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Elektromobilität

Foxconn plant E-Auto-Werke

Foxconn E-Auto-Fabrik
Foxconn will sein Know-how aus der Elektronikfertigung demnächst auch beim Bau von Elektro-Autos einsetzen.
© Foxconn

Foxconn will nächstes Jahr in den USA und Thailand Fabriken für Elektroautos zu bauen – die Fertigung soll dann 2023 anlaufen. Später könnten auch Werke in Europa entstehen, so der Auftragsfertiger.

Laut Foxconn-CEO Liu Young-way befinde sich der Konzern in Gesprächen über mögliche Standorte für Werke in Europa. Es wurden aber weder die in der Diskussion befindlichen Regionen in Europa noch die Standorte der Werke in den USA und Thailand genannt, so der Elektromobilitäts-Branchendienst electrive.net.

Foxconn ist der weltgrößte Elektronik-Hersteller und fertigt unter anderem im Auftrag von Apple das iPhone. Inzwischen will der Konzern aber von der reinen Unterhaltungselektronik unabhängiger werden und baut die E-Auto-Fertigung als weiteres Standbein auf, da in den Fahrzeugen auch viel Know-how aus dem Bereich Consumer Electronics eingesetzt werden kann. Im vergangenen Jahr hatte Foxconn seine eigene Elektroauto-Plattform MIH vorgestellt.

In dem US-Werk will Foxconn unter anderem die Fahrzeuge für Fisker bauen – beide Unternehmen hatten im Februar eine Kooperation zum sogenannten »Project Pear« bekannt gegeben, in dessen Rahmen ein neuartiges Fahrzeug entstehen soll. Die Fertigung soll hier bis Ende 2023 anlaufen.

Während Foxconn keine möglichen Standorte nannte, will die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei erfahren haben, dass das Unternehmen in Gesprächen mit drei US-Bundesstaaten sei. Darunter sei auch Wisconsin. In Wisconsin verfügt Foxconn bereits über eine Elektronik-Fabrik, die gemäß der Ankündigung 13.000 Arbeitsplätze schaffen sollte – das Projekt wurde unter Ex-Präsident Donald Trump angekündigt und sollte Investitonen von zehn Milliarden Dollar in die Region bringen. Wie Reuters im April berichtete, sind bisher aber nur 1.454 Menschen dort angestellt, da Foxconn das Projekt stark zusammengekürzt habe. Möglicherweise könnte die bestehende Anlage auch die Elektroauto-Produktion aufnehmen.

Die Fabrik in Thailand soll nach Angaben von Foxconn im Rahmen eines Joint Ventures mit dem Ölkonzern PTT gebaut werden – seit Anfang Juni entwickeln Foxconn und PTT bereits eine gemeinsame Elektroauto-Plattform. Laut CEO Liu sollen in dem Werk bis zu 200.000 Autos gebaut werden. Sie sollen zunächst für den lokalen Markt gebaut werden – Thailand will ab 2035 keine neuen Verbrenner zulassen – und erst später in andere südostasiatische Länder exportiert werden.

Zu den Europa-Plänen sind kaum weitere Details bekannt. Liu gab in der Konferenz lediglich an, dass die Überlegungen Teil der globalen Elektroauto-Strategie seien. Es gibt zwar bereits eine Kooperation mit dem Stellantis-Konzern, dabei geht es aber um die Entwicklung digitaler Dienste und Infotainment-Systeme – also um das Foxconn-Know-how in der Unterhaltungselektronik. Eine Fahrzeugfertigung ist nicht Teil dieser Kooperation.


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