkte als auch den Bedarf an neuen Relais, vor allem auch in höheren Ampere-Klassen. Die Abhängigkeit von einer Branche ist immer ein Risiko, jedoch auch eine Chance. Wir setzen einerseits darauf, dass wir hier innerhalb der Branche mehrere große, innovative und stabile Kunden haben. Andererseits sind die Produktanforderungen im Solarbereich in Teilen auch deckungsgleich mit den Anforderungen bei Storage oder der E-Mobility. Somit können wir hier von einer Risikostreuung ausgehen, zumindest innerhalb des gesamten Themas „erneuerbare Energien“.

Welche Rolle spielen für Zettler neben Relais andere Produkte?

Getrieben durch die hervorragende Entwicklung des europäischen Relaisgeschäfts – weit über 50 Prozent unseres Umsatzes - konnten wir mit den vorhandenen Ressourcen leider nicht genug Fokus auf die anderen Produkte unseres Portfolios legen. Dazu zählen Displays, aber auch Wickelgüter, Trafos, Stromsensoren, Powermodule und industrielle Thermostate, die seit Jahren in Eigenfertigung der Zettler-Gruppe produziert und vertrieben werden. Unsere Schwestergesellschaften in den USA und Asien sind uns da weit voraus: In China ist das Segment der Magnetics die inzwischen mit Abstand wichtigste Produktgruppe, in den USA liegt die Entwicklung der Displays weit vor der unseren. Dies zeigt uns, welches Potenzial in diesen Produktgruppen – vor allem Magnetics und Displays – für uns noch steckt. Diese Segmente werden wir weiter ausbauen und ins Blickfeld unserer Kunden bringen.

2012 haben Sie mit Ihrem Antritt als Geschäftsführer von Zettler electronics die Displays in die AZ Displays GmbH ausgegliedert, um das Display-Geschäft »gezielt auszubauen«: Wie sieht Ihre Zwischenbilanz nach drei Jahren aus?

Die Entscheidung, das Display-Geschäft zu schärfen, war definitiv eine wichtige und richtige Entscheidung. Die Frage ist, ob bei der bescheidenen Größe unseres Display-Geschäfts der Zeitpunkt nicht verfrüht war. Im Nachhinein lässt sich jedoch sehr wohl resümieren, dass wir unser Eigengeschäft mit Displays deutlich ausbauen konnten, um ca. 50 Prozent – dies jedoch auf einer relativ niedrigen Basis –, zudem haben wir das Portfolio erweitert. In der Summe sind die Ergebnisse also durchaus zufriedenstellend. Das Ziel, im Portfoliomix den Display-Anteil gegenüber der Elektromechanik deutlich zu steigern, haben wir zwar verfehlt, das liegt aber mehr an einem weit überdurchschnittlichen Wachstum der Elektromechanik. Bei Displays gilt der Fokus unseres Vertriebs Deutschland, die anderen europäischen Märkte wollen wir vermehrt über kompetente Distributoren stärken. Um die Regionen außerhalb Europas kümmert sich die Zettler-Gruppe mit lokalen Zettler-Gesellschaften.

Sind innerhalb der Zettler-Gruppe fertigungstechnisch Neuerungen bei Displays geplant?

Ja, denn die Entwicklung bei Displays ist wesentlich schneller als in der Elektromechanik, auch weil die Technologien im Verhältnis noch relativ jung sind. Derzeit denken wir gerade darüber nach, optical bonding in Eigenfertigung vorzunehmen.

Wie entwickeln sich Umsatz und Nachfrage bei Zettler electronics? Wie sieht es für 2016 aus?

Wir konnten im letzten Jahr im Umsatz deutlich zweistellig zulegen. Der Auftragseingang hat diese Entwicklung sogar noch bei Weitem übertroffen. Auch im zweiten Halbjahr war hier keine gegenläufige Tendenz spürbar - im Gegenteil, wir hatten noch nie so einen hervorragenden Dezember. Und auch die Entwicklung im Januar stimmt uns zuversichtlich, dass sich dieser Trend zumindest im ersten Halbjahr weiter fortsetzt.

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