Sourceability verdoppelt Kundenzahl

»Verfügbarkeit ist oft nur eine Frage des Preises«

26. April 2022, 14:38 Uhr | Karin Zühlke
Sourceability
Jens Gamperl, CEO von Sourceability »Letztes Jahr wurden in der Supply Chain alle Wege ausgelotet, um an Ware zu kommen. Auf diese Weise kommen die Kunden natürlich auch zu uns.«
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Sourceability übertraf laut CEO Jens Gamperl im letzten Jahr alle Umsatzerwartungen und steuert auch in diesem Jahr neuen Rekordwerten entgegen. Dafür sorgen ein gut skalierbares Geschäftsmodell und der immense Komponentenbedarf. Dafür greifen die Kunden bei Bedarf auch tiefer in die Tasche.

Markt&Technik: Wie zufrieden waren Sie mit 2021?

Jens Gamperl: Seit Q2/2021 arbeitet meine ganze Organisation am Anschlag. Wir wurden von der Vielzahl an Anfragen völlig überwältigt. Dementsprechend gut ist natürlich auch unser Ergebnis: Wir haben letztes Jahr knapp 570 Millionen US-Dollar Umsatz generiert, und das bei einer Planung von weniger als 200 Millionen Dollar. Nachdem es in der Zeit kaum möglich war, Personal einzustellen, haben wir das alles mit derselben Mannschaft gestemmt. Und der Erfolgskurs geht weiter: Aller Voraussicht nach werden wir im ersten Quartal wohl um 270 Millionen Dollar Umsatz ausweisen.

Das digitale Geschäft hat uns geholfen, viele neue Kunden zu gewinnen. Wir haben die Kundenbasis auf breiter Basis ausbauen können und die Anzahl der Kunden von 2020 auf 2021 verdoppelt. Insgesamt haben wir letztes Jahr an 4500 Kunden faktoriert.

Gleichzeitig gab es vielschichtige Herausforderungen: Wir mussten coronabedingt immer wieder Läger schließen, z. B. in Hongkong oder Singapur. Wir sind teils auf unser Lager in Miami ausgewichen, weil wir dort den Betrieb 24/7 aufrechterhalten konnten.

Sie könnten in diesem Jahr sogar die Milliarden-Marke knacken …

Für mich ist so ein Meilenstein nicht so wichtig. Entscheidend ist, dass wir unsere Organisation gut im Griff haben.

Wie können Sie bzw. Ihre Mitarbeiter der doppelten Anzahl an Kunden in der Betreuung überhaupt noch gerecht werden?

Seit Ende 2020 werden alle Neukunden, die digital zu uns gefunden haben, rein digital betreut. Dieses Konzept hat sich bewährt. Im traditionellen Geschäft arbeiten wir mit rund 60 Vertriebsmitarbeitern, davon betreut jeder maximal 30 Kunden. Auf diese klassische Weise betreuen wir rund 1800 Kunden.

Worauf führen Sie den Erfolg Ihres Geschäftsmodells maßgeblich zurück?

Letztes Jahr wurden in der Supply Chain alle Wege ausgelotet, um an Ware zu kommen. Auf diese Weise kommen die Kunden natürlich auch zu uns. Im März 2021 hatten wir rund 12 Millionen Angebote auf der Sourc­engine gelistet; in Q4 waren es dann noch 3,2 Millionen.

Außerdem haben wir die Sourcengine so weiterentwickelt, dass die Kunden auch Digital Quotes anfragen können. Unsere Mitarbeiter werden dann tätig und versuchen, die Ware für die Kunden weltweit digital zu finden. Das ist uns des Öfteren gelungen.

»Ware finden« – das klingt etwas abenteuerlich. Wie habe ich mir das denn vorzustellen?

2021 wurde ja nicht weniger produziert als 2020 oder 2019. Im Gegenteil. Auch die Foundries haben schließlich ein Wachstum verzeichnet. Es geht nur darum, wie man an die Ware kommt. Viel geht auch über den Preis. Im Gespräch mit großen Lieferanten erfahren wir auch, dass in der Regel nicht deren kompletter Warenbestand online gelistet ist. Daher ist eine gute Zusammenarbeit mit den großen Lieferanten absolut wichtig für uns.
 

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