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Jens Gamperl, Sourceability

»Die Supply Chain durchgehend digitalisieren«

17. Dezember 2019, 14:45 Uhr   |  Karin Zühlke

»Die Supply Chain durchgehend digitalisieren«
© Sourceability

Jens Gamperl, Sourceability: „Auf der Sourcengine hat der Einkauf alle Tasks auf einer Plattform, das macht den Schritt in Richtung Digitalisierung sicher einfacher.“

Von null auf hundert startete Sourceability mit seinem eCommerce-Marktplatz Sourcengine und generierte 160 Mio. US Dollar Umsatz bereits im dritten Geschäftsjahr. Dabei verfolgt das Unternehmen eine duale Strategie als Digitalisierer und Vertrags-Distributor.

Details erläutert Jens Gamperl, CEO von Sourceability.

Markt&Technik: Was ist Sourecability – ein Distributor oder eine Einkaufsplattform?

Jens Gamperl: Sourceability ist die Legal Entity mit Sitz in Miami, Florida. Wir sind einerseits ein Franchise-Distributor, andererseits betreiben wir drei Online-Plattformen: unseren eCommerce-Marktplatz Sourcengine, die Plattform Surcle.io für Engineering-Dienstleistungen und fernerThe Burn-In, eine Plattform für technische Fachinformationen. Wir wollen als Technologieunternehmen wahrgenommen werden, das Kunden und Lieferanten bei der Digitalisierung hilft. Unser System ist global nutzbar vom 2-Mann-OEM bis hin zu einem „Foxconn“.

Was verbirgt sich hinter den einzelnen Plattformen genau?

Surcle.io bietet dem Kunden die Möglichkeit, technische Ressourcen zu finden. Dort können Firmen ihre Entwicklungs-Projekte einstellen. Das heißt, wir erweitern den Servicebereich für den Kunden. Auf diese Weise kann er global nach Engineering-Ressourcen suchen. Anders herum können auch Entwickler ihre Ressourcen auf Projektbasis anbieten. Darüber hinaus haben wir im Jahr 2015 begonnen, mit der Sourcengine ein Konzept aufzustellen, das dem Kunden ermöglicht, online und in Echtzeit quasi auf einen Klick Angebote für seine gesamte Bill-of-Material oder einzelne Produkte einzuholen. Wir bezeichnen das im Fachjargon als „Quoting“. Die Plattform The Burn-Inrundet unser Angebot durch fachlichen Content ab, den wir entweder selbst von Fachjournalisten generieren lassen oder von Verlagen zukaufen.

Unser Ziel ist, die Digitalisierung vom Ingenieur bis zur Supply Chain durchgehend umzusetzen, und damit den Einkauf zu erleichtern, und dem Kunden eine weltweite Visibilität von Preisen zu ermöglichen.

Wie funktioniert das „Echtzeit-Quoting“?

Sie müssen sich das vorstellen wie auf einem Hotelbuchungsportal. Das ist im Prinzip die gleiche Technologie. Dahinter steht eine Real-Time-Query-Technologie, die das Quoting in Echtzeit ermöglicht.

Auf wie viele Anbieter greift die Sourcengine zurück?

Auf der Sourcengine sind über 2000 Anbieter vereint: Hersteller und Franchise-Distributoren. Die Sourcengine hat darüber hinaus den Vorteil, dass Hersteller und Distributoren ihre Produkte weltweit anbieten können.

Werden die Anbieter auf der Plattform Sourcengine aktiv gefragt, ob sie sich auf Ihrer Plattform beteiligen möchten und in welchen Regionen?

Ja natürlich, alle Anbieter werden vorher kontaktiert. Und wenn ein Anbieter – Hersteller oder Distributor - das wünscht, kann er das Angebot nach Produkten oder auch regional einschränken. Aber gerade kleinere regionale Distributoren sehen die weltweite Vertriebsmöglichkeit über uns als Chance an, ihren Footprint zu erweitern und neue Kunden zu erreichen.

Wie habe ich mir die Abwicklung über die Sourcengine vorzustellen?

Die Abwicklung der Käufe läuft momentan zentral über uns. Wir kaufen konsolidiert – und haben Logistik in Hongkong, Singapur und in Miami. 2020 werden wir zusätzlich auch ein Lager in München haben. Ein Beispiel: Unser bislang größter Auftrag umfasste 480.000 US Dollar und war konsolidiert in 280 Line Items von über 20 Distributoren. Für diesen Auftrag haben wir für den Kunden 20 Distributoren konsolidiert. Der Kunde hat nur eine Rechnung und eine Lieferung von uns erhalten.

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1. »Die Supply Chain durchgehend digitalisieren«
2. Sourceengine Wettbewerb zur Distribution?
3. Die Finanzierung von Sourcengine

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