Batteriemanagement per Funk

Zertifizierte Cyber-Sicherheit nach ISO/SAE 21434

4. April 2022, 10:58 Uhr | Harry Schubert
wBMS (Wireless Battery Management System) von Analog Devices, zertifiziert nach ISO/SAE 21434.
© Analog Devices

Für sein Wireless Battery Management System (wBMS) hat Analog Devices jetzt von TÜV Nord Mobilität die Zertifizierung nach ISO/SAE 21434 erhalten, dem Entwicklungs- und -Managementstandard für Cyber-Security in Kraftfahrzeugen.

Die Norm ISO/SAE 21434 ist ein neuer, erst im August 2021 veröffentlichter Standard für das Cybersecurity-Risikomanagement über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs vom Konzept über die Produktentwicklung, die Produktion, den Betrieb und die Instandhaltung bis zur Ausmusterung der elektrischen und elektronischen Systeme. Dem Wireless Battery Management System (wBMS) von Analog Devices hat TÜV Nord Mobilität jetzt die Zertifizierung gemäß ISO/SAE 21434 erteilt und im Gutachten bescheinigt, dass während der Produktentwicklung die erforderlichen Maßnahmen zur Erfüllung der Anforderungen gemäß der höchsten Sicherheitsstufe CAL 4 (Cybersecurity Assurance Level) angewandt werden.

Seit der gemeinsamen Ankündigung des wBMS-Systems mit General Motors im Jahr 2020 hat Analog Devices die Technik in die Massenproduktion geführt. Das Unternehmen bietet damit den Fahrzeugherstellern ein einsatzbereites Batteriemanagementsystem, das auf allen Ebenen auf Sicherheit ausgelegt ist. Die Umstellung von leitungsgebundener Datenübertragung auf Funkkommunikation ermöglicht es Automobilherstellern Akkusätze zu entwickeln, die sich über eine breite Palette von Fahrzeugklassen hinweg anpassen und in Serie produzieren lassen. Neben Modularität, Flexibilität und Skalierbarkeit bietet die Funkkommunikation auch einen rationelleren Entwicklungs- und Montageprozess ohne Steckverbinder für Daten.

»Wir haben im Rahmen einer gründlichen Begutachtung verifiziert, dass das wBMS von ADI den Anforderungen der Norm ISO/SAE 21434 entspricht. Da ADI während der gesamten Produktentwicklung die Klassifizierungs-Bedingungen für CAL 4 berücksichtigt, entsprachen die Maßnahmen zur Sicherstellung der Cyber-Sicherheit den strengsten Vorgaben«, berichtet Leif-Erik Schulte, Senior Vice President bei TÜV Nord Mobilität. »Diese System-Zertifizierung ist ein wichtiges vertrauensbildendes Element im gesamten Elektrifizierungs-Ökosystem, das von der Energiespeicherung über die OEMs bis zu den Konsumenten reicht, um die Akzeptanz von Elektroautos zu fördern und zur Senkung der Schadstoffemissionen beizutragen.«

Im Bericht »Cybersecurity in automotive: Mastering the challenge« vom 22. Juni 2020 sprechen die Analysten von McKinsey dem Thema Cybersecurity eine hohe Bedeutung zu, es würde zu einer neuen Qualitätsdimension für Automobile und künftig eine unabdingbare Voraussetzung für den Marktzugang und die Typzulassung sein. Die CAL-4-Klassifizerung gemäß der Norm ISO/SAE 21434 erfordert belastbare Risikobewertungen zur vorbeugenden Identifikation jeglicher Bauteile, APIs (Application Programming Interfaces) und Softwarefunktionen, die möglicherweise anfällig für etwaige Cyber-Attacken sind.

»Da der Individualverkehr in hohem Maße zur Erderwärmung beiträgt, spielt die beschleunigte Verbreitung von Elektrofahrzeugen eine entscheidende Rolle für eine nachhaltige Zukunft«, sagt Roger Keen, General Manager of Battery Management Systems bei Analog Devices. »Die Verbesserung der Sicherheit und Genauigkeit von Elektrofahrzeug-Batterien räumt Vorbehalte bei den Kaufüberlegungen der Konsumenten aus und erleichtert die Entscheidungen von OEMs zum Ausbau ihres Elektro-Angebots. Mit dieser Zertifizierung kann ADI für kontinuierliche Transparenz und nahtlose Bereitstellung innerhalb der Lieferkette von EV-Batterien sorgen, um unsere Vision einer grüneren Welt voranzubringen. Außerdem verkürzt sich die Markteinführungszeit für unsere Kunden, die ihre Entwicklungszeit und ihre entsprechenden Infrastruktur-Investitionen in Sachen Cybersecurity reduzieren können.«

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