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Mobilitätsstudie

CO2-Steuer könnte Pkw-Emissionen um 740.000 t pro Jahr senken

Mit der CO2-Steuer sollen die CO2-Emissionen im Verkehrssektor gesenkt werden.
Führt eine CO2-Steuer dazu, dass weniger Auto gefahren wird?
© Olivier le Moal | Shutterstock.com

Um die Emissionen von Fahrzeugen zu senken, wurde zum 1. Januar die CO2-Steuer eingeführt. Wie sich die Preiserhöhung auf den Kraftstoffbedarf auswirkt, hat eine Studie untersucht. Das Ergebnis: Bei Benzin-Autos sinkt der Kraftstoffverbrauch, bei Diesel-Fahrzeugen allerdings nicht.

Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung hat in einer aktuellen Studie Mobilitätsdaten über einen Zeitraum von 15 Jahren analysiert und folgendes herausgefunden: Wenn der Kraftstoff teurer wird, dann sinken die gefahrenen Kilometer und der Gesamtverbrauch bei Benzin-Autos. Bei Dieselfahrzeugen verändert sich der Verbrauch infolge von Preisschwankungen nicht.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie

  • Bei einer Erhöhung des Benzinpreises um 10 % gehen die gefahrenen Kilometer von Benzinautos im Schnitt um 2,5 % zurück. Infolge der eingeführten CO2-Steuer, die Benzin um rund 5 % verteuert, könnten Benziner demnach pro Jahr rund 1,25 % weniger Kilometer zurücklegen.
     
  • Interessanterweise erhöht sich der Kraftstoffbedarf pro Kilometer, wenn der Benzinpreis steigt. Dazu könnte ein geändertes Fahrverhalten beitragen – etwa der Verzicht auf lange Fahrten, bei denen pro Kilometer durchschnittlich weniger Benzin benötigt wird als bei Fahrten in der Stadt. Insgesamt sinkt der Kraftstoffverbrauch bei einer zehnprozentigen Preiserhöhung um rund 2,3 %..
     
  • Bei Dieselfahrzeugen verändern sich infolge von Preisänderungen dagegen weder die Fahrleistung noch der Kraftstoffbedarf signifikant. Ein Grund könnte sein, dass Dieselautos häufig von Menschen genutzt werden, die aus beruflichen oder familiären Gründen viel fahren müssen und deshalb nicht auf höhere Kraftstoffpreise reagieren können.
     
  • Insgesamt prognostiziert die RWI-Studie, dass sich durch die kürzlich eingeführte CO2-Steuer von 25 Euro pro Tonne der CO2-Ausstoß von Pkw in Deutschland um mindestens 740.000 Tonnen reduziert. Das entspricht etwa 0,8 % der CO2-Emissionen von Pkw in Deutschland. Die gleiche CO2-Reduzierung würde durch die Stilllegung von etwa 360.000 Fahrzeugen erreicht.
     
  • Durch eine CO2-Steuer von 55 Euro pro Tonne, wie sie für das Jahr 2025 geplant ist, dürften sich die Emissionen um mindestens 1,62 Mio. Tonnen CO2 reduzieren. Dies entspricht rund 1,7 Prozent der CO2-Emissionen von Pkw oder einer Stilllegung von rund 790.000 Fahrzeugen.
     
  • Bei den der Studie zugrundeliegenden Berechnungen handelt es sich um konservative Schätzungen. Sie basieren auf der Annahme, dass Menschen auf eine CO2-Steuer genauso reagieren wie auf sonstige Benzinpreisänderungen – etwa infolge von Ölpreisschwankungen. Frühere Studien deuten aber darauf hin, dass die Auswirkung auf das Fahrverhalten bei einer Kraftstoff- oder CO2-Steuer sogar deutlich größer sein könnte, weil ein solcher Preisaufschlag von Autofahrer:innen stärker wahrgenommen wird.
     
  • Die RWI-Studie basiert auf Daten des Deutschen Mobilitätspanels für die Jahre 2004 bis 2019. Die Auswertung der Daten aus den vergangenen Jahren ist für die Prognose der Wirkung der CO2-Steuer auch deshalb wichtig, weil sich der tatsächliche Effekt der Steuer auf das Fahrverhalten aufgrund der eingeschränkten Mobilität während der Corona-Pandemie nur schwer quantifizieren lässt.

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