Akkus & Co.

Der 18. Februar ist internationaler Tag der Batterie

16. Februar 2022, 11:25 Uhr | Kathrin Veigel
Kia Neue Akku-Kultur Batterien
Die neue Akku-Kultur: Das Elektroauto lässt sich anzapfen, um andere elektrisch betriebene Gegenstände zu laden, zum Beispiel das E-Bike.
© Kia

Am 18. Februar ist der internationale Tag der Batterie – ein guter Anlass, durch die »Autobrille« einen Blick auf die Neuerungen aus der Welt der kleinen und großen Energiespeicher zu werfen.

Zunächst ein kleiner Rückblick auf die Geschichte der Akkus beziehungsweise Batterien, die aus dem modernen Leben nicht mehr wegzudenken sind: Der 18. Februar ist der Geburtstag des italienischen Physikers Alessandro Volta (1745-1827), nach dem die Einheit der elektrischen Spannung benannt ist und der als Erfinder der Batterie gilt. Sie startete ihren Siegeszug Mitte des 19. Jahrhunderts in Form des Bleiakkumulators. Im ausgehenden 20. Jahrhundert revolutionierte dann die Lithium-Ionen-Technologie die Batteriewelt.

Diese neuartigen Akkus kamen zunächst in Videokameras, Laptops und Smartphones zum Einsatz, ehe sie vor gut zehn Jahren auch im Elektroauto Einzug gehalten und in der Folge maßgeblich zum rasanten Aufschwung der E-Mobilität beigetragen haben. Jetzt ermöglichen es neueste Ladetechnologien, während einer kurzen Kaffeepause mehrere hundert Kilometer Reichweite zu tanken. Und durch das so genannte bidirektionale Laden werden Elektroautos zu einer fahrenden Powerbank, die unter anderem bei Outdoor-Aktivitäten ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

Neue Akku-Kultur: Elektroautos als mobile Stromquelle beim Outdoor-Trip

Wer kennt das nicht: Der Akku des Smartphones, des Laptops oder des E-Bikes geht gerade dann zur Neige, wenn weit und breit keine Steckdose zu finden ist. Beim Smartphone kann eine Powerbank Abhilfe schaffen, bei größeren Verbrauchern wird es schwieriger. Es sei denn, man besitzt ein Elektroauto, dessen Batterie sich »anzapfen« lässt.

Dazu benötigt das Fahrzeug eine Technologie, die neben dem Laden des Akkus auch den umgekehrten Vorgang beherrscht, nämlich der Batterie gezielt Strom zu entnehmen, mit dem dann externe Verbraucher versorgt werden können. Über diese Vehicle-to-Load-Funktion (V2L) verfügt zum Beispiel das Elektromobil EV6 des Autobauers Kia. Dessen integrierte Ladekontrolleinheit ist eine Weiterentwicklung des On-Board-Chargers, der üblicherweise nur für eine Laderichtung konzipiert ist. Durch einen einfachen Adapter verwandelt sich der Ladeanschluss des Elektro-Crossovers in eine 230-Volt-Steckdose mit 3,6 kW Leistung.

Damit lässt sich ein E-Bike aufladen aber auch zum Beispiel der Camping-Komfort steigern, weil Haushaltsgeräte wie eine Kaffeemaschine oder ein Fernseher betrieben werden können. Sogar das Aufladen anderer Elektrofahrzeuge ist über den Stromanschluss des E-Autos möglich. Und wie sich jüngst in der Halbzeitpause des Superbowl gezeigt hat, lassen sich damit auch Roboter-Hündchen mit leerem Akku wieder zum Leben erwecken.

E-Mobil mit Turbo-Lader: 800-V-Technik macht Stromer langstreckentauglich

Bei Autos mit Verbrennungsmotor dauert ein Tankstopp durchschnittlich rund fünf Minuten. Ganz so schnell schaffen es Stromer noch nicht, aber sie holen in großen Schritten auf. So lässt sich zum Beispiel der Kia EV6 in etwa 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufladen. Der Crossover kann in der Ausführung mit Heckantrieb und 77,4-kWh-Batterie bis zu 528 Kilometer mit einer Akkuladung zurücklegen und gehört damit zu den reichweitenstärksten Elektrofahrzeugen im Markt. In 18 Minuten lässt sich damit mehr als 350 Kilometer Reichweite tanken. Zum Vergleich: Der ADAC definiert E-Autos als langstreckentauglich, wenn sie in 30 Minuten Energie für 200 Kilometer laden.

Das Geheimnis des schnellen Ladens ist beim EV6 die Spannung. Während die meisten Elektroautos mit 400 Volt laden, verfügt der neue Kia über die 800-Volt-Technik. Diese ermöglicht bei gleicher Stromstärke theoretisch die doppelte Leistung wie beim Laden mit 400 Volt, das der Elektro-Kia aufgrund seines Multiladesystems ebenfalls beherrscht.

Die 800-Volt-Technik verkürzt übrigens nicht nur die Ladezeiten, sondern steigert auch die Effizienz des elektrischen Antriebs und ermöglicht zudem eine höhere Leistungsabgabe.

P.S.: In unserer Schwesterpublikation medical design spielen Batterien übrigens auch eine Rolle. So erklärt zum Beispiel Torsten Schmerer von Varta in einem Interview, das in Ausgabe 1/2022 erschienen ist, worauf es bei der Entwicklung der passenden Batterie für mobile Medizingeräte ankommt. 


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