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Technische Hochschule Georg Agricola

Marktforschungsstudie zu Seltenen Erden

11. September 2018, 12:00 Uhr   |  Ralf Higgelke

Marktforschungsstudie zu Seltenen Erden
© Technische Hochschule Georg Agricola

Wirtschaftlich und umweltfreundlich zugleich? Prof. Dr. Alfred Niski von der Technischen Hochschule Georg Agricola hat die Vermarktung von Magneten genau unter die Lupe genommen.

Hochleistungsmagnete kommen in Elektroautos oder Windkraftanlagen zum Einsatz. Ob sie sich wirtschaftlich und umweltfreundlich zugleich herstellen lassen, haben nun Forscher der Technische Hochschule Georg Agricola untersucht. Das könnte die Abhängigkeit von Seltenen Erden aus China mildern.

»Uns geht es darum, die Umwelt möglichst wenig mit Abfällen aus Abbau, Produktion und Konsum zu belasten und die natürlichen Ressourcen zu schützen. Wenn das erreicht ist, sprechen wir von einem Grünen Magneten«, erklärt Prof. Dr. Alfred Niski von der Technischen Hochschule Georg Agricola (THGA). Er sieht die größten Chancen hierfür im aufstrebenden Brasilien. Die Marktforschungsstudie des Wirtschaftsexperten zeigt, dass sich das Schwellenland zum echten – ökologisch nachhaltigeren – Konkurrenten zu Marktführer China entwickeln kann.

Systematisch haben Niski und sein Team die nationalen Märkte und Kunden untersucht: »Denn man wird wohl kaum einen Magneten produzieren wollen, ohne zu wissen, was die Industrie möchte und über welche technischen Eigenschaften er verfügen soll. Außerdem haben wir untersucht, ob auch Kriterien wie ein umweltverträglicher Abbau, die Vermeidung toxischer und radioaktiver Abfälle bis hin zu fairen Arbeitsbedingungen zählen, wenn es um die erfolgreiche und nachhaltige Vermarktung eines brasilianischen Magneten geht.«

Aus diesen Erkenntnissen entwickeln die Experten ein nachhaltiges Geschäftsmodell für einen grünen Magneten, das brasilianische Partner bei der globalen Vermarktung ihrer Produkte unterstützen soll. Prof. Niskis Fazit: »Wir sehen sehr gute Vermarktungschancen für brasilianische Hochleistungsmagnete in Deutschland. Es gibt in der Industrie durchaus ein Bewusstsein für den negativen ökologischen und ethischen Impact der aktuell gängigen Magnetherstellung und die Bereitschaft, sich umzuorientieren.« 60 Prozent der befragten Unternehmen seien empfänglich für dieses Thema und jedes zweite hiervon sogar zahlungsbereit, so die THGA-Experten. Mit einer stärkeren Positionierung Brasiliens als Produktionsland wäre die deutsche Abnehmerindustrie außerdem langfristig weniger abhängig vom chinesischen Monopol.

Im nächsten Schritt werden jetzt konkrete Handlungsempfehlungen und Maßnahmen erarbeitet, die eine nachhaltige Win-win-Situation sowohl für die brasilianische als auch für die deutsche Wirtschaft schaffen. Hierzu kooperieren die Bochumer Forscher eng mit brasilianischen und internationalen Partnern im Verbundprojekt REGINA (Rare Earth Global Industry and New Application). Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Förderschwerpunkt CLIENT II – Internationale Partnerschaften für nachhaltige Innovationen innerhalb des Rahmenprogramms FONA – Forschung für nachhaltige Entwicklung gefördert.

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