Unter Druck

Deutsche E-Auto-Hersteller verlieren Marktanteile

1. Februar 2022, 10:00 Uhr | München (dpa)
Vollelektrische Fahrzeuge aus dem Volkswagenwerk in Zwickau parken nach der Produktion im Werk.
Vollelektrische Fahrzeuge aus dem Volkswagenwerk in Zwickau.
© Hendrik Schmidt/dpa

Die europäischen Autobauer sind auf dem rasch wachsenden Weltmarkt für vollelektrische Autos unter Druck. Weltweit verdoppelten sich die Neuzulassungen für Elektroautos im vergangenen Jahr auf 4,5 Millionen. Doch der Marktanteil der deutschen Autofirmen sank im letzten Quartal von 17 auf 14 Prozent.

Dies ergab eine Studie der Unternehmensberatung PwC. So seien asiatische Hersteller besser durch die Halbleiterkrise gekommen als europäische und deutsche, erklärte PwC-Branchenexperte Felix Kuhnert.

Das zeigen die Verkaufszahlen aus 2021: Acht der zehn meistverkauften BEV-Modelle in China und den USA stammten von einem asiatischen oder amerikanischen Hersteller. Kein Europäer ist unter den Top 10 in China. Nur jeder dritte in China, Europa oder den USA verkaufte BEV kommt von einer europäischen Marke.

Diese Momentaufnahme sei wichtig, denn die kommenden Monate seien in den neuen Segmenten wegweisend, sagte Kuhnert. »In wichtigen Märkten wie China geht es für europäische Hersteller jetzt darum, an den Erfolg von Verbrennermotoren anzuknüpfen und Marktanteile zu behaupten und gegebenenfalls auszubauen.« Dazu müssten sie allerdings genug Autos liefern können. »Muss man verlorene Marktanteile später zurückerobern, stellt dies eine kostenintensive und herausfordernde Aufgabe dar.«

Es gibt zwar weltweit Pläne, die Subventionen von Elektrofahrzeugen zu verringern. So hat China angekündigt, die Förderung dieses Jahr um 30 Prozent zu kürzen, Großbritannien hat die Zuschüsse bereits gekürzt, und in den USA hat die geplante Steuergutschrift für E-Fahrzeuge noch keine Mehrheit im Kongress. Trotzdem erwarten die Unternehmensberater keinen Einbruch der Verkaufszahlen: »Der BEV-Markt wächst immer stärker aus eigener Kraft«, sagte PwC-Strategy&-Direktor Jörn Neuhausen. Treiber seien die wachsende Modellpalette, sinkende Kosten und mehr Leistung dank technischer Fortschritte. Ein Lichtblick sei der Hochlauf der Batteriezellproduktion in Europa.

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