Gleich vier Keynotes hochkarätiger Referenten aus der Politik, den Streitkräften, der Wissenschaft und der Industrie bietet das Programm der ersten Enforce Tac Conference am 23. Februar in Nürnberg.
Eröffnet wird die Enforce Tac Conference von Brigadegeneral Dr. Volker Pötzsch mit seinem Keynote-Vortrag zum Thema „Software Defined Defence – Enabler for Combat-Ready Digital Armed Forces“. Pötzsch leitet im Bundesministerium für Verteidigung die Steuergruppe „Aufbau Inno“ und war davor im Ministerium unter anderem für die strategische Steuerung der Themenbereiche Digitalisierung, Cyber, IT und Künstliche Intelligenz verantwortlich sowie für das IT-Innovationsmanagement zuständig.
In seinem Vortrag stellt Brigadegeneral Dr. Pötzsch Software Defined Defence (SDD) als das Paradigma für die zukünftige Fähigkeitsentwicklung vor. Leistungsfähige Software soll die schnelle Anpassbarkeit von Systemen im resilienten Informationsverbund ermöglichen. In diesem Kontext sieht er KI sowohl als Treiber wie auch als Enabler für die Umsetzung von SDD. Neben neuen Plattformen sollen Bestandssysteme durch die Nutzung offener Architekturen und Standards ebenfalls im SSD-Kontext einsetzbar werden. Mit dem Trend der zunehmenden Automatisierung und Autonomisierung auf dem Gefechtsfeld kommen damit auch unbemannte Systeme zunehmend in den Fokus.
Nach diesem Vortrag aus Sicht des Verteidigungsministeriums und der Streitkäfte wechselt im Anschluss der Blickwinkel: Rohde & Schwarz Geschäftsführer Alexander Philipp skizziert in seiner Keynote, welche Konsequenzen sich aus den „Zeitenwenden“ zweier Bundesregierungen für Unternehmen ergeben, die Hard- und Software-Technologien für den Einsatz in Verteidigungsanwendungen entwickeln, fertigen und liefern.
| Die neue Enforce Tac Conference |
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Als Diskussionsplattform für den Einsatz von Elektronik in der Sicherheits- und Verteidigungstechnik wird die neue Enforce Tac Conference am 23. Februar 2026 in Nürnberg erstmals das Angebot der Fachmesse Enforce Tac in Nürnberg ergänzen und sich Fragen widmen wie:
Die Enforce Tac Conference bietet die ideale Plattform für den Austausch zwischen der Verteidigungsindustrie, den zahlreichen Zulieferern, der Elektronikbranche sowie der Forschung zum Einsatz von Elektronik für die Lösung der Herausforderungen in Anwendungen der Verteidigungs- und Schutztechnologien von heute und morgen – im bewährten, geschützten Rahmen der Enforce Tac als internationale Fachmesse für innere und äußere Sicherheit. Wichtig: Die Enforce Tac ist eine zugangsbeschränkte Veranstaltung, die Legitimierungskriterien finden Sie hier. |
Unter dem Titel „Challenges and Opportunities for the Security Industry in the Wake of the ‘Zeitenwende 2.0‘“ stellt Philipp heraus, wie die Ausnahme der Sicherheitsausgaben von der Schuldenobergrenze dauerhafte finanzielle Planbarkeit und eine nachhaltige Modernisierung möglich macht. Dies eröffne der Sicherheitsindustrie – darunter Hightech-Unternehmen, KMUs und Start-ups in Bereichen wie KI, Cybersicherheit, Sensoren und autonome Systeme – erhebliche Chancen, ihre Innovationskraft und Fähigkeiten auszubauen. Und biete die Chance, das deutsche Sicherheitsökosystem strategisch neu auszurichten und die nationale und europäische Widerstandsfähigkeit zu stärken.
Nach der Mittagspause benennt Dr. Markus Reisner, Oberst des Österreichischen Bundesheers, FPV-Drohnen und die elektronische Kriegsführung als die Geißeln des modernen Schlachtfelds. Sein Keynote-Vortrag mit dem Titel „FPV and EW – The Scourges of the modern Battlefield” thematisiert, welch große Herausforderungen Angriffsdrohnen mit First-Person-View-Funktion und elektronische Kriegsführung derzeit für die am Konflikt in der Ukraine beteiligten Streitkräfte darstellen. Oberst Dr. Reisner erläutert nicht nur Einzelheiten zum Einsatz dieser Fähigkeiten im Feld, sondern stellt auch mögliche Gegenmaßnahmen vor.
Danach schließt Prof. Dr. Patrick Glauner, skyrocket.ai, mit seinem Vortrag zum Thema „AI in the Defence Industry: Technology, Strategies, Opportunities and Regulatory Challenges“ den Reigen der Keynotes ab. Er zeigt, wie Künstliche Intelligenz zunehmend auch die Verteidigungsindustrie verändert – von der Planung, Datenanalyse und Entscheidungsunterstützung bis hin zu autonomen Waffensystemen. Aber auch, welche besonderen technologischen, strategischen und ethischen Fragen der Einsatz von KI in diesem Bereich aufwirft. Außerdem diskutiert Prof. Glauners Keynote regulatorische Rahmenbedingungen für den KI-Einsatz und zeigt auf, welche Rolle der Staat, Industrie und Wissenschaft bei der verantwortungsvollen Umsetzung spielen. Sein Ziel: Ein realistisches Bild der Möglichkeiten und Grenzen zu vermitteln und Best Practices und Impulse für eine nachhaltige, strategisch kluge Nutzung von KI im Verteidigungskontext zu geben.
Neben den Keynotes bieten 16 Vorträge in vier Tracks zu den Themengebieten Drohnen, Intelligente Systeme, Sensoren und Strategie sowie zwei hochkarätig besetzte Podiumsdiskussionen eine breite Auswahl an interessanten Inhalten. Wer erfahren will, wie die Elektronikindustrie mit ihrem Innovationspotenzial als eine der wesentlichen Hightech-Branchen das Fundament bildet für jede moderne und intelligente Sicherheits- und Verteidigungstechnik, der sollte sich jetzt seinen Platz sichern auf der Enforce Tac Conference am 23. Februar auf dem Nürnberger Messegelände.