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Relais-Nachfrage auf Allzeit-Hoch

13. September 2021, 14:30 Uhr   |  Corinna Puhlmann-Hespen

Relais-Nachfrage auf Allzeit-Hoch
© Omron Electronic Components

Die Nachfrage nach bewährten elektromechanischen Relais ist auf Rekord-Niveau, welches zwar den Unsicherheiten in der Lieferkette geschuldet ist, sich aber nicht nur darauf gründet: Erneuerbare Energien beflügeln das Geschäft.

Der Bereich der erneuerbaren Energien lässt viele Relais-Hersteller äußerst positiv in die Zukunft blicken. Neben der Photovoltaik gewinnt insbesondere die Elektromobilität als Absatzmarkt an Bedeutung, denn nicht nur in großen Ladesäulen ist zuverlässige Relais-Technik gefragt, sondern z.B. auch in Wallboxen, Ladekabeln und kompakten Onboard Chargern. Antje Jakesch, Geschäftsführerin von Zettler Electronics, bestätigt diesen Trend: »Die wichtigste Produktgruppe für uns ist derzeit die der Solarrelais, wobei die Gruppe der EV-Relais sehr stark aufgeholt hat und im Jahr 2022 erstmals die Solarrelais ablösen könnte. Aber auch bei den Solarrelais der höheren Leistungsklassen von 65 A bis 200 A gibt es einen starken Zuwachs, sodass es spannend bleibt.«

Zettler Electronics verzeichnete im Juni den höchsten monatlichen Umsatz sowie den höchsten Auftragseingang in der Firmengeschichte. Und dieser Rekord ist im August wohl nochmals übertroffen worden.

Extremer Zuwachs

»Wir sind äußerst zufrieden mit der bisherigen Geschäftsentwicklung im Jahr 2021; wir liegen im Auftragseingang bereits 100 Prozent über Vorjahr; beim Umsatz werden wir zwischen 20 und 40 Prozent über Vorjahr erreichen, je nachdem wie schnell die Ware kommt; Schiffsverspätungen von mehreren Wochen sind aktuell ja leider an der Tagesordnung«, schildert Jakesch die außergewöhnliche Situation. 

Antje Jakesch
© Zettler electronics

Antje Jakesch, Zettler Electronics: »Wir liegen beim Auftragseingang bereits 100 Prozent über Vorjahr.«

»Natürlich hängt der extreme Zuwachs beim Auftragseingang mit den Lieferzeiten zusammen, die Kunden sind ja praktisch gezwungen, weit im Voraus zu planen. Daneben sehen wir aber auch generell einen starken Zuwachs – und das in allen Bereichen.«

Tomonori Morimura, COO von Omron Electronic Components Europe, bekräftigt: »Unsere Relais-Technologien erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Unsere Leistungsrelais für grüne und nachhaltige Systeme jedoch stoßen auf besonderes Interesse.«

Dirk Rauscher
© Finder

Dirk Rauscher, Finder: »Wir sind gespannt, wie sich die Situation ab dem zweiten Quartal 2022 darstellen wird, denn vorher rechnen wir mit keiner Abschwächung des Geschäfts.«

Dass sich die hohe Nachfragesituation in naher Zukunft normalisiert, erwartet die Mehrzahl der von Markt&Technik befragten Relais-Hersteller nicht. »Wir sind gespannt, wie sich die Situation ab dem zweiten Quartal 2022 darstellen wird, denn vorher rechnen wir mit keiner Abschwächung des Geschäfts«, erklärt Dirk Rauscher, Vertriebsdirektor von Finder. Und weiter: »Einige sich sehr positiv entwickelnde Märkte werden sicherlich auch im nächsten Jahr ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich verzeichnen.«

Weiterentwicklung der Relais-Technik

Auch in technischer Hinsicht gewinnt die Entwicklung bei den etablierten elektromechanischen Relais deutlich an Dynamik. Denn es ist nicht trivial, etwa hochkompakte Relais für die Ladeinfrastruktur zu entwickeln, die den normativen Vorgaben z.B. hinsichtlich der Kurzschlussstromfestigkeit entsprechen. Aber auch bei den Wechselrichtern für Photovoltaikanlagen steigen die technischen Anforderungen an das Relais. Wird eine Stromfestigkeit von über 200 A verlangt, ist es z.B. nicht mehr so einfach, die entstehende Wärme von der Leiterplatte abzuführen.

Die vollständige Ausgabe 36-2021 können Sie hier als E-Paper lesen.

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