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Größtes unabhängiges Testlabor für Emissionsprüfungen in Europa

29. September 2020, 12:50 Uhr   |  Irina Hübner

Größtes unabhängiges Testlabor für Emissionsprüfungen in Europa
© TÜV Süd

Das Mobilitäts- und Antriebszentrum des TÜV Süd in Heimsheim.

Mehr als 20 Mio. Euro hat der TÜV Süd in ein neues Mobilitäts- und Antriebszentrum investiert. Das Testlabor für Emissionsprüfungen, mit dem das Unternehmen seine Prüfkapazitäten für die Mobilität von morgen verdoppelt, ist das größte unabhängige Labor dieser Art in Europa.

In der neuen Prüfeinrichtung am Standort Heimsheim bei Stuttgart steht die gesamte Palette an Emissionsprüfungen für die Typzulassung auf sämtlichen internationalen Märkten zur Verfügung. Dazu gehören auch Emissionen von Hybrid- und Elektrofahrzeugen – Stichwort »Mobilität der Zukunft«.

»20 Millionen Euro Investition, 35 neue Arbeitsplätze, 6 Prüfstände, 25.000 Emissionstests pro Jahr – damit ist das neue Mobilitäts- und Antriebszentrum das größte unabhängige Prüflabor dieser Art in Europa und Herzstück unseres Labornetzwerks für Emissionsprüfungen, mit dem wir die Zukunft der Mobilität mitgestalten wollen. Kapazität, Know-how, Internationalität – mit der neuen Prüfeinrichtung unterstreichen wir unseren Anspruch an höchste Qualität und einem nachgefragtem Produktportfolio«, sagt Patrick Fruth, CEO der Division Mobility beim TÜV SÜD. »Als Branchenpartner begleiten wir hier die deutsche, aber auch die internationale Automobilindustrie ganz gezielt auch beim Wechsel von konventionellen Antrieben zu Hybrid- und Elektro-Fahrzeugen.«

Mit dem Labor reagiert der TÜV Süd nicht nur auf die stark angestiegenen Anforderungen und gesetzlichen Vorgaben wie beispielsweise RDE und Euro 7. Das Unternehmen blickt daneben technologisch weiter in die Zukunft. Zudem soll damit ein starkes Signal für die Auto-Region Stuttgart und Baden-Württemberg gesetzt werden. »Hier im Auto-Cluster Baden-Württemberg mit mehr als 450.000 Mitarbeitern prüfen wir fortan Elektro- und Hybridfahrzeuge sowie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren für alle relevanten Zugangsmärkte, wie beispielsweise USA, China oder Südkorea, aber auch für den Standort Deutschland. Das TÜV-Süd-Mobilitäts- und Antriebszentrum wird eine Säule für die gesamte Region sein. Gerade in dieser unsicheren Zeit schaffen wir also Arbeitsplätze und Perspektive«, meint Fruth.

Diesel, Benziner, Hybrid oder reines Elektroauto

In der neuen Prüfeinrichtung können alle Fahrzeuge hinsichtlich der Emissionen verglichen und auf ihre Umweltverträglichkeit getestet werden. Die Testpalette umfasst Szenarien für die Typgenehmigungen nach internationalen Richtlinien, Überprüfungen der Produktionskonformität Conformity-of-Production (CoP), aber auch Tests im Rahmen der Fahrzeugentwicklung.

Bei den Tests der verschiedenen Antriebstechnologien nehmen die unabhängigen Prüfer die Energieträger Tank (Benzin, Diesel, Gas), Netzenergie und Rekuperation auf den Rollenprüfstand und können über ein CO2-Äquivalent die Autos miteinander vergleichen. Beim Hybridfahrzeug fließt beispielsweise der Stromverbrauch mit in die Bilanz ein. Er wird dazu in ein CO2-Äquivalent umgerechnet. Der CO2-Ausstoß steigt wiederum proportional zum Spritverbrauch. Auf dieser Grundlage wird der Spritverbrauch aufaddiert.

Eine zentrale Anlaufstelle

Zur Vorkonditionierung bietet das Zentrum 100 klimatisierte Stellplätze auf vier Ebenen. Auch gibt es eine spezielle Prüfebene für Nutzfahrzeuge und abgeschirmte Bereiche für Prototypen. Das neue Zentrum ist zudem mit der bereits bestehenden Laboreinrichtung am Standort verbunden. Von Heimsheim aus wird fortan auch das TÜV-Süd-Abgaslabor-Netzwerk mit den Standorten Pfungstadt beim Tochterunternehmen TÜV Hessen sowie im tschechischen Roztoky koordiniert.

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