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Interview zu Sensor-Trends

»Gestenerkennung wird ein ganz großes Thema!«


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Konsortialführer in EU-Projekten zu »More than Moore«

Wie sieht die Entwicklungsarbeit aus? Wie setzt sich ein Sensor-Entwicklungsteam zusammen?

Dr. Stockmeier: ams ist nach Kompetenzen aufgeteilt: Power, Sensorik, usw. Wenn ich spezielles Know-how brauche, dann gibt es bei uns keine Barrieren, Leute dazu zu holen: Bei ams haben wir u.a. Spezialisten für optische, magnetische und induktive Sensoren, für RFID und NFC – sprich: für die ganzen Signalübertragungen. Ein einfacher Rat ist schnell eingeholt; geht es jedoch an tiefergehende Informationen, wird ein Projekt angestoßen. Und da gibt es keine Grenzen oder Beschränkungen.

Holen Sie sich für Ihre Projekte auch Know-how von außen?

Dr. Stockmeier: Ja klar! Zum einen bedienen wir uns externer Partner im Design, im Layout, im Test oder in der Applikation. Dinge, die andere besser tun können oder solche, für die wir keine freien Ressourcen mehr haben. Das ist die eine Sicht.

Auf der anderen Seite haben wir sehr gute Verbindungen zu Universitäten, nicht zuletzt durch unsere neun Design-Center. Letztere befinden sich meist in der unmittelbaren Umgebung von Universitäten oder aber direkt am Campus. Zum einen nutzen wir diese Nähe als Rekrutierungsfenster, um hervorragende Talente zu akquirieren. Zum anderen können wir dort auf sehr viele Kompetenzen zurückgreifen. Ein Beispiel: In der Medizintechnik arbeiten wir mit Fachleuten aus der Medizin und auch aus der Chemiebranche zusammen. Ein IC-Designer weiß in aller Regel wenig über Glukose oder welche Blutzuckerarten es gibt. Dieses Know-how ist aber für den Erfolg seiner Arbeit sehr wichtig. Wir scheuen nicht, Wissen hinzuzuholen!

Know-how erhalten wir auch in öffentlich geförderten Projekten, denn hier sitzen Experten vorwettbewerblich zusammen. Solche Projekte bieten ein gutes Schaufenster in die Welt.

Welche Projekte sind das?

Dr. Stockmeier: Das meiste sind entweder nationale oder von der EU geförderte Projekte. Wir engagieren uns auch in den USA, in Asien allerdings eher weniger, da wir dort im Bereich Forschung und Entwicklung noch nicht so stark engagiert sind.

Wie engagieren Sie sich in den Projekten?

Dr. Stockmeier: In einigen sind wir Teilnehmer, in anderen sind wir Konsortialführer. In der EU werden heute zahlreiche Projekte gefördert, u.a. zum Schlagwort »More than Moore«. »More Moore« heißt größere Wafer, mehr Transistoren pro Fläche; »More than Moore« heißt wiederum mehr Funktionalität bei kleinerer Fläche zu integrieren. ams ist sehr stark im Bereich der monolithischen Integration. Mit Hilfe unserer TSV-Technik (Through Silicon Via) versuchen wir, möglichst viel Sensor-, Ansteuer-, Auswerte-Funktionen monolithisch in Silizium zu packen. Ich sehe, dass wir ein sehr interessanter und gesuchter Partner für viele nationalen und EU-Projekte sind.

Wie lässt sich die monolithische Integration nach vorne bringen?

Dr. Stockmeier: Um diese aufwendige Entwicklung voranzutreiben, braucht man hohe Stückzahlen. Und die gibt es eigentlich nur im Konsumenten-Bereich. In der Industrie- und Medizinwelt sind die Stückzahlen eher ­begrenzt; das reicht von 100.000 bis rund 10 Mio. Stück pro Jahr. In der Konsumenten-Welt mit den Smartphones, Tablets und den nun aufkommenden Wearables sprechen wir von Stückzahlen von 10 Mio. bis Hunderte Mio. Stück pro Jahr.

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  1. »Gestenerkennung wird ein ganz großes Thema!«
  2. Konsortialführer in EU-Projekten zu »More than Moore«
  3. Konsumentenmarkt als Ideengeber für Industrie?

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