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CEO Enis Ersü zieht sich zurück

31. Mai 2021, 12:22 Uhr   |  Andreas Knoll

CEO Enis Ersü zieht sich zurück
© Isra Vision

Nach 36 Jahren an der Spitze des von ihm gegründeten Bildverarbeitungsunternehmens Isra Vision zieht sich Enis Ersü jetzt zurück.

Enis Ersü, Gründer und CEO des Bildverarbeitungstechnik-Herstellers Isra Vision, zieht sich zum 30. Juni aus seiner aktiven Tätigkeit zurück. Seine Nachfolge hat der 68-Jährige strategisch vorbereitet und mit der Übernahme durch den schwedischen Konzern Atlas Copco im vergangenen Jahr geregelt.

Insgesamt 36 Jahre führte Enis Ersü Isra Vision als CEO. Der damalige wissenschaftliche Mitarbeiter gründete das Unternehmen 1985 als Spin-off aus der Technischen Universität Darmstadt. ISRA (Intelligente Systeme Roboter & Automatisierung) war einer der ersten deutschen Startups, bei dem der Business Case strategisch auf die Kombination des maschinellen Sehens mit Robotik und Automatisierung ausgerichtet wurde. Nach den ersten zehn Jahren wurde der entscheidende Schritt mit einer Fokussierung ausschließlich auf das „Elektronische Auge“ gemacht.

Im Jahre 2000 wurde Isra Vision an der Frankfurter Börse gelistet. Seitdem entwickelte sich das Unternehmen zu einem der globalen Marktführer für industrielle Bildverarbeitung mit 25 Standorten in über 15 Ländern; über 850 Mitarbeiter erwirtschafteten vor der Pandemie einen Jahresumsatz von etwa 150 Mio. Euro. Im Laufe seiner Geschichte hat sich Isra Vision auf über neun verschiedene Branchen elf Unternehmen mit Ausrichtung auf zum Teil verschiedene Zielindustrien strategisch akquiriert.

In der nächsten Lebensphase will Enis Ersü seine Expertise zur Unterstützung junger Technologieunternehmen einsetzen – nur beratend: »Es ist eine sehr reizvolle Aufgabe« - was junge Gründer bräuchten, kenne er ja aus eigener Erfahrung.

Seine Spuren hat Enis Ersü auch bei Industrieverbänden hinterlassen. Die Gründung des „Vision Club“, der ersten deutschen Industrievereinigung für industrielle Bildverarbeitung, war für ihn ein wichtiger Meilenstein. Die spätere Integration in den VDMA, der jahrelange Aufbau im Vorstand des VDMA und die Mitgründung der EMVA waren für die Branche wichtige Beiträge.

Seine Nachfolgeregelung war für Ersü natürlich ein wichtiges Thema. Von den möglichen Optionen hat sich die strategische Allianz mit einem Industriepartner als die optimale herauskristallisiert. »Eigenständig in einer neuen Machine-Vision-Sparte von Atlas Copco aus Darmstadt operierend«, ist Enis Ersü überzeugt, in der Atlas-Copco-Gruppe einen nachhaltigen industriellen Partner gefunden zu haben, mit dem Isra Vision den eingeschlagenen Wachstumspfad auf den Feldern Surface Vision und 3D Machine Vision weiterverfolgen, seine Innovationspipeline weiter füllen und sein Team kontinuierlich stärken und vergrößern kann.

In Darmstadt übernimmt zurzeit ein dreiköpfiges Managementteam die Führung der Isra Vision AG für die nächste Phase; der neue Vorstandskollege aus Schweden Tomas Lundin und die bisherigen Isra-Vision-Vorstände Hans Jürgen Christ und Dr. Johannes Giet.

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